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Werder (Havel) Stabilisatoren-Hersteller Condio aus Werder erhält Auszeichnung
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19:13 10.12.2019
Jan und Henrik (r.) Ingenpass, zwei der drei Geschäftsführer des Stabilisatoren-Herstellers Condio in Werder Quelle: Condio
Werder

In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich viel getan bei Condio, dem Hersteller von natürlichen Lebensmittelzusatzstoffen und Stabilisatoren in Werder. So viel, dass die Firma vor kurzem den Unternehmer-Preis des Ostdeutschen Sparkassenverbandes erhalten hat.

Von 60 auf 150 Mitarbeiter in 18 Monaten

„Verglichen mit dem April 2018 haben wir etwa doppelt so viele Mitarbeiter“, sagt Henrik Ingenpass (32). Gemeinsam mit seinem Bruder Jan (34) hat er damals die Geschäftsführung von ihrem Vater Paul Ingenpass übernommen. Henrik Ingenpass ist dabei für den kaufmännischen Bereich, Jan Ingenpass als Lebensmitteltechniker für den technischen Bereich verantwortlich. Dritte im Bunde ist die Geschäftsführerin Christa Sudenfeld.

Waren es vor zwei Jahren rund 60 Mitarbeiter, sind es heute fast 150 Angestellte. Dazu gehören neben Lebensmitteltechnikern und Kaufleuten auch Wissenschaftler, denn Condio hat eine Forschungsabteilung und ein Labor, in denen es neue Produkte und Zusammensetzungen testen kann.

Endlich ein eigenes Gebäude in Werder

Im April 2018 zog das Unternehmen aus seinen Büroräumen auf dem Gelände des Pektin-Herstellers „Herbstreith und Fox“ in das neue Gebäude mit großer Produktionsstätte in der Mielestraße. Das war ein großer Schritt, denn bis dahin fand die Produktion in Kempen am Niederrhein statt und in Werder standen lediglich kleine Mischer in einer kleinen Halle. Nun ist in der Havelstadt der neue Hauptstandort des Unternehmens.

Condio, was aus dem Lateinischen stammt und so viel wie „angenehm gestalten“ oder „schmackhaft zubereiten“ bedeutet, stellt Produkte her, die für Menschen im Alltag eine große Rolle spielen, ohne dass sie es merken. Ohne die Werderaner Lebensmittelzusatzstoffe und Stabilisatoren hätte zum Beispiel der Joghurt nicht seine Konsistenz und die vegane Wurst keine fleischartige Beschaffenheit.

Rohstoffe sind ausschließlich natürlichen Ursprungs

Die Schwerpunkte von Condio liegen bei Stabilisatoren und Zusatzstoffen in Pulverform für Milchprodukte, Feinkost, Fleisch und Fisch sowie vegane und vegetarische Lebensmittel. Dafür verwendet die Firma seit Beginn der Produktion ausschließlich Rohstoffe natürlichen Ursprungs – etwa Pulver aus Bohnen oder Algen.

„Die natürlichen Rohstoffe sind aber nicht unser eigentliches Alleinstellungsmerkmal“, sagt Henrik Ingenpass, „wir versuchen vor allem, mit unserem Service und unserer Flexibilität zu punkten. Wir sind fast der letzte Stabilisatoren-Hersteller in Hand einer Familie. Und dadurch, dass wir nicht zu einem großen Konzern gehören, sind wir deutlich schneller und flexibler.“ Das heiße etwa, dass das Unternehmen seine Technologen und Verkäufer zu seinen Kunden schickt und diese dort so lange bleiben, bis ein Problem gelöst sei, sagt Ingenpass.

Sporträume, Personal Trainer und Physiotherapeuten für Mitarbeiter

Als die Produktion von Kempen nach Werder verlagert wurde, zogen einige Beschäftigte vom Niederrhein mit an die Havel. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass sich die Mitarbeiter bei Condio wohlfühlen. Darauf legt das Team der Geschäftsführung großen Wert. Im August 2018 hat das Unternehmen die benachbarte ehemalige Hermes-Halle gekauft. Und die dient nicht nur als Materialienlager.

Auch zwei große Sporträume wurden eingerichtet. In denen können die Mitarbeiter Kurse beim Personal Trainer belegen und sich vom Physiotherapeuten behandeln lassen. Bis auf vier Mitarbeiter nehmen die Condio-Mitarbeiter das Sportangebot regelmäßig wahr. „Wir merken, dass es seither weniger Krankmeldungen gibt“, sagt Henrik Ingenpass.

1996 begann alles im Elternhaus in Bad Schwartau

Sein Vater, Paul Ingenpass, gründete das Unternehmen 1996 in seinem Wohnhaus in Bad Schwartau, einer Stadt in der Nähe von Lübeck. Im oberen Teil des Hauses war ein großer Raum frei. Dort arbeitete er, unterstützt von seiner Frau und ein Jahr später auch von der ersten Mitarbeiterin, Christa Sudenfeld, die heutige Geschäftsführerin. Damals ging es allerdings ausschließlich um Beratung. Eine Produktion war noch nicht einmal in Sicht.

1999 zog das kleine Unternehmen nach Werder, in freie Räume auf dem Gelände des Pektin-Herstellers „Herbstreith und Fox“. Wieso von Bad Schwartau nach Werder? „Mein Vater kannte Herrn Fox und der meinte, er habe noch Platz und es gebe hier eine gute Infrastruktur“, erzählt Henrik Ingenpass.

Die Auftragsbücher des Werderaner Unternehmens sind voll. Mittlerweile exportiert es in mehr als 100 Länder – von Vietnam bis in die USA. In Südafrika hat 2002 eine Tochterfirma ihren Betrieb aufgenommen. „Wir wollen in Zukunft auf jeden Fall noch weiter international wachsen“, sagt Henrik Ingenpass, „vor allem nach Südamerika.“

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Von Annika Jensen

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