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Werder (Havel) SPD fordert hauptamtliche Feuerwehr
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) SPD fordert hauptamtliche Feuerwehr
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01:17 18.05.2019
Im Oktober 2018 war die Werderaner Feuerwehr zu einem Großeinsatz zum Plessower See gerufen worden. Quelle: foto: Julian Stähle
Werder

Die Feuerwehr in Werder soll ein hauptamtliches Team bekommen. Das ist zumindest der Plan der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Bisher sind in Werder ausschließlich ehrenamtliche Feuerwehrleute im Einsatz.

Die SPD will am Donnerstag in der letzten Sitzung des Stadtparlamentes vor der Kommunalwahl über einen entsprechenden Antrag abstimmen lassen: Die Tageseinsatzbereitschaft der Werderaner Feuerwehr soll in der Zeit von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, durch hauptamtliche Kräfte unterstützt werden. Das hauptamtliche Team soll so groß sein, dass es 80 Prozent der Einsätze in der Havelstadt übernehmen kann, heißt es in einem Schreiben der SPD-Fraktion.

Die Fraktion betont, dass die beiden Teams nicht in Konkurrenz zueinander stehen sollen. „Wir haben großen Respekt vor dem Können, dem Mut und der Hilfsbereitschaft unserer Feuerwehrfrauen und -männer“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Spiegel. „In den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende tragen sie weiterhin die Verantwortung. Und bei größeren Einsätzen werden darüber hinaus alle ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte benötigt.“

„Vorstoß der SPD nur Wahlkampfgetöse“

Der stellvertretende Stadtwehrführer, Stephan Kranig, sieht das skeptisch. „Die ehrenamtlichen Kräfte könnten sich durchaus nicht mehr gebraucht fühlen, wenn die hauptamtlichen 80 Prozent leisten“, sagt der 43-Jährige. „Und dann könnte auch die Motivation leiden.“ Derzeit sei die Tageseinsatzbereitschaft in Werder, der Faktor, nach dem die freiwilligen Wehren überall im Land gemessen werden, in Verbund mit den Wehren aus den Ortsteilen annähernd stabil, so Kranig.

„Mich überrascht der Vorstoß der SPD. Auch sie hatte im vergangenen Jahr dem Gefahrenabwehrbedarfsplan zugestimmt“, sagt er. Dieser Plan legt fest, welche Maßnahmen notwendig sind, um die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft zu stärken. Hauptamtliche Kollegen sind darin nicht vorgesehen. „Man könnte den Eindruck gewinnen, dass der Vorschlag der SPD nur Wahlkampfgetöse ist.“

Personal ist schwer zu finden

Kranig macht zudem deutlich: Die Feuerwache in Werder könnte ein ehrenamtliches und ein hauptamtliches Team gar nicht beherbergen. „Die ist vor etwa zehn Jahren kernsaniert worden und damals waren hauptamtliche Kräfte kein Thema.“ Außerdem, so Kranig, seien hauptamtliche Feuerwehrleute in der Umgebung schwer zu finden. „Die umliegenden Berufsfeuerwehren etwa in Potsdam und Berlin können mit Verbeamtung locken und sie suchen auch.“

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Werner-Siegwart Schippel sieht es ähnlich. Er hält eine Unterstützung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch hauptamtliche in Werder derzeit für nicht notwendig. Er könne nur nach dem im Dezember in Werder beschlossenen Gefahrenabwehrbedarfsplan urteilen. Und wenn der erst ein halbes Jahr zurückliege und die Aufstockung um ein hauptamtliches Team nicht vorsehe, sei ein Handlungsbedarf schlicht nicht gegeben.

Anforderungen sind gestiegen, Bedarf könnte auch steigen

„Trotzdem muss man immer weitere Maßnahmen im Hinterkopf behalten“ sagt er im Gespräch mit der MAZ. „Zum einen wächst Werder und ab 30.000 Einwohnern sollte eine Kommune eine hauptamtliche Wehr haben. Und zum anderen steigt das Gefahrenpotenzial stetig.“ Damit meint Schippel etwa die erhöhte Zahl an Verkehrsunfällen, die steigende Anzahl von Waldbränden und die immer komplexer gebauten Dachstühle, die dadurch schwieriger zu löschen sind.

Vehementer lehnt die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung den Vorstoß der SPD ab. In einer Stellungnahme zum SPD-Antrag schreibt Hermann Bobka, CDU-Fraktionschef: „Der Bedarfsplan gilt bis 2023. Sollte sich vorher Handlungsbedarf ergeben, wird dies selbstverständlich beachtet.“ Er ist zudem besorgt um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. „Dieser nicht zu Ende gedachte Schnellschuss der SPD auf dem Rücken der Feuerwehrkameraden ist wenig hilfreich. Die ehrenamtlich tätigen Kräfte würden vor den Kopf gestoßen. Sie würden ausschließlich als Ergänzungskräfte eingesetzt. Und damit würde Ihnen das Gefühl vermittelt, Feuerwehrkräfte „zweiter Klasse“ zu sein. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Von Annika Jensen

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