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Werder (Havel) Heiraten ist bald auch auf dem Wasser möglich
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Heiraten ist bald auch auf dem Wasser möglich
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02:33 28.04.2018
Alle Touren starten am Anleger der „MS Bismarckhöhe“ auf der Werderaner Insel auf Höhe der Torstraße 10. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Die „Reederei Bernd Kuhl“ blickt auf eine schwere Zeit zurück. Nach dem Tod des Gründers und Schiffsführers Bernd Kuhl im August 2016 benötigte die Familie viel Zeit und Mühe, um den Betrieb wieder aufzubauen und neu zu strukturieren. Jetzt führt sein Sohn Patrick Kuhl (32) das Unternehmen und ist voller Motivation, das Werk seines Vaters fortzusetzen. Im MAZ-Interview erzählt er, wie die Saison angelaufen ist, ob er selbst einmal Kapitän werden möchte und was auf der „MS Bismarckhöhe“ ab 2019 möglich sein wird.

Patrick Kuhl Quelle: Luise Fröhlich

Herr Kuhl, die Saison hat vor gut einem Monat begonnen – können Sie schon eine erste Bilanz ziehen?

Patrick Kuhl: Es war ein toller Start für uns. Nach fast anderthalb Jahren kommt jetzt die Saison, in der wir auch mental so weit sind, dass wir wieder einsteigen können. Wir sind angekommen und sehr zufrieden mit dem neuen Team, das unser Konzept im Sinne des Familienbetriebs umsetzt und wirklich lebt. Vor dem Blütenfest ist es noch etwas ruhig, aber danach können wir richtig durchstarten.

Wie kam es zu dem Entschluss, das Erbe Ihres Vaters anzutreten?

Sein Tod war ein schwerer Schicksalsschlag für uns, den wir nicht erwartet hatten. Wir haben ihn vorher schon immer unterstützt bei seinem Traum. 2013 hatte er das Schiff nach Werder geholt. Dass wir den Betrieb in seinem Interesse fortführen wollen, stand schnell fest. Es hat dann allerdings sehr lange gedauert bis wir wieder handlungsfähig waren. Rechtlich musste vieles geklärt werden und das Schiff brauchte einen neuen Tüv. Wir haben uns als Familie dieser Aufgabe gestellt – meine Mutter, meine Schwester, ihr Mann und ich. Hier an Bord bin ich nicht traurig, sondern eher stolz, unter seinem Namen zu fahren.

Können Sie das Schiff selbst auch führen?

Nein, ich bin gelernter Kaufmann und leite zwei Geschäfte in der Brandenburger Straße in Potsdam. Ein weiteres steht kurz vor der Eröffnung. Ich bin also kaufmännischer Geschäftsführer der Reederei geworden. Für später könnte ich mir aber auch vorstellen, Kapitän zu sein.

Wie heiraten auf dem Schiff aussehen wird

Im kommenden Jahr bieten Sie auf der „MS Bismarckhöhe“ etwas Neues an. Können Sie es uns schon verraten?

Ja, mittlerweile sind die Verträge unterschrieben. Auf unserem Schiff kann ab 2019 geheiratet werden. Dazu hatten wir gute Gespräche mit der Stadt Werder und dem Standesamt. Jeden dritten Freitag im Monat können sich Paare in der Saison von April bis Oktober während der Fahrt trauen lassen.

Wie wird eine Hochzeit an Bord aussehen?

Im kleinen Salon, der die beste Aussicht hat, stellen wir die Stühle und Tische entsprechend um, so dass 16 bis 18 Gäste Platz finden. Die Gesamtkapazität liegt bei 70 Plätzen. Auf dem Sonnendeck können anschließend Fotos gemacht werden und wer will, kann das Schiff auch für die Feier danach buchen oder sich zum Ort der Feier schippern lassen. Die Idee von der Hochzeit auf dem Schiff hatte schon mein Vater.

Gibt es schon Anmeldungen?

Nein, noch nicht. Aber wer Interesse hat, kann sich gerne schon bei uns melden. Die Termine vergibt dann das Standesamt.

Auch jüngeres Publikum soll sich angesprochen fühlen

Zum Blütenfest bieten Sie eine Sonderfahrt zum Abschlussfeuerwerk an, die nach kurzer Zeit ausverkauft war. Worauf können sich die Gäste in diesem Jahr noch freuen?

Natürlich auf unser täglich Brot – die Panoramafahrten, die gut angenommen werden. Sonderfahrten bieten wir in Zusammenarbeit mit der Gilde der Stadtführer an. Beliebt sind aber auch die individuellen Touren, für die wir das Schiff verchartern. Mit „Werder Ahoi!“ wollen wir zum Beispiel jüngeres Publikum in Werder ansprechen: Auf dieser Fahrt gibt es Musik vom DJ und Cocktails, alles ist in Lounge-Atmosphäre, also nicht so wie auf dem Partydampfer in Potsdam. Das wollen wir auch gar nicht sein.

Welche Seen steuern Sie auf den Touren an?

Bei den Panoramafahrten gibt es drei verschiedene Routen, eine führt zum Schwielowsee, eine zum Glindower See und die andere zum Großen Zernsee. Bei der „9-Seen-Schiffsfahrt“ geht es zum Beispiel Richtung Wannsee über die vielen Potsdamer Seen. Bei den Charterfahrten können ganz individuelle Touren vereinbart werden. Wir erfüllen Sonderwünsche je nach Möglichkeit und wollen vor allem, dass sich die Gäste in familiärer Atmosphäre wohl fühlen. Mein Vater hat sich immer sehr um den persönlichen Kontakt bemüht, das wollen wir beibehalten.

41 Jahre alt

Das Fahrgastschiff der Baureihe Typ 3 wurde 1977 in Köpenick gebaut. Seit 2013 hat es seinen Heimathafen in Werder.

Die Crew besteht aus einem Kapitän, einem Bootsmann und einer gastronomischen Leiterin. In der Saison fährt das Schiff an sechs Tagen in der Woche.

Das Schiff bietet zwei voneinander getrennte Salons und ein Sonnendeck und hat Platz für etwa 70 Personen.

Kontakt: 0179/1 27 61 63

Von Luise Fröhlich

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