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Werder (Havel) Stadtgalerie zeigt ihren Fundus nach 10 Jahren
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Stadtgalerie zeigt ihren Fundus nach 10 Jahren
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06:05 16.11.2018
Werner Große, Frank W. Weber und Manuela Saß schauen sich einige Fundus-Stücke der Galerie an. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Das Kunst-Geschoss ist der Beweis: Die Werderaner stehen nicht nur auf Obst und Wein, sondern auch auf die Kunst, ob aus reinem Interesse oder eigener Schaffenskraft. Vor zehn Jahren ist die Stadtgalerie in der obersten Etage des Schützenhauses auf der Insel eröffnet worden. Von Beginn an gestaltet sie Kurator Frank W. Weber, selbst bildender und konzeptioneller Künstler, der auf seinen Werken mit dem Namen „Aratora“ unterzeichnet. Seit August 2008 hat er die Türen für 57 Ausstellungen verschiedener nationaler, lokaler und internationaler Künstler geöffnet. Hinzu kommen 17 kleinere Fotoschauen „Am Glas“ in der zweiten Etage, sechs Ausstellungen im Foyer und drei Pleinairs mit Künstlern aus den Partnerstädten Werders. Es ist eine Erfolgsstory, wie er selbst sagt. Die kommende Ausstellung „10 Jahre – Der Fundus“ soll genau diese aufrollen. Am 28. November findet die Vernissage statt.

10 Jahre Stadtgalerie Kunst-Geschoss in Werder Quelle: Luise Fröhlich

Hinter dem Fundus der Stadtgalerie steckt ein Brauch. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir von den Künstlern kein Geld nehmen. Die Währung des Künstlers ist sein Kunstwerk“, erklärte Frank W. Weber. Jeder, der im Kunst-Geschoss ausstellt und nicht aus Werder kommt, lässt eines seiner Werke da. Jenes sucht er oder sie ausdrücklich selbst aus. „Für mich ist das ein Spiegel dessen, was wir hier leisten“, sagte Frank W. Weber. Über die Jahre kamen auf diese Weise etwa hundert Werke zusammen, die der Kurator zur Jubiläumsschau alle in der Galerie unterbringen will. „Es wird vielleicht nicht die schönste Ausstellung, aber die Wertvollste“, sagte der 59-Jährige. Schon nach fünf Jahren hatte er die Idee, den Fundus zu zeigen, allerdings reichte die Sammlung damals noch nicht aus, um sie in Malerei, Grafik oder Gegenständliches einzuteilen.

Bestandsaufnahmen besonders geschätzt

Besonders beliebt beim Altbürgermeister Werner Große (CDU), der die Idee für die Stadtgalerie hatte und auch selbst einmal Fotos ausgestellt hat, sind die Bestandsaufnahmen. Sie sind den Künstlern gewidmet, die in Werder leben oder arbeiten. Im Abstand von zwei Jahren wechseln sich die Themen Textilkunst und Kunsthandwerk sowie Malerei, Grafik und Plastik ab. Jeder, der sich künstlerisch berufen fühlt, Amateur oder Profi, kann sich dafür bewerben. Die nächste Bestandsaufnahme für Textilkunst und Kunsthandwerk ist für das Frühjahr 2019 geplant. „Welches Potenzial an Künstlerin in der Stadt steckt, hat erst das Kunst-Geschoss offenbart“, sagte Werner Große. Mit den Bestandsaufnahmen kommt Frank W. Weber dem Anspruch nach, trotz eines hohen Levels eine Galerie der Stadt Werder zu sein.

Auch Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) schätzt die Bestandsaufnahmen besonders, erinnert sich aber auch gern an die Exposition zu den Glasplattenfotografien von Marie Goslich, gezeigt von Alexandra Weidmann im Juli 2017, zurück. Mit dem Kunst-Geschoss habe die Stadt optimale Ausstellungsbedingungen für die Kunstpräsentation verschiedener Sparten geschaffen, erklärte sie. Unter den Künstlern sei es inzwischen bekannt, dass die Stadtgalerie im Ranking weit oben steht, sagte Frank W. Weber. Unter anderem waren in den vergangenen Jahren Eberhard Linke, Matthias Koeppel und Barbara Raetsch zu Gast.

Wie das Obergeschoss eine Galerie wurde

Alle 86 Künstler, die noch leben, sind zur Vernissage eingeladen. Inzwischen verstorben ist beispielsweise Ilse Melzer aus Werder, die bei der Vernissage 2009 bereits 88 Jahre alt war.

Wenn sich Werner Große an die Anfänge des Kunst-Geschosses erinnert, denkt er unweigerlich an die vorherige Sanierung des heutigen Schützenhauses, dessen Obergeschoss die Stadtgalerie einnimmt. In dem Haus wurden zuvor zum Beispiel Verbandstoffe und Taschenlampen produziert. Als der Altbürgermeister nach der Sanierung das Obergeschoss besichtigte und das verglaste Dach sah, verwarf er die eigentlichen Pläne, darin ein Zimmer für die Vereine einzurichten, und ließ den Raum als Galerie ausschreiben.

Vor zur Fundus-Ausstellung wird Frank W. Weber noch eine Kilometer in der Galerie zurücklegen, bis alle Werke an ihrem Platz sind.

Eröffnung: 28. November, 19 Uhr

Galerie-Name ist geschützt

Der Name „Kunst-Geschoss“ ist geschützt. Als bekannt wurde, wie die Galerie heißen soll, gab es einen Aufschrei. In Wolfenbüttel sollte nun eine Galerie in einem alten Kaufhaus genauso heißen, wurde letztlich aber „Artgeschoss“ getauft.

Zu sehen ist die Fundus-Ausstellung bis zum 6. Januar. Am 30. Januar wird die Dritte Bestandsaufnahme zu Textilkunst und Kunsthandwerk eröffnet. Anmeldungen nimmt Frank W. Weber noch entgehen. Die Schau bleibt bis zum 10. März.

Von Luise Fröhlich

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