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Werder (Havel) Stadt führt das Brauchwasserwerk jetzt selbst
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12:48 17.12.2018
In den Jahren 2018/19 investiert die Stadt Werder insgesamt 150 000 Euro in das Brauchwasserwerk. Quelle: Stephan Laude
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Glindow

Die Stadt Werder wird das Glindower Brauchwasserwerk selbst betreiben. Dem haben die Stadtverordneten bei ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt. Die vormaligen Beschlüsse zur Gründung einer Brauchwasser GmbH werden damit zurückgenommen. „Die Sicherung der Kulturlandschaft und die Fortführung des Brauchwasserwerkes kann nur unter der Führung der Stadt Werder in Form eines Eigenbetriebes erfolgen“, heißt es in der Begründung. Wie berichtet, kämpft die Kommune um Fördermittel für die Sanierung des maroden Werkes, das Wasser aus dem Glindower See vorrangig zu den Obstplantagen auf der Glindower Platte und dem Kammeroder Obstplan befördert. Die Gesellschaft sollte das Ziel verfolgen, dies auch in Zukunft zu sichern.

Inzwischen hat die Stadt Werder herausgefunden, dass die bestmögliche Förderung nur über einen Eigenbetrieb laufen kann. „Der privatwirtschaftliche Betrieb ist keine Option mehr“, sagte Werders Beigeordneter Christian Große (CDU). Ein zweiter Teil des nun gefassten Beschlusses sieht vor, dass Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) bis Ende Juni 2019 ein Sanierungskonzept für das Brauchwasserwerk vorlegen soll.

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Leitungsnetz wird nicht ausgeweitet

„Trotz allen Ecken und Kanten des Brauchwasserwerkes und des Leitungsnetzes muss man sagen, dass es in diesem Jahr keine Ausfälle gegeben hat. Das war gerade angesichts der wenigen Niederschläge entscheidend“, sagte Joachim Lindicke (SPD). Neben den Flächen der großen Betriebe konnten einige andere private Flächen das Brauchwasser nutzen und mussten so nicht auf kostbares Trinkwasser zurückgreifen. Ausweiten wird sich die Versorgung in privaten Gärten nicht, erklärte Christian Große. „Wir reden hier nur darüber, wie wir die Wasserversorgung für die Wirtschaft sichern können“, so der Vize-Bürgermeister. Das Leitungsnetz könne im voll bebauten Bereich der Kernstadt nicht einfach vergrößert werden. „Wir haben das Wasserwerk in Millionenhöhe subventioniert. Wir können den Werderanern nicht länger erklären, warum wir mit Steuergeldern die Bewässerung von privaten Gärten bezuschussen“, sagte auch Alt-Bürgermeister Werner Große (CDU).

„Wenn wir über den gewerblichen Teil reden, dann sollten wir das für die gesamte Stadt tun, also auch über Ortsteile wie Derwitz oder Kemnitz“, mahnte Klaus Behrendt (CDU). Er schlug vor, Pumpspeicherbecken an der Glindower Platte und am Kammeroder Obstplan zu installieren und so das Leitungsnetz zu entlasten. Er beantragte deshalb, das Sanierungskonzept zunächst aus dem Beschluss zu streichen. Dies lehnten die Stadtverordneten aber mit großer Mehrheit ab. Christian Große entgegnete, dass solche Becken nicht einfach aufgestellt werden könnten. Über die Idee sei bereits gesprochen worden. „Das Werk muss trotzdem saniert und erhalten werden“, sagte er. „Das Brauchwasserwerk muss funktionsfähig und tragfähig sein, deshalb stimmen wir auf jeden Fall zu“, fügte Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (Freie Bürger) hinzu.

Von Luise Fröhlich