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Werder (Havel) Jahresausblick 2020: Was wird für Werder, Schwielowsee und Groß Kreutz wichtig?
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17:31 13.01.2020
Zwei Flügel und viele Zugänge zum Garten: So soll die neue Kita in Caputh bald aussehen. Quelle: visualisierung: GKK & Partner, Berlin
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Werder/Schwielowsee/Groß Kreutz

Mehr Wege für Radfahrer, mehr Platz für Schüler und ein womöglich anders geregelter Verkehr: Die Stadt Werder und die Gemeinden Schwielowsee und Groß Kreutz stehen vor einigen Veränderungen im Jahr 2020.

Insek: Werder will sich weiterentwickeln

In Werder will die Verwaltung in diesem Jahr die Planung für ihr integriertes Stadtenwicklungskonzept, kurz Insek, abschließen. Es ist ein Mammutprojekt, das die Stadt seit April 2018 in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro complan Kommunalberatung umsetzen will und es umfasst die nächsten 15 Jahre. Das Projekt will die Frage beantworten: Wie soll sich Werder weiterentwickeln?

Eine bedeutende Frage, bedenkt man den rasanten Bevölkerungszuwachs in der Havelstadt in den vergangenen 30 Jahren. Lebten 1990 noch rund 10.500 Menschen in Werder, sind es heute über 15.000 mehr. Bei der Insek-Planung sind die Bürger eingebunden. Im September konnten sie unter anderem erste Ergebnisse kommentieren. Derzeit überarbeitet complan den aktuellen Stand. Voraussichtlich im Frühjahr sollen die Stadtverordneten das Konzept beschließen.

Brücke über Zernsee soll fahrradfreundlicher werden

Zudem will die Stadt die Radwegebrücke über den Zernsee benutzerfreundlicher gestalten. Die Treppe, über die die Radler ihre Zweiräder bislang umständlich auf die Brücke und wieder herunter tragen mussten, soll verschwinden. Das Bauwerk soll in Zukunft eine sogenannte bodengleiche Brücke werden. Dann können die Fahrradfahrer über eine Rampe rauf- und runterfahren. Der Umbau ist Teil des „Stadt-Umland-Wettbewerbs“, bei dem die Stadt Werder mit der Stadt Potsdam zusammenarbeitet und der mit Geld der Europäischen Union gefördert wird.

Der Ausbau der Radwege insgesamt in Werder wird vermutlich auch Thema im Verkehrsentwicklungskonzept sein, das die Verwaltung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte von den Stadtverordneten beschließen lassen möchte. Es ist ein Politikum in der Stadt. Immer wieder fordern einzelne Politiker singuläre kurzfristige Maßnahmen, die schnell für Abhilfe sorgen sollen. Wie die Umwandlung der Potsdamer Straße und der Adolf-Damaschke-Straße zu Einbahnstraßen, um so mehr Platz für die Radfahrer zu ermöglichen. Und immer wieder verweisen andere Politiker in solchen Fällen auf die Planungen des Verkehrsentwicklungskonzeptes. Doch die sind kompliziert. Denn jede Maßnahme in einem Verkehrsnetz hat Folgen. So will das beauftragte Planungsbüro PST Verkehrsströme analysieren und herauszufinden, welche Maßnahme welche Folgen haben könnte. Um so wiederum planen zu können, wie sich der Verkehr in Werder neu regeln ließe.

Kleineres Blütenfest für 2020

Außerdem wird in diesem Jahr erstmals das Baumblütenfest nicht so stattfinden wie es seit Jahrzehnten gefeiert wird.Es wird stark reduziert in den Höfen und Gärten sowie auf dem Plantagenplatz und der Bismarckhöhe stattfinden. Derzeit läuft ein Einwohnerbeteiligungsverfahren, um herauszufinden, wie das Fest ab 2021 veranstaltet werden soll. Drogen- und Alkoholexzesse waren der Verwaltung zu viel geworden.

In der Adolf-Damaschke-Straße wird die Haus- und Grundstückgesellschaft (HGW) mit dem Bau einer neuen Kita beginnen. Ihre Eröffnung dürfte für weitere Entspannung in Bezug auf die mangelnden Kita-Plätze in Werder sorgen. Vor wenigen Wochen war die Kita „Zauberwald“ in Glindow eröffnet worden. Dort haben 100 Kinder Platz. In der zweiten Kita in der Adolf-Damaschke-Straße – es gibt dort schon eine mit Platz für 100 Kinder – sollen 200 Kinder betreut werden können. Voraussichtlich im Jahr 2021 soll sie eröffnet werden.

In Schwielowsee werden Kitas und eine Schule ausgebaut

In Schwielowsee steht in diesem Jahr der Ausbau der Bildungsinfrastruktur an erster Stelle. In den Osterferien soll der Anbau der Grundschule in Geltow abgeschlossen sein. Das passiert später als ursprünglich geplant. Eigentlich sollten die Schüler schon im Herbst letzten Jahres in die neuen Räume einziehen können. Direkt im Anschluss will die Verwaltung mit der Sanierung des alten Gebäudes beginnen. Zudem wird der Anbau der Kita in Ferch fertiggestellt und der Bau der Kita in Caputh, an der Michendorfer Chaussee, durch die Diakonie begonnen. Kerstin Hoppe (CDU) teilte auf Anfrage der MAZ zudem mit, dass in diesem Jahr Planungen anstehen, um mehr Räume in der Grundschule Caputh zu schaffen.

Zudem beginne der Verein Johanniter-Unfallhilfe mit dem Bau seiner Kita in Geltow, so Hoppe. Die vormals als sogenannte Bundeswehr-Kita bekannte Einrichtung hatte im April letzten Jahres ihren Träger verloren. Seit Mitte September ist bekannt: Die Johanniter-Unfallhilfe springt ein und baut eine familienorientierte Kindertageseinrichtung, wie es im entsprechenden Beschluss der Gemeindevertreter heißt. Es wird keine normale Kita sein, denn: fünf der insgesamt 92 sollen über Nacht, in der Zeit von 20 bis 6 Uhr, in der Einrichtung betreut werden können. Außerdem sollen 15 Kinder zwischen 17 und 20 Uhr betreut werden können. Das Grundstück wird die Gemeinde der Bundeswehr abkaufen. Es ist der hintere Teil des Parkplatzes gegenüber der Henning-von-Tresckow-Kaserne.

Groß Kreutz bekommt ein neues Feuerwehrgerätehaus

Auch in Groß Kreutz können sich die Kinder auf mehr Platz freuen. Dort wird derzeit im Ortsteil Jeserig die Kita ausgebaut. In diesem Jahr sollen die Zwerge einziehen können. Den Anbau der Schule in Jeserig will die Gemeindeverwaltung demnächst ausschreiben. Noch in diesem Jahr will sie mit den Bauarbeiten beginnen. Die Schule in Große Kreutz soll dagegen weiter saniert werden. Zudem steht die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses im Ortsteil Krielow an und die Errichtung von vier Feuerwehrbrunnen. Das Feuerwehrgerätehaus in Krielow, für das Anfang November die Gemeinde das Richtfest feierte, soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Außerdem will die Gemeindeverwaltung in diesem Jahr den Bau eines Radweges vom Bahnhof Götz bis zum Havelradweg ausschreiben. Mit dem Baubeginn plant sie noch in diesem Jahr.

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Von Annika Jensen

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