Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Werder (Havel) Neue Lösung für den Tunnel gefunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Neue Lösung für den Tunnel gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:33 14.11.2018
Der Bahnübergang zählt zu den ungeliebtesten Stellen im Stadtgebiet. Gerade im Berufsverkehr staut es sich oft erheblich.   Quelle: Luise Fröhlich
Anzeige
Werder

Noch hat das endlose Warten an Werders Schranken kein Ende, aber es rückt etwas näher. Dank eines Vorstoßes der Stadt Werder kann das Planfeststellungsverfahren für den Bau des Tunnels entlang der Phöbener Straße bald beginnen. Das teilte das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung am Mittwoch mit. Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) und Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) haben sich darauf geeinigt, dass die Stadt Werder zum Teil Baulastträger des zweiten Tunnels für Radfahrer in Fußgänger am Bahnhof wird. Das Land behält die Planungshoheit und die Stadt soll die Unterführung später unterhalten.

Diese Lösung hat mehrere Vorteile: Das Land kann den Bau des Tunnels mit Fördermitteln unterstützen und die Bahn, mit der lange über diesen zweiten Tunnel diskutiert wurde, ist entlastet. Zusätzlich will das Land die Stadt bei der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes und beim Bau eines zweiten Parkhauses unterstützen. Die Kosten für den Auto- und Lkw-Tunnel teilen sich weiterhin Land, Bund und Bahn. „Ein Ende der langen Wartezeiten an der Bahnschranke ist das wichtigste verkehrpolitische Thema in Werder. Stadt und Land haben die Hürden, die von der DB Station & Service AG zuletzt gesehen wurden, beseitigt“, sagte Manuela Saß.

Anzeige

„Für weitere Diskussionen keine Zeit“

Wie berichtet, hatte sich in der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens gezeigt, dass der Platz westlich und östlich der L 90 nur für einen Autotunnel ausreicht. Deshalb wird ein zweiter Tunnel gebaut, durch den Fußgänger und Radfahrer künftig auch barrierefrei zum gegenüberliegenden Bahnsteig gelangen. Besucherströme wie zum Baumblütenfest könnten somit besser und sicherer geleitet werden, so das Ministerium. Die Bahn will den bestehenden Tunnel behalten und war der Ansicht, der Zugang zum Bahnhof sollte bleiben, wie er ist, wie ein Sprecher der MAZ mitgeteilt hatte. Der Grund: Pendler sollen keine Umwege nehmen müssen oder zu gefährlichen Abkürzungen über das Gleisbett verleitet werden. Mit dem neuen Tunnel wäre der Weg etwa 30 Meter länger.

Im Sommer hatte die Bahn erneut Diskussionsbedarf angemeldet, Gespräche zogen sich nach Angaben der Bürgermeisterin über Monate in die Länge. „Am Bahnübergang Werder herrscht ein entsetzliches Chaos. Für weitere Diskussionen bleibt angesichts der jahrelangen Verzögerungen keine Zeit mehr“, sagte sie in einer Mitteilung im August. Als Baulastträger des neuen Radfahrer- und Fußgängertunnels übernimmt die Stadt nun eine Aufgabe der DB Station & Service AG, um den Bau der Unterführung des Bahnüberganges voranzutreiben.

Drei Jahre Bauzeit

„Für die Verkehrsteilnehmer in Werder ist das eine gute Lösung. Jetzt kommt es darauf an, die Planungen zügig zu Ende zu bringen, damit die Umsetzung Anfang der 2020er Jahre starten kann“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider. Das Planfeststellungsverfahren ist nötig, um das Bauvorhaben überhaupt auf den Weg zu bringen. Betroffene, Behörden und Verbände können dabei Stellung zu den Plänen nehmen. Die Bauarbeiten des nach jüngsten Angaben rund 20 Millionen Euro teuren Projektes sollen drei Jahre dauern. Im Juni 2017 war von einer Fertigstellung 2025 die Rede.

Manuela Saß wagt mit dieser Lösung für den Tunnel weiter in die Zukunft zu blicken: „Das Mobilitätskonzept der Stadt kann nun weiter entwickelt werden.“ Die Havelauen, die in den vergangenen Jahren beachtlich an Bevölkerung zugenommen haben, wären zudem mit der Unterführung endlich ein zeitgemäß angeschlossener Stadtteil. Auch die Sicherheit der mehr als 2500 Bewohner würde sich erhöhen, wenn die Rettungswagen nicht mehr an den Schranken stecken bleiben und dadurch bei den Hilfsfristen ins Straucheln kommen.

Am Mittwochabend stellt Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenwesen, die neue Lösung dem Bauausschuss in Werder vor.

Von Luise Fröhlich