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Werder (Havel) Privatinitiative um Kino-Betreiber will das Scala in Werder kaufen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Privatinitiative um Kino-Betreiber will das Scala in Werder kaufen
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06:39 14.12.2019
Scala Kulturpalast in Werder. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Eine Privatinitiative will den Scala Kulturpalast erwerben. Damit reagiert Kino-Betreiber Gösta Oelstrom auf die für ihn desillusionierende Diskussion der Werderaner Stadtverordneten über das Kulturhauses am Donnerstagabend.

Gegenüber der MAZ bestätigte er am Freitag sein Kaufinteresse. Man wolle den Erwerb der denkmalgeschützten Immobilie in privater Initiative stemmen. „Eigentlich ist es besser, die Stadt kaufe das Kino, weil ein Kulturhaus wie das Scala in die Hände der Stadt gehört, aber daran glaube ich nicht mehr“, erklärte Oelstrom, „wir geben aber nicht auf, wir wollen das Scala erhalten. Gemeinsam mit dem Förderverein des Kinos und privaten Investoren wollen wir jetzt selbst kaufen.“

Betreiber Gösta Oelstrom: „Wir geben das Scala nicht auf.“ Quelle: Annika Jensen

Einen Business-Plan habe man bereits aufgestellt. Finanzielle Unterstützung haben dem Betreiber bereits Freunde des beliebten Kulturhauses zugesagt. Und auch unter den Mitgliedern des Fördervereins wären einige bereit, sich mit größeren Zuschüssen für das geschichtsträchtige Haus in der Eisenbahnstraße einzusetzen. „Über die Eigentumsform, ob wir eine Genossenschaft gründen oder mit Unterstützung des Fördervereins und finanzstarken Investoren den Kauf und die Sanierung des Hauses übernehmen, das ist alles noch offen.“

Betreiber setzt auf Förderprogramme und Sponsoren

Sicher sind Oelstrom bereits Zuschüsse aus Förderprogrammen vom Bund, die den Betrieb sichern. „Ein Haus, das sich nicht in festen Eigentumsverhältnissen befindet, möchte ich aber auf Dauer nicht betreiben“, erklärt Oelstrom seine Position. Er habe Hoffnung, dass er weitere Zusagen für Zuschüsse von Kinofreunden in der Region bekomme. „Wir suchen noch Investoren“, appelliert Oelstrom. Wenn man das Haus erworben habe, könne man nach und nach Veränderungen vornehmen und sanieren. Mit dem Dach ginge es los, sagt er und wirbt dafür, sich für das Projekt zu engagieren. Von weiteren Kaufinteressenten ist ihm nichts bekannt. Das Haus stehe unter Denkmalschutz und dürfe nur als Kino und Kulturhaus betrieben werden.

Stadt akzeptiert Preisvorstellung nicht

Die Stadtverordnetenversammlung diskutierte am Donnerstag über den Antrag der Bürgerinitiative Stadtmitgestalter, dass die Stadt Werder das Kino kauft. Doch Beigeordneter Christian Große (CDU) machte klar, dass über den bisher genannten Kaufpreis nicht weiter verhandelt wird. Den Erwerb zu diesem Preis schließe man aus. Den Antrag der Stadtmitgestalter, die Verhandlungen sofort mit dem Ziel wiederaufzunehmen, Ende Januar über den Kaufpreis abzustimmen, lehnte die SVV ab.

Kritik an den bisherigen Ergebnissen zum Erhalt des Scala-Kinos äußerten fast alle Fraktionen. „Es fehlt an Leidenschaft, mit der die Stadt einem engagierten städtischen Veranstaltungsort zur Seite stehen sollte“, brachte Nadine Lilienthal (SPD) den Unmut über die Verhandlungen der Stadt zum Ausdruck. Den Erwerb des Kulturhauses dürfe Werder auf keinen Fall verschlafen,sagte sie weiter.

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Große stellte daraufhin klar, dass die Stadt die Verhandlungen nicht beendet habe. Richtig sei, dass die Stadt weiter verhandelt, aber nicht über diese Summe. Der Eigentümer habe sich seitdem nicht mehr bei der Stadt gemeldet. Über die Höhe des abgelehnten Kaufpreises gab Große keine Auskunft. Bedenken habe man in der Verwaltung wegen der Folgekosten, die das denkmalgeschützte Haus nach sich ziehe. Für die Sanierung müsse man mit hohen Investitionskosten rechnen. Kritiker aus den Reihen der Kino-Freunde sprachen indes von „einer nicht notwendigen Luxussanierung“.

Kino- und Veranstaltungsprogramm im Scala etabliert

Gösta Oelstrom hat bereits vor einigen Monaten der Stadt sein Kaufinteresse bekundet. Jetzt wird es aktuell. Seit 2015 bietet der Kinoleiter neben seinem erfolgreichen Kino- und Kultur-Programm im Scala auch eine Bühne an, die alle für Veranstaltungen mieten können. Der Saal steht mit 200 Plätzen Schulen genauso offen wie Bürgerinitiativen und wird von diesen gern genutzt.

Von Gesine Michalsky

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