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Werder (Havel) Ladesäulen ohne Kundschaft?
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Ladesäulen ohne Kundschaft?
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19:49 20.11.2019
In Werder nahmen EMB-Geschäftsführer Jens Horn und Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) Ende voriger Woche die neuen Ladesäulen in Betrieb. Quelle: Stadt Werder
Werder

Drei neue Ladesäulen mit jeweils zwei Anschlüssen gibt es seit neuestem in Werder. Anfang Dezember kommt die nächste in Kloster-Lehnin hinzu. An weiteren sieben Standorten in Potsdam-Mittelmark sind bereits zusätzliche Ladestationen geplant. „Aktuell verfügen wir über 28 öffentliche Säulen mit 56 Ladepunkten“, fasst Ralf Schwarzer, Koordinator Klima und Energie der Kreisverwaltung, zusammen. Hinzu kommen privat angebotene Säulen etwa vor Geschäften. In Potsdam gibt es aktuell 19 Ladesäulen mit 44 Steckdosen.

Strom aus reiner Wasserkraft

Die Landeshauptstadt, der Landkreis und das Land Brandenburg stehen auch im bundesweiten Vergleich gut da. „Der Strom für unsere 12.000 bis 15.000 Euro teuren Ladestationen stammt ausschließlich aus 100 Prozent Wasserkraft“, sagt Jens Horn, Geschäftsführer der EMB Mark Brandenburg, welche die Säulen in Werder und Kloster Lehnin wie in Kleinmachnow, Schönwalde-Glien oder Wustermark betreibt. Kostenpunkt für den Verbraucher: bislang pauschal sieben Euro pro Aufladung, ab nächstem Jahr 40 bis 45 Cent pro Kilowattstunde. „Macht für einen Kleinwagen um die acht Euro, für ein großes Fahrzeug wie einen Tesla beispielsweise 40 bis 45 Euro pro Vollladung“, rechnet EMB-Pressesprecher Jochen-Christian Werner vor.

Die meisten E-Auto-Halter im eher ländlichen Gebiet laden ihre Gefährte meist über Nacht daheim. „Die Säulen sorgen aber in jedem Fall für eine sichere Rückkehr vom Arbeitsplatz und schaffen auch Besuchern und Touristen die notwendige Mobilität“, fügt Werner hinzu.

Die elf Kilowatt starke sogenannte Wallbox für Privatleute ist für 700 bis 800 Euro zu haben. Bisher meist nur für Grundstückseigentümer gedacht, gewinnt sie beispielsweise in Potsdam auch zunehmend Bedeutung für Tiefgaragen. Auch Unternehmen stellen bereits solche Ladestationen für ihre Mitarbeiter auf.

Schnelle ladende Säulen sind beliebter

Weit schneller sind da allerdings die gängigen 22 Kilowatt kräftigen öffentlichen Ladestationen, an denen das Laden vier bis fünf Stunden benötigt. Beliebter werden auch die 50-Kilowatt-Säulen mit nur noch 45 bis 60 Minuten Ladezeit. Sofern mit den einzelnen E-Fahrzeugen kompatibel, denn deren Batterien bestimmen letztendlich das Ladetempo. Und wenn man das Glück hat, der erste an der Säule zu sein. Die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes hat eine Online-Karte mit Ladesäulen erstellt, die alle sechs Monate aktualisiert wird (e-mobiles-brandenburg.de)

Bislang sind im Landkreis Potsdam-Mittelmark 410 E-Autos gemeldet. Bundesweit beträgt der Anteil an der Kfz-Flotte 3,2 Prozent. Für die breite Masse sind die Elektroautos zu teuer in der Anschaffung, die Auswahl ist zu gering und die Reichweiten zu niedrig. Denn welcher Kunde hat schon die Zeit und Lust, sich auf längeren Routen stets nach Ladesäulen umzuschauen, sich im Extremfall stundenlang an diesen aufzuhalten oder gar Hotelnächte zum Aufladen einzuplanen?

Enttäuschung über tatsächliche Reichweite

„Schon beim morgendlichen Verlassen der Garage zeigte uns das Fahrzeug deutlich geringere Reichweiten als vom Hersteller angegeben an“, berichtet ein Werderander, der jüngst ein E-Mobil getestet hat, der MAZ und davon enttäuscht ist. „Als dann noch Heizung, Frontscheibengebläse, Radio oder Beleuchtung liefen und etwas Gepäck oder die Kinder dazu kamen, reduzierte sich die Reichweite gleich mal um die Hälfte“, so seine Erfahrung.

„Die Hälfte scheint uns etwas zu hoch gegriffen, aber ein Drittel ist schon möglich“, sagte auch ein Sprecher von Volkswagen, „der neue Golf ID.3 ist offiziell für maximal 330 Kilometer ausgelegt, 230 Kilometer garantieren wir.“ Ganz entscheidend sei aber auch der Fahrstil, sagen mehrere Experten auf Nachfrage.

Und noch etwas sollte der Verbraucher nicht übersehen: Große Batterien liegen meist deutlich über den Preisen des Basismodells, hilfreiche Extras wie etwa eine stromsparende Wärmepumpe kosten um die 1000 Euro mehr. Die Batterie muss nach Herstellerangaben nach acht bis zwölf Jahren oder 150.000 bis 200.000 gefahrenen Kilometern wegen Altersschwäche ausgetauscht werden. Eine neue kostet zwischen 8000 und 30 000 Euro.

Erhältliche E-Autos

Derzeit sind folgende Modelle in Deutschland auf dem Markt (mit Reichweite und Grundpreis nach Herstellerangaben).

Audi

E-tron: 411 Kilometer, 80.000 €

E-tron Sportback: 446 km, 83.000 €

BMW

i3: 359 km, 38.000 €

i3s: 340 km, 41.600 €

Ford

Mustang Mach-E: 450 km, 41.900 €

Hyundia

Ionig Elektro: 311 km, 34.900 €

Kona Elektro: 289-449 km, 34.400 €

Kia

e-soul 276 km, 33.990 €

e-Niro 289 km, 35.290 €

Mercedes

eVito Tourer: 180 km, 45.710 €

EQC: 460 km, 71.281 €

Nissan

e-NV200: 275 km, 43.433 €

Leaf: 270 km, 36.800 €

Leaf+: 385 km, 44.700 €

Opel

Corsa-e: 337 km, 29.900 €

Renault

Zoe: 316 km, 21.900 €

Kangoo Z.E.: 230 km, 20.820 €

Master Z.E.: 193 km, 59.900 €

Skoda

Citygo: 250 km, 20.900 €

Smart

EQ fortwo: 150 km, 21.940 €

forfour: 150 km, 22.600 €

Tesla

3: 530 km, 44.390 €

Y: 540 km, 56.000 €

S: 610 km, 86.800 €

X: 507 km, 91.700 €

Toyota

Miral: 500 km, 78.600 €

VW

E-Golf: 233 km, 31.900 €

E-Up: 260 km, 21.975 €

Der Bund fördert den Kauf eines Autos mit 4000 Euro (demnächst 6000 Euro).

Von Sönke Braun

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