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Werder (Havel) Das sagen Werders Politiker zur Absage des Baumblütenfestes
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Das sagen Werders Politiker zur Absage des Baumblütenfestes
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15:01 12.09.2019
Die längere Pause fürs Baumblütenfest in Werder wird kritisch gesehen. Quelle: Julian Stähle
Werder

Die Absage des Baumblütenfestes ruft auch die Politik der Stadt auf den Plan. „Es gab eine Entwicklung, die so von der Bevölkerung nicht gewollt war“, sagt Markus Altmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). „Dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, ist erst einmal richtig.“

Dass das Baumblütenfest ein neues Konzept braucht, sei ein seit Jahren schwelendes Thema in der SVV, es sei richtig, da nun auch die Bürger einzubeziehen. „Wir hätten uns das aber schon viel früher gewünscht, etwa als der Vertrag mit dem Ausrichter noch lief.“

Die SPD-Vorsitzende Nadine Lilienthal betont, dass die Absage des Festes für die Obstbauern „ein Schlag ins Gesicht“ sei. „Die Verwaltung ist nun aufgefordert, sich umgehend mit den Obstbauern zusammenzusetzen. Sollten die sich entscheiden, ihre Plantagen zur Baumblüte zu öffnen, sollte die Stadt sie so umfassend wie möglich unterstützen“, so Lilienthal. „Hierzu zählt zum Beispiel die Einrichtung eines Bus-Shuttles, damit die Plantagen am Obstpanoramaweg für die Besucher gut zu erreichen sind.“

Ebenso wichtig sei die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes, um größere Besuchergruppen in der Kernstadt und auf der Insel unter Kontrolle zu halten. „Das wird die SPD-Fraktion mit einem Dringlichkeitsantrag zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in der kommende Woche fordern“, erklärt Lilienthal.

Zum Schweigen verdonnert

Der Fraktionsvorsitzende der AfD in der SVV, Marlon Deter, sagt zu den jüngsten Entwicklungen zum Fest. „Nun ist es endlich raus. Seit 23. August waren die Fraktionsvorsitzenden in Werder informiert. Jedoch unterlagen die Informationen der Geheimhaltung mit der Begründung, dass dem Bieter noch nicht die Absage mitgeteilt worden sei.“ Nach 140 Jahren gebe es nun kein Baumblütenfest mehr. Der Imageschaden für die Stadt und die Umsatzeinbußen für die Hotels und Obstbauern in Werder seien noch gar nicht abzusehen.

„Das geplante Bürgerbeteiligungsverfahren wird nun lange dauern und es bleibt zu befürchten, dass für die Wünsche der Bürger so schnell kein Betreiber gefunden wird, der diese dann in einem tragfähigen Konzept darstellen kann“, so Deter in seiner Stellungnahme. Er bleibe bei seiner Kritik, „dass die Ausschreibung für ein Fest dieser Größe zu spät erfolgte und nun nur noch eine Absage übrig blieb.“

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Von Annika Jensen

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