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Werder (Havel) Hühner begeistern Werderaner Senioren
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Hühner begeistern Werderaner Senioren
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06:17 14.08.2019
In der Seniorenresidenz „Blütentraum“ leben zurzeit vier Hühner – zur Freude der Senioren. Quelle: Gabriele Spiller
Werder

Noch bis in den Oktober dürfen die vier Miethühner auf den Grünflächen des Senioren- und Pflegewohnparks „Blütentraum“ in der Straße Am Strengfeld wohnen. „Jeden Tag erfreuen sich Bewohner, Angehörige und Gäste am wilden Treiben der Hühnchen“, sagt Einrichtungsleiterin Bärbel Kolkwitz.

Erinnerungen an die Kindheit

Seit vier Wochen leben die schwarzen, braunen und weißen Hennen im Innenhof der Anlage. Ihre pure Anwesenheit ist schon ein solcher Erfolg, dass ihr Engagement um vier Wochen verlängert wurde. „Da viele Bewohner früher selbst Bauernhöfe mit Tierhaltung hatten, werden Erinnerungen an die damalige Zeit geweckt“, berichtet Kolkwitz. Die Tiere regen zu Gesprächen an und sorgen für einen kurzweiligen Aufenthalt an der frischen Luft.

Gerhard Schubert ist einer Zuschauer, der mit Landwirtschaft vertraut ist. Seine ersten Erfahrungen mit Hühnern habe er als sechstes Kind seiner Eltern auf dem heimischen Hof gemacht. Auch Getreide und Kartoffeln habe man angebaut. Aus Niederschlesien kam die Familie 1945 als Flüchtlinge einst nach Beelitz, erzählt er. Später habe er als Zimmermann gearbeitet und den Betrieb vor einigen Jahren an seinen Sohn übergeben. Während der 83-Jährige die unter einer großen Drahtglocke herumlaufenden Hühner betrachtet, erwähnt er auch, dass er keine gekochten Eier mehr esse – nur die eigenen hätten gut geschmeckt. „Nachdem ich mal ein Erlebnis mit einem Ei hatte, das nach Fisch geschmeckt hat, habe ich keine Eier mehr eingekauft“, sagt er.

Bis zu vier Eier am Tag

Die Gasthühner legen täglich drei bis vier Eier, berichtet Mandy Tolle, stellvertretende Leiterin des sozialen Diensts. „Wir sammeln sie ein, bereiten sie zu und verteilen Kostproben.“ Mit ihren Kolleginnen wurde sie vom Hühnervermieter in den sachgerechten Umgang mit den Vögeln unterwiesen. „Sie sind immer aktiv, spätestens ab 7 Uhr wollen sie aus ihrem Holzstall heraus und haben Hunger“, sagt die Mitarbeiterin. „Erst bei Sonnenuntergang kehrt Ruhe ein.“ Eine Rangordnung habe sie nicht beobachtet, es scheint ein eingespieltes Team zu sein.

Die Senioren dürfen die Tiere füttern, mit Weizen als Leckerei oder sogar mit Krümeln ihres eigenen Nachmittagssnacks, einer frisch gebackenen Waffel. Manche Bewohner betrachten die aufgeregt herum rennenden Hühner still, andere werfen ihnen Brocken zu. Mal baden die Hennen in ihrer speziellen Wanne – einer großen Kunststoffbox –, mal ziehen sie sich auf ein Bett aus Sägespänen zum Eierlegen zurück. Alle 14 Tage muss der portable Käfig auf ein frisches Stück Rasenfläche gerückt werden, da der Boden in der Zeit gut von den Tieren „bearbeitet“ worden ist.

Aktion soll wiederholt werden

Mandy Tolle geht davon aus, dass die Aktion im kommenden Jahr noch größer aufgezogen werden kann. Bewohner Herr Elss, ehemals aus Potsdam, wünscht sich beispielsweise Kaninchen, wie er sie früher gehabt hat. Aber auch das Hühnerprojekt findet er „interessant“. Die Tierliebe im „Blütentraum“ gilt auch für den Therapiehund Anton, der die Bewohner einmal in der Woche zum Streicheln und Spielen besucht. „Die Tiere werden von den Senioren ausnahmslos angenommen“, sagt Mandy Tolle, „einige haben sogar schon gefragt, warum wir keinen Hahn haben.“

Von Gabriele Spiller

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