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Werder (Havel) Glindower Rentner muss wochenlang auf Post warten
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Glindower Rentner muss wochenlang auf Post warten
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00:22 18.05.2019
In Werder stellt die Post Briefe derzeit sehr unzuverlässig zu. Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen
Werder

Hätte er nicht mit seiner Tochter telefoniert, ein Rentner aus Glindow hätte die Jugendweihe seines Enkels im Nikolaisaal in Potsdam verpasst. Und das obwohl seine Tochter die Einladung rechtzeitig mit der Post abgeschickt hatte. Bei dem 66-Jährigen, dessen Name der Redaktion bekannt ist, kommt die Post aber kaum noch an die Tür. Das erzählte er der MAZ, nachdem in der vergangenen Woche andere Fälle unzuverlässiger Postzustellung in Werder bekannt wurden.

18 Briefe an einem Tag

Im Mai habe er bisher einmal Briefe bekommen, sagt er. Und im gesamten April seien bei ihm nur an einem einzigen Tag Briefe angekommen. Am letzten Wochenende habe er 18 Schreiben auf einmal im Kasten gehabt. Darunter waren Rechnungen und schon die dazugehörigen Mahnungen. „Das ist ja auch verständlich, wenn dazwischen drei Wochen liegen“, sagt der 66-Jährige. „Aber das mit der Einladung zur Jugendweihe ist auch sehr ärgerlich. Es kann doch nicht sein, dass ein Brief von Potsdam nach Werder 14 Tage braucht.“

Der Werderaner richtet seine Enttäuschung nicht an die Postzusteller. Für sie hat er Verständnis. „Es ist völlig logisch, dass mal jemand krank oder im Urlaub ist“, sagt er. „Aber dann muss das Management dafür sorgen, dass eine normale Zustellung der Post erfolgen kann.“ Was unter normal zu verstehen ist, da gibt sich der Mann längst keinen Illusionen mehr hin. „Innerhalb der versprochenen kurzen Zeit“, sagt er und meidet die Formulierung „innerhalb eines Tages“. „Aber ein ganzer Monat, das sollte einfach nicht vorkommen.“ Denn das habe Konsequenzen. „Wenn die Leistungen der Post so mangelhaft sind, akzeptieren die Kunden doch auch die Portoerhöhungen nicht mehr.“

„Hierfür möchten wir uns entschuldigen“

Die Postzentrale in Berlin erklärt indes, dass die Situation in Werder so schwierig sei, weil dort viele Mitarbeiter noch immer krank seien, und weil die Einschränkungen durch das Baumblütenfest noch immer zu spüren seien. „Wir wurden dadurch in eine Lage versetzt, in der wir weder unserem hohen Qualitätsanspruch noch den Erwartungen unserer Kunden gerecht geworden sind. Hierfür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen“, sagt Matthias Persson, Sprecher der Post, auf Anfrage der MAZ.

Zur misslichen Situation des Glindowers hat Persson noch eine weitere Erklärung: „Die Familie wohnt im hinteren Teil eines Zustellbezirkes, was dazu führen kann, dass, wenn eine Tour aufgrund von Erreichung der Höchstarbeitszeit abgebrochen werden muss, sich Rückstände bilden.“ Übersetzt heißt das: Hat der Postbote das Haus des 66-Jährigen vor seinem Feierabend nicht erreicht, bekommt dieser an diesem Tag seine Post nicht.

„Diese Aussage enttäuscht mich“, sagt der Glindower. „Weil sie nicht der Wahrheit entspricht. Wir wohnen nicht in einer abgelegenen Ecke. Unsere Straße ist lang und im mittleren Bereich gibt es eine ähnlich Situation.“

Vor zwei Jahren blieb die Post auch aus

Die Werderander leiden nicht zum ersten Mal unter unzuverlässigen Postzustellungen. Schon im Sommer und Herbst 2017 klagten Anwohner über ausbleibende Briefe. Auch die Gemeinde Schwielowsee war betroffen. Anders als heute war allerdings auch das Paketgeschäft betroffen. Doch auch damals war die Begründung, es seien viele Mitarbeiter krank. Vertreter, die sich im Zustellbezirk nicht gut auskannten, hätten dementsprechend länger gebraucht, die Post zuzustellen, hatte eine Postsprecherin damals erklärt.

Außerdem war ein neues Zustellmodell getestet worden. Die Beschwerden darüber schafften es bis in die Gemeinde- und Stadträte. Es war getestet worden, ob eine Zustellung auch an nur zwei Tagen oder an einem in der Woche ausreicht. Das Experiment führte dazu, dass die Briefkästen der Werderaner förmlich überliefen. „Wir hatten an einem Tag 14 Briefe im Kasten, in den zwei Wochen davor aber keinen einzigen“, hatte eine Anwohnerin gesagt. Von einem neuen Zustellmodelltest ist nichts bekannt.

Von Annika Jensen

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