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Werder (Havel) Fernab des Festmeilen-Trubels: Obsthöfe laden ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Fernab des Festmeilen-Trubels: Obsthöfe laden ein
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12:09 28.04.2018
Im Garten des Obsthofes Rietz im Hohen Weg schenken die Schwestern Obstwein aus. Quelle: Julian Stähle
Glindow

Wer beim Baumblütenfest Wert auf Ursprung und Tradition legt, sollte die Obsthöfe außerhalb der Kernstadt besuchen. Zwischen Petzow und Groß Kreutz locken entlang des Panoramaweges etliche Obstbauern mit hausgemachtem Wein, Schmalzstullen und Kuchen. Seit fünf Jahren öffnet auch Peter Däumichen seinen Garten in der Glindower Ziemensstraße 45. Neben seinem Haus steht bereits das Zelt und im Hintergrund leuchten die Obstbäume in voller Blüte. Zur Festzeit verkauft er tagtäglich Obstwein in 16 Sorten an seine Gäste – geöffnet ist immer ab 10 Uhr.

Bei Peter Däumichen gibt es in diesem Jahr 16 verschiedene Obstweinsorten. Quelle: Widuch

„Hausgemachter Obstwein zeichnet sich in der Herstellung aus alter Tradition in Weinkruken ohne Verwendung von Weinhefe aus“, erklärt Peter Däumichen. An den fruchtigen Tropfen arbeiten die Produzenten das ganze Jahr über. Los geht es mit der Ernte des Obstes, das zunächst zu einer Maische verarbeitet wird. Nach der Gärung wird er „umgezogen“, denn der Satz muss raus. Zwischendurch filtern die Winzer den Tropfen mehrmals und prüfen den Säuregehalt. Je nach Sorte und gewünschter Süße des Weins geben sie Zucker hinzu.

Die „Meterlatte“ probieren

Der Rentner und Gärtner Peter Däumichen bietet vom lieblichen Erdbeerwein – auch „Bretterknaller“ genannt, bis halbtrockenen Sauerkirschwein, drei Farben Johannisbeeren und der Apfelbeere Aronia eine breite Palette an. Die Aroniabeeren bezieht er vom Landwirt Gerhard Jochen aus Beelitz. Viele Früchte stammen aber auch aus dem heimischen Garten. Bei Däumichen können Unentschlossene eine „Meterlatte“ mit zwölf verschiedenen Sorten oder einen „Hebel“ mit sechs Sorten nach eigenem Wunsch verkosten. Wer nach dem Obstwein Lust auf Gemüse bekommt, wird in seinem Garten ebenfalls fündig. Der Gärtner bietet Tomatenpflanzen in den Ostsorten Harzfeuer, Harzglut und Tamina an.

Bio-Baumblüte

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich zum Beispiel die Obsthöfe und Gärten von Marcel Lehnst und Günther Schultz. Beide Hersteller waren bei der Verleihung der Obstweinkruken in diesem Jahr erfolgreich. Sonderbusse der „Regiobus Potsdam Mittelmark“ fahren regelmäßig vom Bahnhof raus zu den Obsthöfen, wo alles für einen schönen Tag unter Blüten vorbereitet ist. Rund 18 Stationen sind es entlang des Panoramaweges. Daneben öffnen viele kleinere Gärten ihre Pforten. Am „Hohen Weg“ laden auch wieder einige Höfe zum Verweilen ein. Besonders an den Wochenenden sind sie traditionell gut besucht.

Mit dabei ist auch wieder der Biohof Werder mit Theater, Konzerten und Leckereien auf der Plantage zwischen Glindow und Plessow. Die Obstwiese ist am 28. und 29. April sowie am 1., 5. und 6. Mai geöffnet. Highlight im diesjährigen Programm ist das Trio Oblivion, das unter den blühenden Kirschbäumen argentinischen Tango spielt. Wie im Vorjahr werden auch die Hausband der Bio-Baumblüte „funkverband“ und das Wandertheater „Ton und Kirschen“ mit dem aktuellen Stück „In the blink of an eye“ auftreten.

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Von Luise Fröhlich

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