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Werder (Havel) Das wünschen sich die Bürger für Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Das wünschen sich die Bürger für Werder
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20:07 25.09.2019
Es wurde viel diskutiert beim 2. Stadtgespräch in Werder über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Quelle: Annika Jensen
Werder

Eine bessere Anbindung der Radwegeverbindung zwischen den Ortsteilen, Begegnungszentren in den Ortsteilen und bedarfsgerechte Angebote des Busverkehrs auch zu späten Zeiten: Etwa 80 Werderaner hatten in dieser Woche beim zweiten öffentlichen Stadtgespräch eine Menge Ideen, was sich unternehmen ließe, um Werder noch lebenswerter zu machen.

Prioritätenliste bis 2035

Eingeladen hatte die Stadtverwaltung. Sie hatte vor über einem Jahr das Büro für Kommunalberatung Complan mit dem Prozess hin zu einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept beauftragt. Was hinter diesem Wortungetüm steckt, ist essenziell, um Fördergeld des Landes zu erhalten. „Am Ende steht eine Prioritätenliste für die Zeit bis 2035, die dem Land zeigt, dass wir uns mit der Entwicklung unserer Stadt ernsthaft auseinandersetzen“, sagt der erste Beigeordnete der Stadt, Christian Große (CDU).

„Und integriert heißt hier, dass wir die Themen Bauen und Verkehr zum Beispiel nicht einzeln betrachten, sondern bei allen Vorhaben mit einem ganzheitlichen Ansatz vorgehen.“ Dass etwa der Bau einer Kita auch den umliegenden Fahrradweg berücksichtigt.

2. Stadtgespräch in Werder zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept Quelle: Annika Jensen

Vor einem Jahr fand das erste Stadtgespräch statt. Inhalt waren die Anregungen, Hinweise und Kritikpunkte der Bürger. Sie wurden gefragt: Wo gefällt es Ihnen am besten und wo eher weniger? Nach dem Treffen begann für die Kommunalberater die Analyse. Ergebnis dessen sind acht zentrale Vorhaben, die sie sich für die Stadt Werder gut vorstellen können: 1. Eine gemeinsame Mitte, also der Kernstadtbereich, Bahnhof und sein Umfeld, 2. Entwicklungsschwerpunkt Glindow, 3. Wohnen, 4. Begegnungsräume für soziale und kulturelle Vielfalt, 5. Stadtgrün mit Qualität, 6. Klimakommune Werder, 8. Identität nach innen und außen.

Für den „Entwicklungsschwerpunkt Glindow“ beispielsweise machten die Kommunalberater neben dem Erhalt des Kiezes Themen wie ein Ortsentwicklungskonzept, eine Ortsumfahrung, ein Tourismuskonzept für die Glindower Alpen mit Ziegeleiumfeld und den Bildungscampus mit einer Mehrzweckhalle aus. Unter dem Stichwort „Gemeinsame Mitte“ stellen sie sich indes die Belebung des Marktplatzes der Inselstadt vor, sowie ein Mobilitätskonzept für die Insel, ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept oder die Gestaltung einer Achse vom Plantagenplatz über das Lindowsche Haus zur Bismarckhöhe im Fokus der Stadtentwicklung.

In Phöben fehlt ein Begegnungszentrum

Drei Stationen waren aufgebaut, an denen die Bürger mit Mitarbeitern des Kommunalbüros und der Verwaltung ins Gespräch kamen. Außerdem war ein vierter Aufsteller bereitgestellt. Auf dem stand in großen Buchstaben „Was fehlt?“. Dort konnten die Bürger all ihre Anregungen unterbringen, die sich an den anderen Tafeln nicht anbringen ließen.

Eine 46-jährige Frau aus Phöben nutzte diese Gelegenheit. Sei schrieb auf einen kleinen Zettel, dass in allen Ortsteilen, außer in Glindow, Räume fehlten, in denen sich die Menschen, jung und alt, treffen können. „Wir haben in Phöben kein Begegnungszentrum. Ich finde einfach, dass die Ortsteile relativ unbetrachtet bleiben.“ Außerdem störe sie die Anbindung der Ortsteile an den öffentlichen Nahverkehr. „Wenn man in der Kernstadt Angebote bündelt, dann müssen die doch auch erreichbar sein“, sagt sie. „Da fehlt es an bedarfsgerechten Busangeboten, auch zu späteren Zeiten.“

Das 2. Stadtgespräch in Werder über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Quelle: Annika Jensen

Sämtliche Anregungen und Vorschläge fließen natürlich in die weitere Arbeit der Kommunalberater und der Verwaltung ein. Doch damit endet der Input der Bürger nicht. „Es ist ein fortlaufender Prozess, in dem wir uns den verändernden Bedürfnissen immer anpassen müssen“, sagt Stefan Marten, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung und Marketing in der Verwaltung.

Als nächstes gehen die bisherigen Ergebnisse des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) in die Trägerbeteiligung. Dann urteilen Land und Landkreis darüber. Und schließlich beschließt die Stadtverordnetenversammlung die einzelnen Maßnahmen. Davon könnte eine sein, die Potsdamer Straße und die Adolf-Damaschke-Straße zu Einbahnstraßen umzuwandeln, um mehr Platz für den Radverkehr zu schaffen. Wie es die CDU-Fraktion vorschlägt.

Christian Große zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Prozess. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Insek Fördergeld zugebilligt bekommen.“

Von Annika Jensen

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