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Werder (Havel) Welche Straßen am lautesten sind
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Welche Straßen am lautesten sind
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19:13 21.09.2018
Die Anwohner der Berliner Straße in Werder haben Tag und Nacht viel Auto- und Lkw-Verkehr vor der Tür. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

An drei Straßen in Werders Stadtbereich müssen besonders viele Menschen besonders viel Lärm ertragen. Die Schwerpunkte liegen der dritten Stufe des Lärmaktionsplanes zufolge an der Eisenbahnstraße, Unter den Linden und an der Dr.-Külz-Straße in Glindow. Für diese Bereiche schlagen die Planungsbüros, die das Skript erstellt haben, kurzfristige und mittelfristige Lösungen vor. Mit einstimmigem Beschluss der Stadtverordneten von Donnerstagabend wird der Entwurf des Lärmaktionsplanes jetzt öffentlich ausgelegt und an die Behörden geschickt, die Stellung nehmen sollen. Auch Anwohner können sich im Zuge dessen mit ihren Hinweisen einbringen.

In die dritte Stufe des Lärmaktionsplanes fließen einerseits Daten von Hauptverkehrsstraßen, auf denen jährlich mehr als drei Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs sind, und andererseits Werte von Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30 000 Zügen im Jahr. Für Werder trifft das auf die A 10, die B 1, die L 90 und die Bahnstrecke MagdeburgBerlin (IC 56 und RE 1) zu. Weil die verwendeten Verkehrsdaten aus dem Jahr 2013 stammen, will die Stadt im Herbst eigene Messungen durchführen und anhand diesen prüfen, wie aktuell die fünf Jahre alten Zahlen sind, heißt es in dem Entwurf. Im Lärm-Ranking der Blütenstadt ganz oben steht die A 10. Täglich passieren sie bis zu 73 140 Kraftfahrzeuge. Auf der Berliner Straße und der Berliner Chaussee sind es etwas mehr als 15 000, auf der Dr.-Külz-Straße 12 700 und auf der Potsdamer Straße sowie auf der Straße Unter den Linden 11 500.

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Tempo 30 ganztags oder in der Nacht

An den Lärmschwerpunkten Eisenbahnstraße, Unter den Linden und der Dr.-Külz-Straße sind die Belastungen bei Lärmpegeln von mehr als 70 Dezibel am Tag und mehr als 60 Dezibel in der Nacht sehr hoch. Schwerpunkte sind sie deshalb, weil dort viele Menschen von dem Straßenlärm betroffen sind. Für die Eisenbahnstraße schlagen die Planer als mögliche Sofortmaßnahme vor, das Tempolimit zwischen der Adolf-Damaschke-Straße und der Brandenburger Straße auf 30 Stundenkilometer zu senken. Auf dem nördlichen Abschnitt gilt bereits jetzt montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr Tempo 30. Mittelfristig kann der weitere Ausbau der Straße ab dem Bahnhof mit einem neuen Belag und einem zweiten Fahrradschutzstreifen für Lärmminderung sorgen. Für die Straße Unter den Linden käme dem Entwurfsplan zufolge zwischen Brandenburger Straße und der Potsdamer Straße ganztags Tempo 30 infrage. Auch die Dr.-Külz-Straße könnte Tempo 30 in der Nacht zwischen der Glindower Dorfstraße und der Friedrichstraße entlasten.

Laut Eisenbahnbundesamt sind etwa 650 Werderaner in der Nacht von Zuglärm zwischen 45 und 50 Dezibel an der Strecke MagdeburgBerlin betroffen. Mehr als 75 Dezibel sind am Tage zehn Menschen ausgesetzt, in der Nacht niemand.

Der aktuelle Lärmaktionsplan zeigt unter anderem auch, welche Maßnahmen aus den ersten beiden Stufen bereits umgesetzt wurden. Gegenstand der ersten Stufe war nur die Autobahn. Im Ergebnis sollte an den Anschlussstellen Groß Kreutz, Phöben, Leest und an der Havelbrücke Flüsterasphalt aufgebracht werden. Das ist laut Landesbetrieb Straßenwesen beispielsweise bislang nicht umgesetzt worden. Die zuständigen Baulastträger sind dazu nicht verpflichtet.

Von Luise Fröhlich