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Werder (Havel) Pfarrerin tourt im September durch die Dörfer
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Pfarrerin tourt im September durch die Dörfer
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07:07 01.09.2018
Stolze Besitzern eines Wohnanhängers: Pfarrerin Almut Gaedt geht im September auf Tour durch die Dörfer ihrer Gemeinde. Quelle: Luise Fröhlich
Töplitz

Eine Pfarrerin geht auf Tour. Almut Gaedt (47) aus Töplitz wird den Großteil des Septembers in ihrem Wohnanhänger verbringen, mit dem sie unter dem Motto „Kirche unterwegs“ durch ihre Gemeinden reist. An jedem Ort bleibt sie für vier Tage. Am Sonntag verabschiedet sie sich beim Töplitzer Kinderkirchentag ab 15 Uhr in ihrem „Heimathafen“ und ist ab Dienstag zuerst in Marquardt zu Gast. Lange Zeit sei es so gewesen, dass jemand, der etwas von der Kirche wollte, zu ihr kommen musste. Almut Gaedt sieht das in der heutigen Zeit anders: „Ich denke, wir wollen eine Kirche sein, die auf die Menschen zugeht. Ich will präsent sein, aber das ist bei fünf Gemeinden und sechs Orten nicht immer einfach.“ 20 000 Kilometer fährt sie jährlich zwischen den Dörfern hin und her.

Die Idee, die Kirche zu den Menschen zu bringen und sie damit sprichwörtlich im Dorf zu lassen, trägt Almut Gaedt schon lange mit sich rum, hatte sie sogar schon fast abgeschrieben. Dann aber erfuhr sie von dem etwa 20 Jahre alten liebevoll gepflegten Wohnwagen, den eine Freundin abgeben wollte. „Das war die Chance“, sagt Almut Gaedt und kaufte das Heim auf Rädern. Zum Test ging es in den Urlaub. Nicht nur, um das Rangieren zu üben, sondern auch um herauszufinden, ob ihr neunjähriger Sohn ein Camping-Freund ist. Denn er und der Hund der Pfarrerin gehen mit auf Tour. „Zum Glück hat es meinem Sohn gut gefallen“, berichtet sie. Er wird während des Streifzuges durch die Orte weiterhin die Schule in Töplitz besuchen, fährt entweder mit den anderen Kindern im Bus oder wird mit dem Auto gebracht. „Das wird auch etwas sein, das uns mit den Menschen vor Ort verbindet. Denn es gibt ja viele Kinder, die aus den anderen Dörfern nach Töplitz fahren“, erklärt die Pfarrerin.

Nur der Montag ist frei

Ihr eigenes Arbeitsleben verlagert sich in die Dörfer, der Wohnwagen wird zum rollenden Büro. Von dort aus stellt sie weiter Taufbescheinigungen aus, beglaubigt Duplikate und informiert jeden, der es möchte, über das Leben der Kirche. „Ich hoffe, dass die Menschen sehen und spüren, wie es ist, wenn die Pfarrerin vor Ort ist“, sagt Almut Gaedt. Ein großes Plakat am Wohnwagen informiert über die Sprechzeiten, denn Termine wie Beerdigungen oder Unterricht an Schulen muss sie trotzdem einhalten. Dennoch rechnet sie in der Zeit mit Rundum-Dienst: „Jeder ist eingeladen, zu mir zu kommen, mit mir in die Zukunft zu spinnen und zu sagen, was sie wollen und wie man das umsetzen kann. Das kann auch bei einem Kaffee oder abendlichen Umtrunk sein.“ An den Wochenenden wird sich die Pfarrerin in Töplitz aufhalten und montags freinehmen, denn irgendwann müssten die Eindrücke und Ideen, die während der Tour auf sie einprasseln, verarbeitet werden, erklärt sie.

Bei den Ortsvorstehern hat Almut Gaedt die Tour angemeldet. Als Reaktionen erlebte sie eine Mischung aus schmunzelndem Erstaunen und verhaltener Begeisterung, erzählt sie. Auch für sie selbst wird der Trip ein Abenteuer. „Das ist zunächst ein Testlauf. Ich könnte mir vorstellen, im nächsten Sommer sogar jeweils eine Woche in den Orten zu bleiben“, sagt die Pfarrerin. Für die Aufenthalte in den Dörfern sind bewusst keine besonderen Veranstaltungen geplant, denn Almut Gaedt möchte zuerst mit den Menschen ins Gespräch kommen und hören, was sie sich wünschen. Um den Tourplan herum liegen aber einige Events, bei denen die Pfarrerin dabei sein wird. Für das Feuerwehrfest in Uetz am 8. September hat sie eine Andacht für den aufopferungsvollen Kampf der Ehrenamtler gegen die schweren Waldbrände der vergangenen Wochen vorbereitet. Am 9. und 16. September stehen eine Lesung und ein Konzert im Rahmen des von ihr organisierten Dorfkirchensommers an.

Schulstart wird am Sonntag in Töplitz nachgefeiert

Der „Kinderkirchentag“ am Sonntag in Töplitz bietet Almut Gaedt eine letzte Möglichkeit, ihre Tour vor dem Start zu bewerben. Traditionell sind am zweiten Sonntag nach dem Schuljahresanfang Kinder und Erwachsene zu einem Gottesdienst und Kaffee im Pfarrgarten eingeladen. Zusammen feiern sie den Schulstart. Grund zum Feiern hat Almut Gaedt selbst auch mitten in der Tour zwischen ihren Stopps in Phöben und Kemnitz: Am 23. September feiert sie in Töplitz ihren 48. Geburtstag.

Terminplan für die Tour „Kirche unterwegs“

Folgende Orte und Tage sind geplant:

Erster Stopp: 4. bis 7. September in Marquardt. Der Standplatz ist derzeit noch nicht ganz sicher. Wahrscheinlich wird der Wohnwagen auf dem Parkplatz gegenüber der Kirche zu finden sein.

Zweiter Stopp: 11. bis 14. September in Uetz auf der Wiese, wo jährlich das Martinsfeuer stattfindet.

Dritter Stopp: 18. bis 21. September in Phöben auf dem Parkplatz an der Kirche.

Vierter Stopp: 24. bis 27. September in Kemnitz am Bürgerhaus.

Von Luise Fröhlich

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