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Werder (Havel) Corona: An erstem Tag der Anlaufstelle in Werder werden 69 Patienten versorgt
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Corona: An erstem Tag der Anlaufstelle in Werder werden 69 Patienten versorgt
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19:42 18.03.2020
Das Ernst-Haeckel-Gymnasium in Werder. Quelle: Anna Kassin
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Werder

Der erste Tag in der neuen Anlaufstelle für Patienten mit Atemwegsinfektionen in Werder ist nach Einschätzung der beteiligten Ärzte und der Stadtverwaltung gut verlaufen. „Die Patienten waren alle sehr diszipliniert, selbst wenn es für normale Erkältungsfälle teilweise zu längeren Wartezeiten kam“, schreibt Stadtsprecher Henry Klix in einer Mitteilung am Mittwochnachmittag. Insgesamt haben 99 Patienten die Anlaufstelle aufgesucht.

Für leichte Erkältungssymptome reicht ein Anruf beim Arzt

69 wurden versorgt, 30 weitere Besucher seien aufgrund ihrer leichten Erkältungsbeschwerden wieder nach Hause geschickt worden, so Klix weiter. Sie wurden auf die Möglichkeit verwiesen, ihren Hausarzt anzurufen. Aktuell reiche ein solches Telefonat, um für bis zu sieben Tage eine Krankschreibung zu bekommen.

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Die Anlaufstelle ist eine gemeinsame Initiative von Hausärzten aus dem Raum Werder mit der Stadt Werder und ist mit dem Gesundheitsamt des Landkreises abgestimmt. Ziel ist es, den möglichen Kontakt von Werderaner Hausarztpraxen und deren Patienten mit potenziellen Coronafällen zu vermeiden beziehungsweise auszuschließen.

Stühle stehen in weitem Abstand zueinander

Christine Falk ist eine der 20 Hausärzte aus dem Raum Werder, die das Konzept der Anlaufstelle inhaltlich und personell mittragen. Sie dankte gestern den Helfern der Stadtverwaltung, die die Arbeit der Anlaufstelle vor und hinter den Kulissen freiwillig unterstützen. „Von den Leuten, die sich um die Bereitstellung des Desinfektionsmittels kümmern bis hin zu denen, die die Patienten befragen und ordnen, wurde super gearbeitet“, sagte Falk.

Die Anlaufstelle für Einwohner des Raumes Werder ist werktags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Henry Klix erläutert die Vorgehensweise vor Ort: „Nach einem Screening werden die Patienten nach Symptomen und Schwere der Erkrankung in einen der drei Wartebereiche gewiesen, die in der Turnhalle bestehen.“ Die Stühle stünden dort in weitem Abstand zueinander. Corona-Verdachtsfälle haben einen eigenen Wartebereich und werden als erstes behandelt und sofort wieder entlassen.

Die Untersuchung und Behandlung erfolgt in mehreren Behandlungsräumen. Patienten mit Verdacht auf Covid-19 haben eigene Behandlungsräume, mit ihnen werden gegebenenfalls gesonderte Abstimmungen getroffen.

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Die Stadtverwaltung bittet alle Werderaner, sollten sie überlegen, die Anlaufstelle aufzusuchen, Folgendes zu beachten:

1. Die neue Anlaufstelle ist nicht gedacht für gesunde Menschen, die Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, oder die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Solche Personen sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch mit dem Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark oder telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung setzen und zu Hause bleiben. Alternativ können sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116 117 kontaktieren.

2. Auch Werderaner mit leichten Erkältungssymptomen gehören nicht in die neue Anlaufstelle. Patienten, die wegen leichter Atemwegserkrankungen zu Hause bleiben und sich auskurieren möchten, melden sich bitte telefonisch bei ihrem Hausarzt. Aktuell reicht ein solches Telefonat, um für bis zu sieben Tage eine Krankschreibung zu bekommen. Davon sollten Patienten mit leichten Erkältungssymptomen auch Gebrauch machen.

3. Eine Sonderregelung besteht für Kinder bis einschließlich 12 Jahre: Sie sollen die Kinderarztpraxis von Dr. Anja Groß und Dr. Julia Rakob im Gutshof, Potsdamer Straße 164, aufsuchen. Dort gibt es ab sofort täglich von 8 bis 9.30 Uhr Spezialsprechstunden für Kinder mit Atemwegserkrankungen. Auch hier gilt, bei banalen Infekten den Arztbesuch zu vermeiden und zum Telefonhörer zu greifen.

Von MAZonline

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