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Werder (Havel) Kunst in Werder: Unbekannter Künstler identifiziert
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel)

Kunst in Werder: Unbekannter Künstler identifiziert

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16:41 16.07.2020
Werke von Karlheinz Grabitzky in der Stadtgalerie.
Werke von Karlheinz Grabitzky in der Stadtgalerie. Quelle: foto: Stadt Werder
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Werder

Karlheinz Grabitzky. Nach seinem Namen suchte der Kurator des Kunstgeschosses in Werder, Frank W. Weber, seit zwei Jahren. Nun ist er gefunden. Von ihm stammen rund 600 Gemälde auf Papier und Leinwand. Das teilte die Stadtverwaltung Werder mit und gab gleichzeitig bekannt: 74 Werke des umfangreichen Schaffens von Karlheinz Grabitzky sind seit Mittwoch in der Ausstellung „unbekannt verkannt“ in der Stadtgalerie im Schützenhaus zu sehen.

Es ist zwei Jahre her, als der bekannte Werderaner Künstler und Kurator des Kunst-Geschosses, Frank W. Weber, gebeten wurde, einen künstlerischen Nachlass in Werder zu begutachten. Das passiert immer wieder mal. „Ein in sich schlüssiger Bestand kommt aber selten vor“, sagt Frank W. Weber.

Karlheinz Grabitzky verstarb 2018 in Werder

Karlheinz Grabitzky lebte seit 2005 in Werder, wo er im Juli 2018 verstarb. Sein Jugendwunsch, Kunst zu studieren, wurde dem 1940 in Brandenburg/Havel Geborenen von seiner Familie verwehrt. Sein Leben sollte in anderen Bahnen verlaufen. Seine Lehrausbildung und der Abschluss als Dekorateur waren eine gute Grundlage für seine spätere individuelle Beschäftigung mit der Bildenden Kunst. An verschiedenen Lebensstandorten richtete er sich kleine Ateliers ein, so auch in seiner letzten Wahlheimat Werder.

Mit den in der Stadtgalerie ausgestellten figürlich-formalistischen Bilder wollte Grabitzky Botschaften vermitteln. Doch wie der Name des Künstlers zunächst unbekannt blieb, so geben auch die intensiven Werke ihr Geheimnis nicht ohne Weiteres preis. Frank W. Weber sagt dazu: „Da Karlheinz Grabitzky seine Werke in den seltensten Fällen selbst betitelte, bleibt uns einiges verborgen. Genau darin liegt der Reiz seines Gesamtwerkes. Der Rezipient fühlt sich durch Titelvorgaben nicht ,bevormundet‘ und kann sich vorurteilsfrei der Betrachtung hingeben. Wie Geheimcodes müssen seine Bilder jetzt dechiffriert werden.“

Von MAZonline