Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Werder (Havel) Havel-Therme soll Traumschiff werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Havel-Therme soll Traumschiff werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 14.05.2019
Für den Ausbau der Havel-Therme in Werder und für den Baustart eines angrenzenden Familienbereiches wurde am Samstag der erste Spatenstich gesetzt. Quelle: Varvara Smirnova
Werder

Es ist wie ein Silvestertag, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) am Samstag in den Havel-Auen beim ersten Spatenstich für die Fertigstellung der Havel-Therme und den Baustart für einen weiteren Familienbereich. Alles Alte fällt von einem ab und etwas Neues beginnt. Auch Bädermeister Andreas Scheuer, dessen Gesellschaft das „wichtigste Zukunftsprojekt für die Entwicklung unseres staatlich anerkannten Erholungsortes“ (Manuela Saß) nun vollenden wird, zieht einen Schlussstrich unter die bislang leidvolle Geschichte des Vorhabens. Er möchte die Havel-Therme zu einem Traumschiff entwickeln, auf dem die Passagiere durch den Mittelmeerraum reisen. Sein Ziel sind begeisterte Badegäste. Das setzt allerdings auch ein begeistertes Team voraus, sagt Schauer. Seine Leute seien mit vollem Herzen dabei. Noch liegt das „MS Havel-Therme“am Großen Zernsee im Dock. Doch im Frühjahr 2021 soll es vom Stapel laufen und seine Jungfernfahrt für die ersten Gäste antreten.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) versuchte sich nach dem Spatenstich auch am Bagger, um die Bauarbeiten an der Havel-Therme zu starten. Quelle: Varvara Smirnova

Rund 16,2 Millionen Euro hat der Rohbau bislang schon gekostet. Für die Fertigstellung muss Werder noch einmal kräftig in die Stadtkasse greifen. Stadtverwaltung und Bädergesellschaft haben einen Festpreis von 24,7 Millionen Euro für den Innenausbau der Halle und den Familienbereich vereinbart. Für den Fall, dass die Bauleute noch verdeckte Mängel aus der Vorgeschichte finden, hat die Stadt einen finanziellen Puffer von zwei Millionen Euro eingerichtet. Ebenfalls einen Festpreis von maximal anderthalb Millionen Euro haben beide Seiten für eine Seesauna verabredet, deren Genehmigung Landrat Wolfgang Blasig (SPD) für die nächste Zeit nicht ausschließen will. Er freut sich, dass Werder – „spät, jedoch nicht zu spät“ – jemanden gefunden hat, der das Projekt zu einem guten Abschluss führt. Den Vergleich mit dem BER will Blasig nicht ziehen.

Therme sollte Sport- und Bildungscampus werden

Bei den Werderaner Linken hält sich die Erleichterung allerdings in Grenzen. Damit sich die vielen Millionen Euro für die Werderaner auch auszahlen, sollte die Therme „Kern eines Sport- und Bildungs-campus“ werden, schlagen sie vor. In dem geltendem Bebauungsplan für die Havel-Auen seien seit langem Sportanlagen ausgewiesen. Außerdem wäre eine Schule in dem Gebiet vorgesehen. Schule und Sporthalle könnten sinnvoll die Therme mit Schwimmbad ergänzen, schlagen die Linken vor. Den Nutzen hätten vor allem Kinder und junge Familien.

Gutachter soll Video prüfen

Zunächst sorgt die Therme aber als Tatort für Diskussionen in Werder. Bürgermeisterin Saß unterstellt dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Stadtmitgestalter“, Meiko Rachimow, im November des vorigen Jahres in die Havel-Therme eingebrochen zu sein. Sie will den Bewerber für einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung auf einem Überwachungsvideo zusammen mit einem weiteren Mann erkannt haben. „Bei der Spurensicherung hat die Polizei festgestellt, dass zwei Wiedergabegeräte entwendet wurden. Die Aufzeichnung eines dritten Gerätes haben wir dann ausgewertet. Als Bürgermeisterin der Bauherrin war ich verpflichtet, Anzeige zu erstatten, und meine Beobachtungen der Polizei mitzuteilen“, sagt Saß. Sie hat bei der ermittelnden Staatsanwaltschaft Akteneinsicht beantragt.

So etwa könnte der Familienbereich der Havel-Therme in Werder später einmal aussehen. Quelle: schauer & Co

Rachimow weist diese Beschuldigung zurück. Im Februar habe die Staatsanwaltschaft, die mittlerweile gegen ihn ermittelt, sein Haus durchsuchen lassen. „Die haben nichts gefunden und auch nichts mitgenommen“, sagt Rachimow. Auch das Haus des zweiten Mannes, der ihm nicht unbekannt sei, wäre etwa zur gleichen Zeit ebenso erfolglos durchsucht worden. Rachimows Anwalt soll ebenfalls Akteneinsicht vor einer Vorladung des Beschuldigten beantragt, aber bislang nicht bekommen haben. Das belastende Video soll bislang nur den Werderaner Stadtverordneten in nicht öffentlicher Sitzung gezeigt worden sein.

Rachimow hatte als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Stadtmitgestalter“, der dem Thermenbau kritisch gegenüber steht, mehrfach Akteneinsicht zum Projekt beantragt, aber nie erhalten. Warum und wie dem gegenüber nun ein internes Überwachungsvideo plötzlich an öffentliche Medien gelangt ist, darüber kann er nur spekulieren. In der kommenden Woche soll er den originalen Mitschnitt von der Stadtverwaltung erhalten. Rachimow will einen Gutachter beauftragen, die Übereinstimmung des Mannes im Film mit seiner Person zu prüfen.

Von Heinz Helwig

Werder (Havel) Neuer Gedenkstein in Töplitz - Weltkugel erinnert an Kriegsopfer

Ein Gedenkstein für die Opfer von Kriegen in aller Welt ist im Werderaner Ortsteil Töplitz enthüllt worden. Für diesen Gedenkstein hatte eine frühere Töplitzerin eine Spende von 60 000 Euro hinterlassen.

10.05.2019

Spatenstich in Werder: Das Bäder-Unternehmen Schauer und Co. startet offiziell mit der Fertigstellung des Millionen-Projektes. Und doch kommt die Havel-Therme aus den negativen Schlagzeilen nicht raus.

12.05.2019

In einigen Ortsteilen von Werder sieht man zurzeit kaum noch Briefträger – zum Ärger der Einwohner. Die Post bestätigt: Derzeit sind zu viele Zusteller krank. Und auch das Baumblütenfest sei schuld.

09.05.2019