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Werder (Havel) Notrufsäule als saniertes Relikt vor Werders Polizeistation
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Notrufsäule als saniertes Relikt vor Werders Polizeistation
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05:26 03.06.2019
Polizeihauptkommissar Gert Meyer regte die Sanierung der alten Notrufsäule vor der Tür seiner Polizeirevier-Dienststätte in der Potsdamer Straße in Werder an. Quelle: Edith Mende
Werder

Wie neu sieht sie aus, die Notrufsäule der Feuerwehr. Allerdings steht sie jetzt im Vorgarten des Polizeireviers von Werder in der Potsdamer Straße. Fast 60 Jahre hatte sie ihren angestammten Platz auf dem Grünstreifen zwischen dem Fußweg und der Fahrbahn, nun soll sie, vor Autoverkehr und Vandalismus geschützt, nur noch an die Feuerwehr- und Polizeigeschichte der Havelstadt erinnern. Das ist ihre letzte Funktion, denn sie ist schon längst nicht mehr am Telekommunikationsnetz.

Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) sowie Peter Meyritz, der Leiter der Polizeidirektion West, waren am Montagvormittag ins Polizeirevier gekommen, um die frisch restaurierte Notrufsäule in Augenschein zu nehmen. Es sei ein weiteres Kleinod als Teil der Traditionspflege der Stadt entstanden, freute sich Manuela Saß.

Feuer-Notrufsäule aus dem Jahr 1961/62

Klaus Froh, der Vorsitzende des Heimatvereins von Werder, war für diesen feierlichen Termin noch einmal tief in die heimische Feuerwehrgeschichte eingetaucht. Er konnte daher auch gut erklären, warum die Notrufsäule in den Jahren 1961/62 gerade hier vor der Polizei aufgestellt worden war. Darüber, wie häufig sie genutzt wurde, gibt es zu seinem Bedauern keine Angaben. Das Feuerwehrdepot auf der Insel war kurz vor Kriegsende zerstört worden. Deshalb habe man den Feuerwehrleuten und ihren Einsatzfahrzeugen später die geräumige Garagen auf dem Hof der Polizeiwache zur Verfügung gestellt, berichtete er. Außerdem gab es damals unter dem Dach der Polizei noch Wohnungen, in denen Angehörige der freiwilligen Feuerwehr lebten. Private Telefonanschlüsse und Telefonzellen waren rar, da bot sich dieser Platz im Stadtzentrum an.

Freude über die alte neue Notrufsäule: Polizeihauptkommissar Gert Meyer, Leiter des Polizeireviers Werder, Bürgermeisterin Manuela Saß, Emil Kunsch von der Töplitzer Firma, die die Säule restaurierte, sowie Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West (v.l.). Quelle: Edith Mende

Schlug man die kleine Scheibe an der Säule ein und drückte den Notknopf, dann wurde in Potsdam im Volkspolizei-Kreisamt ein Alarm ausgelöst, beschrieb Ortshistoriker Klaus Froh die Funktionsweise des historischen Apparates. Doch damit war es nicht getan. Denn eine Kommunikation mit der Einsatzzentrale war nicht möglich. Da an dieser Säule kein Telefonhörer vorhanden war, musste der Auslöser des Alarms warten, bis die Feuerwehr eintraf, um Informationen zum Brandort geben zu können.

Als im Jahr 1973 die neue Werderaner Feuerwache in der Kemnitzer Straße fertiggestellt wurde, zog die Notrufsäule nicht mit um. Wahrscheinlich deshalb, weil den Werderanern der alte Standort einfach zu vertraut war, vermutet Klaus Froh.

Polizeirevierchef regte Säulen-Restaurierung an

Mit dem dichteren Telefonnetz und natürlich mit dem Einzug der Handys verlor die Säule an Bedeutung und versank in einen Dornröschenschlaf. Heute finde man funktionstüchtige Notrufsäulen eigentlich nur noch an Autobahnen, hieß es am Montag bei der kleinen Feierrunde vor der Polizei.

Von Werders Revierleiter Gert Meyer war die Anregung, die alte Notrufsäule als Relikt der Stadtgeschichte zu erhalten, einst gekommen. Der Polizeihauptkommissar suchte und fand in der Stadt Partner dafür.

Die Hülle sei bereits ziemlich desolat gewesen, erinnert sich Emil Kunsch, der Seniorchef der Töplitzer Firma Bautenschutz und Werterhaltung, die den Auftrag für die Sanierung bekam. Sein Betrieb ist seit 1994 im Bereich des Bautenschutzes und der Werterhaltung tätig. Sie führt Bau- und Sanierungsarbeiten in Privathaushalten sowie in zahlreichen Großprojekten durch. „Wir waren nicht sicher, ob die alte Notrufsäule die Umsetzung überstehen würde“, sagte Fachmann Emil Kunsch am Montag. Den Erfolg, den die Töplitzer mit Betonsanierung und Sandstrahlreinigung erzielten, sieht man nun.

Von Edith Mende

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