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Werder (Havel) Hilferufe der Vereine – ihr Raum ist bedroht
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Hilferufe der Vereine – ihr Raum ist bedroht
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16:20 10.01.2020
Mit 111 Tänzern stellte der Karnevalsverein GCC die größte Tanzgruppe. Dafür braucht er Raum. Quelle: GCC
Glindow

Veranstaltungssaal oder Wohnungen? Die Zukunft des Deutschen Hauses in Glindow ist weiterhin offen. Der 1. Beigeordnete der Stadt Werder und Glindows Ortsvorsteher verhandeln nach wie vor mit dem aktuellen Eigentümer der Immobilie über die künftige Nutzung. Nach außen dringt nichts über die Optionen, aber am Donnerstag erklärte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), ein Ergebnis der Gespräche sei nicht in Sicht. Noch hat der Glindower Carnevalsverein (GCC) die Räume im Ortszentrum unbefristet gepachtet und nutzt sie intensiv. In der Adventszeit veranstaltete der Glindower Verein zudem hier den traditionellen Weihnachtsmarkt – auch dessen Zukunft ist ungewiss.

Beim traditionellen Treffen der Glindower Vereine zum Jahresanfang setzte Christian Bude, der Vorsitzende des GCC, deswegen einen Hilferuf ab: „Die Zukunft sämtlicher kultureller Aktivitäten im größten Ortsteil Werders ist gefährdet, wenn wir keinen Veranstaltungssaal mehr haben.“ Breite Unterstützung erhielt der Chef-Carnevalist von den 14 am Jahrestreffen teilnehmenden lokalen Vereinen. Bürgermeisterin Saß sicherte zu, dass ihr der größte Wunsch der Glindower Vereine sehr am Herzen liege. „Ich bin überzeugt, dass es eine Heimat zum Feiern geben wird“, beruhigte Saß die Gemüter, ohne aber eine konkrete Aussage zu treffen. Auch Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm versicherte: „Wir werden eine gute Lösung finden.“ Die kommenden sieben Veranstaltungen des GCC im Januar und Februar in der ehemaligen Gaststätte sind sicher. „Aber wir wissen nicht, wie es weitergeht“, berichtete Christian Buge. „Dabei wollen wir 2021 ganz groß unseren 66. Geburtstag feiern.“

Auch Schützen und Feuerwehrförderverein wären betroffen

Nach den Höhepunkten der 65. Session ist vor den nächsten Karnevalsfeiern. Die aufwendigen Vorbereitungen für die Shows beginnen im März. „Dann brauchen wir Klarheit, wie es mit den von uns genutzten Räumen weitergeht“, sagte Buge und sprach damit ein heikles Thema an. Denn alternative Veranstaltungsorte habe Glindow nicht zu bieten, so Buge. Der Saal biete Platz für 199 Gäste, das sei für ihr Bühnenprogramm ein wunderbares Zuhause. Und das Haus ist voll ausgelastet, denn hinzukomme, dass hier die zahlreichen Tanzgruppen der Glindower Karnevalisten täglich trainieren. Man habe für den Havelort im vergangenen Jahr sogar einen Weltrekord aufgestellt: Mit 111 Tänzern wurde bei einer Veranstaltung des Karnevalverbandes Mark Brandenburg in Falkensee die „größte Tanzgarde der Welt“ aufgestellt.

Aber nicht nur der Carnevalsclub mit mehr als 150 Mitgliedern und 62 aktiven Kindern leidet unter der unsicheren Situation, der Schwebezustand belastet alle Vereine. „Wir brauchen eine kulturelle Begegnungsstätte im Ort“, bekräftigte zum Beispiel der Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr, der erst 2018 gegründet wurde, seine Mitgliederzahl aber bereits von 20 auf 40 verdoppeln konnte. Auch der Vorsitzende des Schützenvereins meldete Bedarf an.

Von Gesine Michalsky

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