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Werder (Havel) Stadtgalerie zeigt 2019 sechs Ausstellungen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Stadtgalerie zeigt 2019 sechs Ausstellungen
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18:45 18.01.2019
Kurator der Werderaner Stadtgalerie Frank W. Weber beim Abhängen der Fundus-Ausstellung. Quelle: Edith Mende
Werder

Der Kurator der Werderaner Stadtgalerie, Frank W. Weber (60), hat die letzten Werke der Fundus-Ausstellung verstaut und bereitet sich nun auf das Ausstellungsjahr 2019 vor. Im MAZ-Interview wirft er einen Blick zurück und verrät, welche Expositionen er geplant hat.

MAZ: Gerade ist die letzte Ausstellung des Jahres 2018 zu Ende gegangen. Waren es gute zwölf Monate für die Galerie?

Frank W. Weber: Ich denke schon, denn wir haben inzwischen ein solides Stammpublikum. Rund 500 Interessierte werden regelmäßig digital informiert. Auch aus Potsdam, Berlin und anderen Orten. Bei den Vernissagen ist das Haus stets rappelvoll. Wir hatten 2018 neben den „Fragmenten“ von Jürgen Tenz drei Ausstellungen, bei denen ich die Arbeiten von jeweils zwei Künstlern miteinander korrespondieren ließ. Das kam nicht nur bei den Künstlerkollegen, die sich präsentieren konnten, gut an. Den Jahresabschluss bildete die Ausstellung des Fundus’, denn wir konnten den 10. Galeriegeburtstag feiern. Die Ausstellung weckte Erinnerungen und Emotionen.

Zehn Jahre Stadtgalerie – hat das die Zweifler von 2008 verstummen lassen?

Die Galerie hat sich in der Stadt und weit darüber hinaus etabliert. Unser Engagement hat wirklich ins Schwarze getroffen. Ich denke, die Legislative und Exekutive unser Stadt wissen genau, welchen Schatz wir da haben. Es ist doch erfreulich, dass jede Vernissage von der Bürgermeisterin oder dem 1. Beigeordneten begleitet wird. Da alle 85 Künstler, die in der Dekade ausstellten, eine Arbeit hinterließen, ist der Fundus künstlerisch wie materiell ein Pfund. So ließ es sich die Stadt nicht nehmen, dem Auftakt der Geburtstags-Ausstellung mit einem Büffet und würdigenden Worten feierlich zu gestalten. Dabei waren übrigens mehr als 40 der Künstler anwesend. Zuvor hatte es eine Renovierung und modernere Leuchten für die Galerie gegeben. In den nächsten Wochen soll sowohl am Zugang zur Insel als auch direkt am Schützenhaus ein Informationssystem entstehen, das Besuchern visuell den Weg in die Stadtgalerie weist und auf aktuelle Ausstellungen aufmerksam macht.

„Zuzug bringt neues Niveau in die Ausstellung“

Welche Höhepunkte wird 2019 bringen?

Es sind sechs Ausstellungen geplant, eine mehr als in den Vorjahren. Am 30. Januar beginnt die 3. Bestandsaufnahme Textilkunst und Kunsthandwerk, die juryfreie Ausstellung für Werder und seine Ortsteile. Ende März folgt dann unter dem Titel „30 – eine Generation“ eine visuelle Schau über die Entwicklung unserer Stadt seit 1989. Ab Mitte Mai kann man dann Malerei und Stahlplastiken von Heike Cybulski sehen. Es ist eine größere Werkschau mit Arbeiten der Künstlerin anlässlich ihres 50. Geburtstages. Die Mitte Juli beginnende Exposition „Form-Licht-Schatten“ bereite ich seit eineinhalb Jahren vor. Sie ist offiziell in das nationale Veranstaltungsprogramm „100 Jahre Bauhaus“ aufgenommen. Das Werk der japanischen Künstlerin Aishu Gen aus Osaka, könnte direkt in einem Vorkurs des Bauhauses entstanden sein. Der Transport wird von Japan finanziert, wir drucken einen mehrsprachigen Katalog, den unsere Stadt und Privatpersonen mitfinanzieren. Die Künstlerin wird als „artist in residence“ zuvor in unserem privaten Atelierhaus wohnen und ist zur Eröffnung in Werder. Ende September folgt eine Retrospektive von Wolfgang Liebert anlässlich seines 75. Geburtstages. Zum Abschluss gibt es eine Grafikausstellung mit Patrick Fauck. Fauck hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert, er beherrscht sämtliche grafischen Drucktechniken vom Flach-, Tief-, Hoch- bis Lichtdruck.

Die Bestandsaufnahme Textilkunst und Kunsthandwerk ist offen für jeden. Müssen Sie für ein gutes Niveau sehr aussieben?

Nein, grundsätzlich nicht. Es gibt keine Jury, jeder kann sich zur Ausstellung bewerben, wenn es thematisch passt. Im Vergleich zu den vergangenen Ausstellungen entwickelte sich in Eigendynamik ein hoher individueller Qualitätsanspruch. Wir haben gutes Potenzial in unserer Stadt, gerade der Zuzug bringt neues Niveau in die Ausstellung.

Sonderschau zu Fontane in Petzow

Am 30. Juni beginnt in der Petzower Kirche die Ausstellung „Fontane+“, die Frank W. Weber ebenfalls kuratiert. Sie ist die zentrale Festveranstaltung der Region Werder und Schwielowsee zu „Fontane am Schwielow“ aus Anlass des 200. Geburtstages des Dichters.

Carmen Stahlschmidt aus Werders Partnerstadt Oppenheim arbeitet an einer Fontaneskulptur aus Glindower Ziegelton, die im Hoffmannschen Ringofen gebrannt wird. Sie wird auch große Grafikbanner zu den Schwielow-Themen Fontanes, wie Obstbau, Fischerei und Ziegeleien schaffen.

Andriotta A. Wodak zeigt entschleunigende Fotografien, die uns Fontane heute auf andere Weise nahe bringen, und die Rostocker Pianistin Hildegard Enders arbeitet an Musikadaptionen zum Thema.

Detaillierte Programminfo für die Ausstellungen im Jahr 2019 unter: www.kunst-geschoss.de

Von Edith Mende

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