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Werder (Havel) Bürger fordern Absage an Saufexzesse beim Baumblütenfest Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Bürger fordern Absage an Saufexzesse beim Baumblütenfest Werder
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22:52 10.02.2020
So familiär und gemütlich wie 1996 soll es beim Baumblütenfest in Werder immer zugehen, ist das Ergebnis einer Umfrage. Quelle: Christel Köster
Werder

„Das neue Baumblütenfest in Werder soll ein Fest in Höfen und Gärten mit ergänzenden, dezentralen Angeboten werden“, das sagte Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) vor etwa 80 Teilnehmern einer Informationsveranstaltung am Montagabend auf der Bismarckhöhe nach einer Befragung zur Zukunft des Baumblütenfestes gezogen.

Favorit: „Fest in Höfen und Gärten mit dezentralen Angeboten“

Bei der Veranstaltung ging es um die Auswertung und die ersten Schlüsse der Umfrage, bei der sich die Werderaner von Ende November bis Anfang Januar zur Zukunft des Baumblütenfestes ab 2021 äußern konnten. Von den 5294 Umfrageteilnehmern habe die Variante „Fest in Höfen und Gärten mit ergänzenden, dezentralen Angeboten“ die beste Bewertung erhalten, teilt Stadtsprecher Henry Klix mit.

115. Baumblütenfest 1994  Quelle: MAZ/Peter Sengpiehl

In der Umfrage konnten unter anderem für vier Festvarianten null bis fünf Sternen vergeben werden. Neben dem Spitzenreiter konnten die Teilnehmer wählen zwischen einem Baumblütenfest in Höfen und Gärten mit einem Festgelände außerhalb der Innenstadt, einem Baumblütenfest in Höfen und Gärten ohne größeres Festgelände und einem Baumblütenfest, das so bleibt wie bisher.

Bürgermeisterin: Klare Ansage an die Stadt

Das deutliche Votum sei eine klare Ansage an die Stadt, wie es mit dem Baumblütenfest weitergehen soll, so Saß weiter. „Von vielen Teilnehmern, die andere Varianten favorisierten, bekam das Fest in Höfen und Gärten mit ergänzenden, dezentralen Angeboten immer noch drei oder vier Sterne“, erläuterte auch der Referent für Einwohnerbeteiligung in der Stadtverwaltung, Linus Strothmann: „Sie war damit nicht nur beliebteste, sondern auch die am wenigsten unbeliebteste Variante in der Umfrage.“

Votum gegen Sauf-Orgien und Gewalt

Neben den Festvarianten wurden die Meinungen zu weiteren Festthemen erfragt. Als wichtige positive Merkmale des Baumblütenfestes erwiesen sich dabei unter anderem blühende Obstbäume, das Sitzen in den Gärten, guten Obstwein trinken, Freunde einladen und mit ihnen feiern. Negativ bewerteten die Teilnehmer aller Altersgruppen vor allem den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen, Gewalt und Drogen, Sachbeschädigung und Pöbeleien sowie andere Belästigungen.

Wünsche: Mehrwegsystem und Mindestpreise für Alkohol

Für die Zukunft wünschen sich die Werderaner in der Umfrage ein Fest, das regionaler und nachhaltiger ist, wie die Umfrage zeigte. Die zehn beliebtesten Vorschläge für die Zukunft ab 2021 waren: Mehrwegbechersystem, Bevorzugung regionaler Unternehmen und hiesiger Gastronomen, gratis Trinkwasser, Regionalität als Grundsatz bei Künstlern, Produkten und Angeboten, Festzeiten wie bisher, Nachhaltigkeitsprinzipien, Mindestpreise für alkoholische Getränke, Organisation durch Vereine und die Stadt oder durch einen stadteigenen Betrieb.

Wunsch: Mehrweg- statt Einwegbecher. Quelle: Julian Stähle

„Die Hälfte der Top-10-Vorschläge bezieht sich auf mehr Regionalität und Nachhaltigkeit“, sagte Saß, „das deckt sich mit den Vorstellungen für ein echtes und nachhaltiges Werderaner Baumblütenfest, die auch ich für die Zukunft habe.“

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So haben die Werderaner übers Baumblütenfest abgestimmt

Stadt lädt zu Workshops zum Baumblütenfest

Buch: 140 Jahre Baumblütenfest auf 48 Seiten

Die kompletten Umfrageergebnisse sind auf der Homepage der Stadt einsehbar. Dazu gehören auch die Ergebnisse einer Kontrollgruppe, die per Zufallsausauswahl aus dem Melderegister gezogen wurde, und einer separaten Umfrage Werderaner Unternehmer, die im Ergebnis denselben Tenor wie die Gesamtumfrage hatten.

Werder hatte das Baumblütenfest mit 140-jähriger Tradition im vergangenen Dezember zunächst abgesagt. Grund war ein erfolglos zu Ende gegangenes Vergabeverfahren. Immer wieder hatte es Ausschreitungen und Körperverletzungen auf dem Fest gegeben. Jugendliche waren etwa aus Berlin angereist, um dort besonders viel Alkohol zu trinken. 2021 soll es nun einen neuen Ablauf geben. In diesem Jahr wird zur Zeit der Baumblüte in Gärten und Obsthöfen gefeiert - vom 25. April bis zum 3. Mai.

Bürger sollen an Workshops zum Fest teilnehmen

Bürgermeisterin Saß lud die Werderaner dazu ein, an den Workshops teilzunehmen, die am 12., 13. und 14. Februar um 18 Uhr im Schützenhaus stattfinden. Dort sollen die Vorschläge aus der Umfrage mit den Einwohnern konkretisiert und mit Leben erfüllt werden, erklärt Stadtsprecher Klix. Es handele sich um Wiederholungstermine mit jeweils demselben Ablauf, um möglichst vielen Werderanern die Teilnahme zu ermöglichen.

Einwohnerversammlung zum Baumblütenfest 2019. Quelle: Annika Jensen

Die Workshops sind der letzte Schritt eines mehrstufigen Einwohnerbeteiligungsverfahrens zur Zukunft des Baumblütenfestes, das im November begonnen hatte. Nach den Workshops wird das komplette Einwohnerbeteiligungsverfahren dokumentiert. Die Dokumentation wird einer Fachagentur übergeben, die ein Basiskonzept für ein neues Blütenfest erstellt. Es soll danach diskutiert, überarbeitet und den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Anmeldung für einen der drei Workshops: Mail an l.strothmann@werder-havel.de oder Tel. 03327/78 31 14

Von Alexander Engels

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