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Werder (Havel) Heilig-Geist-Gemeinde sucht den Wechsel
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Heilig-Geist-Gemeinde sucht den Wechsel
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18:13 22.10.2018
Heilig-Geist-Kirche in Werder.
Heilig-Geist-Kirche in Werder. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Werder

Der geplante Kirchenkreiswechsel der Heilig-Geist-Gemeinde Werder vom Kirchenkreis Potsdam zum Nachbarkirchenkreis Mittelmark-Brandenburg wird zum Synodenthema der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Um den Übertritt zum Jahreswechsel möglich zu machen, habe die Kirchenleitung eine Änderung der Finanzregelungen für die Kirchenkreise beschlossen, heißt es in einer Vorlage für die Landessynode, die von Mittwoch bis Samstag zu ihrer Herbsttagung in Berlin zusammenkommt. Die erwarteten finanziellen Verluste für den Kirchenkreis Potsdam durch den Austritt der Gemeinde könnten so von rund 364 000 auf rund 70 000 Euro im Jahr verringert werden.

Werderaner Gemeinde fremdelte im Kirchenkreis Potsdam

Die seit vielen Jahren laufenden Bemühungen, die Heilig-Geist-Gemeinde sinnvoll im Kirchenkreis Potsdam einzubinden und dort zu verankern, hätten „letztlich nicht gefruchtet“, heißt es in dem Papier zur Begründung. Die sozialräumliche Anbindung und die kommunale Zuordnung zur Kommune Werder ermöglichten hingegen eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Kirchengemeinden, die alle zum Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg gehören.

Die Zahl der Protestanten im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg steige durch den geplanten Übertritt um zehn Prozent, hieß es weiter. Der Gemeinde, die den Kirchenkreiswechsel im November 2017 beantragt hat, gehören nach eigenen Angaben rund 3600 Mitglieder an.

Der Kirchenkreis Potsdam hatte sich im Sommer gegen den Austritt der Gemeinde ausgesprochen. Durch den damit verbundenen Rückgang finanzieller Mittel würden auch die Stellen der Krankenhausseelsorge und des Flüchtlingspfarrers in Potsdam gefährdet, hieß es zur Begründung. Nun muss die Synode der Landeskirche entscheiden.

Wurzel des Problemes liegen in der Neuordnung nach 1989

Die Wurzeln des Problems liegen nach Gemeindeangaben in der Neuordnung der früheren DDR-Kommunen nach 1989. Werder und die Gemeinde Glindow hätten in der DDR zum Kreis Potsdam gehört, seien jedoch bei der politischen Neuordnung nach der Wende dem heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark zugeschlagen worden und zugleich kirchenrechtlich beim Kirchenkreis Potsdam verblieben. Über die Lösung des Problems sei mehr als 20 Jahre diskutiert worden, nun soll eine Entscheidung her.

Von MAZ-online