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Werder (Havel) Sie ist die Hausärztin der Auenländer
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Sie ist die Hausärztin der Auenländer
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13:30 27.08.2018
Die Potsdamerin Caren Roller hat Anfang Juni eine Hausarztpraxis in den Havelauen eröffnet. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Im Wartezimmer der neuen Hausarztpraxis riecht es nach Holz und frischer Farbe. Auf dem Tisch mit der Flasche Wasser, in dem ein Minzzweig steckt, liegt unter anderem das Buch „Wahnsinn Wartezimmer – 28 echt kranke Geschichten“. Eine Frau mittleren Alters kommt durch die Tür, will nur eine Visitenkarte mitnehmen. Dann die Frage: „Nehmen Sie noch Patienten auf?“ Die Sprechstundenhilfe, von Hause aus Krankenschwester, bejaht. Der Zulauf sei zwar groß, aber noch gebe es freie Kapazitäten. Seit Mitte Juni praktiziert die Potsdamerin Caren Roller als Hausärztin in den Havelauen. „Das ganze Viertel hat auf einen Arzt gewartet“, sagt sie.

Mit 28 Jahren hat die gelernte Krankenschwester ihr Medizinstudium in Berlin begonnen. Erste Erfahrungen in der Pflege hatte sie bereits direkt nach der Schule in einem Altenheim gesammelt. Dort lernte sie, auf Menschen zuzugehen, sie anzufassen, ob beim Umbetten, Anziehen oder Untersuchen. „Bis heute habe ich da keine Hemmungen“, erzählt die dreifache Mutter. Nach ihrem Studium absolvierte sie ihre Facharztausbildung in Potsdam und Bad Belzig, durchlief mehrere Stationen und arbeitete unter anderem länger in der Orthopädie. Auf der Suche nach eigenen Praxisräumen stieß die 52-Jährige auf die frei stehenden Gewerbeflächen im Erdgeschoss des Karrees „Riva Maritim“ in den Havelauen, die sich damals noch im Rohbau befanden. „Da brauchte man viel Fantasie und Durchhaltevermögen“, verrät Caren Roller.

Das Ziel: Kein Patient soll mit Termin lange warten

Denn der Weg zur eigenen Praxis ist nicht leicht und erfordert einiges an Organisation. „Erst mit konkreten Räumen kann man die Praxis beispielsweise bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragen. Dann muss man sich ins Register eintragen lassen und vieles mehr“, sagt sie. Der Umbau begann Mitte Februar, Ende Mai war alles fertig. In den verbleibenden zwei Wochen wurde Technik gekauft und alles eingerichtet. Zunächst mussten Ärztin und Sprechstundenhilfe auf ein Festnetztelefon verzichten, weil es Probleme mit dem Anbieter gab, mittlerweile funktioniert die Leitung. Vier Wochen vor der offiziellen Eröffnung konnten sich Patienten bereits über eine Mobilnummer anmelden, so dass die Praxis mit einem halb vollen Kalender an den Start ging. „Der erste Tag war natürlich sehr aufregend. Weil die Folie noch nicht dran war, habe ich meine Fensterfront zum Beispiel mit einer Malerplane abgedeckt“, erinnert sich Caren Roller.

Die meisten ihrer Patienten stammen direkt aus den Havelauen, den Ortsteilen nördlich der Bahnschranke oder sogar aus Fahrland. „Ich freue mich riesig und bin jeden Morgen gespannt, was mich erwartet. Ich hoffe, dass ich mir diese Anfangseuphorie und auch Empathie erhalten kann“, sagt sie. Ein Hausarzt habe schließlich in der Regel ein viel engeres und familiäreres Verhältnis zu seinem Patienten als ein Facharzt. Caren Roller bietet das ganze hausärztliche Spektrum an. Kinder betreut sie am liebsten erst ab zehn Jahren, da sie vorher beim Kinderarzt meist besser aufgehoben seien. Ihr Ziel ist es, eine Bestellpraxis zu etablieren: „Es soll so sein, dass ein Patient mit Termin höchstens 15 Minuten warten muss.“ Für akute Probleme ist die erste Stunde der Öffnungszeiten gedacht. Caren Roller rät allerdings dazu, vorher anzurufen.

In der Freizeit hält sich die Medizinerin gern an der frischen Luft auf, fährt Rad oder besucht Ausstellungen in Potsdam oder Berlin. „Ich bin viel mit meinen Kindern unterwegs“, berichtet sie. Sie sind zwischen 14 und 23 Jahre alt.

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Von Luise Fröhlich

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