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Werder (Havel) Das ist neu beim 140. Baumblütenfest
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Das ist neu beim 140. Baumblütenfest
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00:23 29.04.2019
Blick auf die Inselstadt zum Blütenfest in Werder.
Blick auf die Inselstadt zum Blütenfest in Werder. Quelle: Friedrich Bungert
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Werder

Das Baumblütenfest geht los: Ab Samstag, wenn wieder Zehntausende Werderaner und Gäste bei süffigem Obstwein den Frühling feiern, herrscht für zehn Tage Ausnahmezustand in der beschaulichen Havelstadt. Das 140. Baumblütenfest kommt mit ein paar Neuerungen daher, beginnend bereits beim großen Festumzug, der die Riesensause traditionell am Samstag einläutet.

Sicherheit beim Festumzug

Der Festumzug zum Beginn des Baumblütenfestes in Werder hat eine lange Tradition. Quelle: Julian Stähle

„Bei den Fahrzeugen gibt es nach wie vor die Vorgabe, dass die Teilnehmer an jedem Rad einen Sicherheitsengel, also einen Ordner, platzieren“, so Klaus-Dieter Bartsch. Gefährlich wird es mit Traktor, Auto oder Laster vor allem dann, wenn der Alkoholpegel der Besucher steigt oder das Gedränge so groß wird, dass Leute einfach auf die Straße rennen, ohne nach dem Verkehr zu sehen.

Zum Schutz der Jugend

werden erstmals Jugendschutzteams aus Sozialarbeiten durch die Menge streifen

Abendstimmung am Ufer der Regattastrecke mit Blick auf den Rummel auf dem Hartplatz. Quelle: Julian Stähle

„Ausgesucht haben wir dafür Mitarbeiter, die sich in der Region auskennen und auch erfahren im Umgang mit alkoholisierten Jugendlichen sind. Die Idee ist es, präventiv auf sie zuzugehen, bevor der große Absturz kommt“, erklärte Thomas Lettow vom Vorstand der Stiftung Job.

>> Fotos: So wurde das Baumblütenfest in den 90ern gefeiert

Den Alkoholgenuss von minderjährigen Jugendlichen gänzlich zu unterbinden, sei dabei ein sehr schwer erfüllbarer Wunschtraum, stellte Potsdam-Mittelmarks Jugendschutzbeauftragter Bernd Kreissl klar.

Wein in Mehrwegbechern

Abseits des Trubels in der Innenstadt wird es entlang des Obstpanoramaweges diesmal nicht nur idyllischer, sondern auch nachhaltiger. Der Obstwein wird dort in Mehrwegbechern verkauft, wie Reinhard Schmidt vom Werderschen Obst- und Gartenbauverein ankündigte. „Man kauft den Becher einmal und kann ihn an der nächsten Station wieder auffüllen lassen. Manche Obstbauern haben sogar kompostierbare Becher“, erzählte er.

Flaschennetze kehren zurück

Reinhard Schmidt vom Obst- und Gartenbauverein präsentiert die von Hand geknüpften Becher- und Flaschenhalter zum 140. Baumblütenfest in Werder. Quelle: Luise Fröhlich

Bahnhof wird abgeschirmt

Die Sicherheitsmaßnahmen sind im Festbereich noch einmal erhöht worden: Statt der bisher üblichen zwei Betonsperren, die den Innenstadtbereich dicht machen, sind nun drei erforderlich. Denn der Bereich um den Bahnhof wird in diesem Jahr zum Außenring zählen, den an den Hauptfesttagen nur Anwohner befahren dürfen. Das heißt: Die Kesselgrundstraße mit der Adolf-Damaschke-Straße ist ab der Kreuzung Phöbener Straße gesperrt. Kein Durchkommen ist auf der Phöbener Straße/Eisenbahnstraße hinter der Kreuzung Kesselgrundstraße.

Besucher sollen mit der zusätzlichen Sperre auch vor dem unkontrollierten Einfahren großer Fahrzeuge geschützt werden. Dies erfordert auch mehr Ordner, die die Zufahrt kontrollieren.

Bequem zum Fest mit Bus, Bahn oder Dampfer

Wer an die Anreise mit der Bahn aus Berlin zum Blütenfest denkt, erinnert sich sicher noch an das Chaos im vergangenen Jahr. Einen Tag vor Festbeginn hatte die Bahn mitgeteilt, dass die Sonderzüge „Baumblüten-Express“ ersatzlos ausfallen. Das soll in diesem Jahr nicht wieder passieren, wie ein Bahn-Mitarbeiter bei der Pressekonferenz zum Fest betonte. An den Wochenenden und dem 1. Mai will die Bahn einen annäherenden 20-Minuten-Takt nach Werder einrichten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fährt der letzte Zug nach Berlin um 1.55 Uhr. Auch der Servicestore am Bahnhof hat seine Öffnungszeiten angepasst und wird am Sonnabend erst um 22 Uhr schließen.

Regiobus lässt die Linie 631 zwischen Potsdam und Werder an den Hauptfesttagen zwischen 12 und 20.30 Uhr alle 20 Minuten fahren. Auch die Linie 580 verkehrt öfter zwischen Potsdam und Werder. Die Fahrten des 631 beginnen und enden an der Haltestelle Am Gutshof.

Vom 27. April bis 5. Mai lädt Regiobus zwischen 10 und 16 Uhr stündlich, am Wochenende und dem 1. Mai sogar alle 30 Minuten, zur Rundtour durch die blühenden Obstplantagen am Rande Werders ein. Bis zu neun verschiedene Höfe privater und gewerblicher Obstzüchter entlang des Obstpanoramaweges werden angefahren. Das Blütenticket kostet 6 Euro.

Zum Blütenfest schippert auch die Weisse Flotte: Regulär fährt ab 10 Uhr der erste Dampfer von der Langen Brücke in Potsdam über Caputh/Gemünde nach Werder. Unter der Woche legt das letzte Schiff um 18 Uhr in Werder ab. Zusätzliche Fahrten gibt es an den Wochenenden und dem 1.Mai – dann verkehren die Dampfer alle halbe Stunde.

Die MS Bismarckhöhe pendelt zu den Blütenfahrten zwischen Werder Insel und dem Resort Schwielowsee in Petzow. Zwischen dem 27. April und dem 5. Mai legt das Schiff dreimal am Tag (11.30, 13.30 und 15.30 Uhr) in Werder ab.

Die Stern und Kreis Schifffahrt Berlin fährt in der Festzeit donnerstags, samstags, sonntags und feiertags um 10.20 Uhr ab Tegel über Wannsee und Pfaueninsel nach Werder. Von dort startet die Rückfahrt um 15.05 Uhr.

Von Luise Fröhlich