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Werder (Havel) Das ist die „Panama“-Ausstellung in der Stadtgalerie Werder
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07:01 11.02.2020
„Berührungen“ von Allan Paul. Quelle: Allan Paul
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Werder

Unterschiedlicher können künstlerische Handschriften kaum sein als bei diesen drei jungen Malern, die die Ausstellung „Panama“ in der Stadtgalerie von Werder füllen. Und dennoch ist daraus eine harmonische Schau geworden, in der jeder Besucher etwas für sich finden kann.

Atelier im alten Schaltgerätewerk Werder

Nadine Conrad, Julia Brömsel sowie Allan Paul kamen vor etwa eineinhalb Jahren aus Potsdam nach Werder. In der Landeshauptstadt hatten sie zuvor im Künstlerdomizil unterm Dach des ehemaligen Rechenzentrums gearbeitet. In Werder bot ihnen eine Halle des früheren Schaltgerätewerks mehr Raum für ihre malerischen Ambitionen. Doch der morbide Charme der alten Werkhalle stellte sich bald als Baufälligkeit heraus, die zig Probleme nach sich zog. So trennte sich das Panama-Projekt, wie die Drei sich nach dem bekannten Janosch-Kinderbuch genannt hatten, notgedrungen kürzlich wieder.

„Sonnenkinder“ von Julia Brömsel. Quelle: Julia Brömsel

Nadine Conrad und Allan Paul, die auch privat ein Paar sind, versuchen nun, erneut in Potsdam ihren Platz zu finden. Julia Brömsel fand Arbeitsmöglichkeiten auf dem alten Werksgelände von Vulkanfiber in Werder, wo sich schon andere Künstler angesiedelt haben. Alle Bilder der Exposition in der Stadtgalerie entstanden während der gemeinsamen Monate in der Blütenstadt.

Gelernte Schuhmacherin mit Liebe zum Malen

Wer in Julia Brömsels Biografie schaut, glaubt, sie habe einen ziemlichen Umweg zur Malerei genommen. Sie lernte Schuhmacherin und Schauspielerin, war einige Zeit mit dem Glindower Wandertheater „Ton und Kirschen“ unterwegs. „Aber ich male, seit ich denken kann, und habe damit in keiner Phase meines Lebens aufgehört", sagt sie im Gespräch mit der MAZ. Dass der bildenden Kunst inzwischen ihr Hauptaugenmerk gilt, habe auch damit zu tun, dass sie Mutter zweier Kinder ist. Die Bilder der Julia Brömsel nehmen den Betrachter gefangen. Man taucht ein in einen Urwald oder ins Meer und begegnet Menschen, Tieren und Pflanzen, die miteinander verquickt sind, eine Symbiose bilden. Augen blicken ernst und aufmerksam von der Leinwand zurück.

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Einige Arbeiten erinnern an die Murales, die oft ethnischen Wandmalereien in lateinamerikanischen Ländern. „Ich interessiere mich schon lange für die Kultur der Inkas“, erklärt die Malerin, „habe auch Freunde, die dort zu Hause sind, aber ich war noch nie in Lateinamerika. Im Mai werde ich zum ersten Mal hinfliegen.“

„Nach dem Sturm“ von Nadine Conrad. Quelle: Nadine Conrad

Allan Paul braucht große Formate. Seine Bilder sind Farbexplosionen, die sowohl sonnige, farbenfrohe Hochs als auch dunkle Tiefs seiner Gemütswelt widergeben. Die Farben sind meist dick und grob aufgetragen. Er scheint die Harmonie zu suchen und im nächsten Moment davor zurückzuschrecken. Fast beängstigend wirken seine Assemblagen „Zerstörung“ und „Krise“, in denen er die Leinwand mehrfach mit Holz durchbohrt. Schwarz und flammendes Rot lassen Wut, Aggression, Wildheit und Verzweiflung erahnen.

Ausstellung „Panama“ bis 13. März

Ganz anders Nadine Conrad. Ihre Arbeiten sind eher still und unaufdringlich. Sie bevorzugt Landschaften in unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten. Ganz fein ihre Pinselführung, beinahe fotografisch genau und bis ins Detail ihre Darstellung. Interessant ist das gemeinsame Werk dieser beiden so unterschiedlichen Künstler, das in der Schau gezeigt wird. „Im Spiegel“ nennen sie das großformatige halbe Frauengesicht, das dunkel und geheimnisvoll wirkt.

Die Ausstellung „Panama" ist bis zum 15. März in der Stadtgalerie Kunstgeschoss Werder, Uferstraße 10, zu sehen. Jeweils Donnerstag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

Von Edith Mende

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