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Werder (Havel) Petzower sind ohne Linienbus-Anschluss
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Petzower sind ohne Linienbus-Anschluss
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06:01 05.06.2019
Die Busse des Verkehrsunternehmens Regiobus sind nur noch selten in Petzow zu sehen. Vor Ort sind viele Einwohner darüber verärgert. Quelle: REGIOBUS
Petzow

Wer aufs Auto verzichten möchte oder auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist und in Petzow wohnt, der reibt sich zurzeit beim Betrachten des neuen Fahrplans die Augen – statt den viel geforderten Verzicht aufs Auto mit kundenfreundlichen Taktzeiten zu fördern, hat das Busunternehmen Regiobus im Landkreis Potsdam-Mittelmark die Verbindung zwischen Werder und Potsdam über Petzow nicht wie gewünscht verbessert. „Uns fehlen seit dem Fahrplanwechsel ganz besonders die Taktzeiten zwischen 9 und 10 Uhr“, sagt Gunter Schinke vom Petzower Ortsbeirat.

Geschäftsführer vom „Kiez Inselparadies“ Gunter Schinke. Quelle: Gesine Michalsky

Bis zum Nachmittag müssen die 350 Anwohner weiterhin auf den vertrauten Linienbus 607 warten. „Er erfüllt jetzt nur noch die Funktion eines Schulbusses, der früh um 7 Uhr zweimal und dann wieder nachmittags nach 14 Uhr unseren Ort anfährt. Wir sind abgeschnitten vom öffentlichen Personennahverkehr“, bringt Gunter Schinke den Ärger der Petzower über den neuen Fahrplan auf den Punkt.

Anette Lang, Regiobus-Pressesprecherin, weist die Kritik zurück. „Das Problem ist bereits alt. Wir haben bei einer Evaluierung keinen Bedarf ermitteln können“, sagte Lang. Die Wünsche sollte der Ortbeirat zudem mit der Landkreisverwaltung absprechen, die den Nahverkehrsplan erstellt, empfiehlt Lang. Um erst einmal die Situation der Petzower vor Ort kennenzulernen, lädt wiederum der Ortsbeirat die zuständigen Planer zu einem Gesprächstermin ein, sagt Gunter Schinke und freut sich auf einen Austausch über kundenorientierte Taktzeiten direkt nach Bedarf.

Petzower mit Verbesserungsvorschlägen

In den beliebten Ausflugsort lockt nicht nur das Resort Schwielowsee, sondern auch das „Inselparadies Petzow“, eine Ferienanlage für Schulklassen mit 400 Betten, dessen Geschäftsführer Gunter Schinke ist. Daher ist er sowohl als Ortsbeiratsmitglied als auch als Unternehmer betroffen. Und er ist überzeugt, dass der Bus für die vielen Übernachtungsgäste ihren Urlaub zwischen Glindower- und Schwielowsee attraktiver macht. „Als der aktuelle Fahrplan mit der neuen Buslinie 641 zwischen Beelitz und Werder herauskam, habe ich mich gefreut, bis ich las, dass bei uns der 641er gar nicht hält und der 607er jetzt zwischen 7.30 und 14.30 Uhr wochentags Pause macht“, berichtet der engagierte Geschäftsmann.

Mit eigenen Verbesserungsvorschlägen wollen viele Pestower ihren Bedarf noch einmal unterstreichen. „Wir sind jederzeit gesprächsbereit“, sagt der ehemalige Werderaner Stadtverordnete. Das Argument von Regiobus, es gebe nicht genug Bedarf, weist er allerdings klar zurück. Auch wenn das Unternehmen rechnen müsse, könne man den Fahrplan so gestalten, dass er funktioniere.

Netzspinne des VBB für das Gebiet Werder. Quelle: VBB

So habe man zum Beispiel beobachtet, dass die Buslinie 607 in Ferch, an der Station Mittelbusch, geparkt wird für die Zeit, in der kein Bus fährt. Statt dort nur rumzustehen, könnte man den Bus um 9 und um 10 Uhr bis nach Geltow fahren lassen, finden die Petzower. Der Bedarf sei da, sind sich die Einwohner einig, es werden nur nicht hunderte Leute mitfahren.

Viele Ältere gehören zu denen, die gern vormittags für ihre Besorgungen in der Stadt den 607er nehmen. Aber auch Besuchergruppen, die gemeinsam Ausflüge nach Werder planen, bevor sie in Petzow Mittag essen, seien enttäuscht, dass sie eine halbe Stunde zur nächsten Haltestelle nach Geltow laufen müssten. Und um zum Bahnhof Werder zu gelangen, bleibt oft nur das Auto. Schließlich fährt der 607er auch nur an Schultagen und nicht in den Ferien.

Etwas komfortabler reist man in den Werderaner Ortsteil übrigens als Ausflügler. Alle zwei Stunden bringt der 607er Tagesgäste vom Bahnhof Werder oder Potsdam samstags und sonntags in den malerisch und ruhig gelegenen bezaubernden Havelort.

Von Gesine Michalsky

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