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Werder (Havel) Doppeltes Jubiläum der Adventgemeinde Werder
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15:08 23.08.2018
Seit 70 Jahren sind die Werderander Adventisten auf der Wachtelburg ansässig. Quelle: Fotos: Anne Knappe
Werder

Von der Spitze der Burg reicht der Blick im 360 Grad Panorama über die Weinhänge bis zur Baumgartenbrück, über den Plessower See bis zur Werderaner Insel mit der Heilig-Geist-Kirche. Einst war die im neogotischen Stil errichtete Burg auf der nördlichen Kuppe des Wachtelberges eine beliebte Höhengaststätte. Seit nunmehr 70 Jahren beherbergt sie die Siebenter-Tag-Adventisten der Gemeinde Werder, die sich vor 100 Jahren gründete. Beide Jubiläen werden am kommenden Samstag nun mit einer Feststunde auf der Burg gefeiert.

Die weltweite Gemeinschaft der Adventisten ist eine protestantische Freikirche mit über 20 Millionen Mitgliedern, in Deutschland hält sich die Zahl bei 35 000. „Wir haben uns Gesundheit und Bildung auf die Fahne geschrieben“, berichtet Michael Schroeder (68), Vorsitzender des Fördervereins Freundeskreis Wachtelburg.

Weltweit betreibt die Glaubensgemeinschaft mehr als 400 Einrichtungen wie Krankenhäuser und Sanatorien, über 7000 Schulen und Universitäten sowie die „ADRA“, die sich um Entwicklungs - und Katastrophenhilfe kümmert.

Von der Insel auf die Burg

„Wir gehören nicht zur evangelischen Volkskirche, wir teilen aber den reformatorischen Glauben“, erklärt Martin Kendzia (42), Pastor der Adventgemeinde Werder. Die Adventisten glauben an die baldige Wiederankunft von Jesus Christus. Ein weiteres Merkmal der Freikirche: Sie halten nach der biblischen Zählung den siebenten Tag der Woche, also den Samstag (sabbat), heilig.

Nach dem Krieg 1946 pachteten die Werderaner Adventisten die Wachtelburg, in der noch bis mindestens 1927 reger Gaststättenbetrieb herrschte. 1948 ging sie in den Besitz der Adventisten über und wird seitdem als adventistisches Jugend- und Freizeitzentrum genutzt. Zuvor hatten sie ihre Gottestdienste auf der Insel in einem Kinosaal abgehalten.

Zu Spitzenzeiten waren bis zu 350 Jugendliche auf der Burg. Unter anderem war sie zehn Jahre lang Erholungsort für Kinder aus Tschernobyl. „Die Burg erlebte ab den 90er Jahren aber schwierige Zeiten“, erzählt Michael Schroeder. Viele Aktivitäten seien nach der Wende abgebrochen – auch, weil das Gebäude baufällig wurde.

Das Thema der Instandsetzung und Sanierung der denkmalgeschützten Burg beschäftigt die Gemeinschaft seit Jahren. Seit Ende der 90er ist der gemeinnützige Förderverein Freundeskreis Wachtelburg dafür zuständig. Rund 270 000 Euro sind alleine in den letzten zwei Jahren in den Erhalt der Burg geflossen. „Wir sind gerade dabei, die Burg wieder wachzuküssen“, berichtet Andreas Schulze (66), zweiter Vereinsvorsitzender, der für das Baugeschehen an der Burg verantwortlich ist. Finanziert wird die Sanierung unter anderem aus zinslosen Darlehen, Spenden und auch durch Unterstützung der Stadt Werder.

Sanierungspläne der Burg

In der letzten Zeit wurde zum Beispiel eine neue Heizung eingebaut, der Gasanschluss und die Abwasseranlage erneuert. Das Taufbecken im Vorhof muss noch saniert werden. Im oberen Teil der Burg sollen noch zwei Zimmer hergerichtet werden, die künftig für besondere Anlässe wie Hochzeiten vermietet werden. „Der Herbergsbetrieb soll weiter ausgebaut werden“, so Schulze. Auch Gesundheits-, Koch- oder Englischkurse seien für die Zukunft denkbar.

Mehr zu diesen Themen wird es bei der Jubiläums-Feier am Samstag geben. Neben einem geschichtlichen Einblick der Adventgemeinde Werder soll es auch die künftigen Pläne der Wachtelburg gehen.

Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, den Pastor Martin Kendzia eröffnet. Am Nachmittag um 14 Uhr werden unter anderem Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) und Carsten Köhler von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sprechen. Abgerundet wird die Veranstaltung durch Chorgesang und Blasmusik.

Von Anne Knappe

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