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Werder (Havel) Ein Stammtisch nur für Frauen
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Ein Stammtisch nur für Frauen
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10:33 04.06.2019
Peggy Sinning war im vorigen Jahr Werders Baumblütenkönigin.Jetzt hat sie ein Frauen- und Unternehmerinnen-Netzwerk gegründet. Quelle: Friedrich Bungert
Werder

Nichts geht über den persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht, auch im Zeitalter der Digitalisierung. Mit dieser Motivation gründeten Peggy Sinning und Andrea Jürgens-Haedke im April das Frauennetzwerk Werder Havel. Die Baumblütenkönigin 2018 und ihre Bekannte trafen einen Nerv: Über 80 Interessentinnen aus Werder Havel oder einem der Ortsteile nahmen via Facebook Kontakt auf.

„Der Kern des Frauennetzwerkes ist ein Stammtisch, an dem wir in einer noch überschaubaren Zahl zusammensitzen und reden möchten“, sagt Peggy Sinning. Nur als virtuelle Gruppe im Internet wollen die Initiatorinnen das Netzwerk nicht führen – so hatten es einige Interessentinnen bei einem ersten Anlauf aufgefasst. „Persönliche Treffen sind essenziell, um neue Kontakte zu knüpfen und vor allem die Person hinter dem Account kennenzulernen“, erklärt die 37-jährige Werderanerin.

Werder: Havel-Idylle. Quelle: TMB/Steffen Lehmann

Wer nur in einer Gruppe sein wolle, um in einer Gruppe zu sein, sei fehl am Platz. „Wir möchten uns in konstruktiven Gesprächen austauschen“, sagt sie weiter. Die geborene Magdeburgerin, die selbst vor zwölf Jahren nach Werder kam, stellt sich das Frauennetzwerk als Plattform für Zugezogene vor, aber auch für Werderanerinnen, die mal andere Frauen treffen möchten. Das Teilnehmerinnenprofil reiche von ganz Jungen bis zu Rentnerinnen, mit völlig unterschiedlichen Interessen. „Natürlich sind es alles Frauen, die gerne unter Leuten sind“, erläutert Peggy Sinning.

Da sich unter den Netzwerkerinnen auch Unternehmerinnen und Vereinsmitglieder befinden, liegt die Frage nahe, ob diese den Treffpunkt nicht für ihre Akquisition nutzen? Informationen über kommerzielle Beratungsangebote seien bei den persönlichen Treffen möglich, sagt Peggy Sinning, jedoch solle es nicht zu einer Werbeveranstaltung mutieren.

Anfragen von Männern werden freundlich abgeblockt

„Wir müssen mal sehen, wo die Reise hingeht“, lässt es die freiberufliche Ernährungs- und Kosmetikberaterin noch offen. Auch bei aggressiven Äußerungen wie sie im Netz vorkommen, wissen sich die Administratorinnen zu helfen. „Wir würden die Person einmal ermahnen und dann im wiederholten Fall aus dieser Gruppe entfernen. Bis jetzt war dies noch nicht der Fall“, sagt sie.

Anfragen von Männern, die sie „spaßeshalber“ hatten, weisen sie dankend zurück. „Wir sind keine Feministinnen“, so die Mutter zweier Söhne, aber es gebe bereits eine Menge Männer- oder Unternehmernetzwerke. „Frauen besprechen andere Themen und ticken anders. Wir reden auch übers Kinderkriegen, das ist für einen Mann vielleicht nicht ganz so spannend.“ Aktuell hat das Netzwerk 42 Mitglieder, wobei der Stammtisch mit zehn Personen die Basis bildet. „Man kann einen Stammtisch nicht bis ins Unermessliche ausdehnen“, sagt Peggy Sinning, „wir wollen ohne ein Blatt vorm Mund sprechen können und die Menschen hinter dem Profilbild kennenlernen.“ Eine Gruppe, die auch gemeinsam Aktivitäten unternehmen möchte, hat sich aus dem Teilnehmerkreis formiert und wird weiter ausgebaut.

„Wir brauchen vor allem Verbindlichkeit“

Um einen vertrauensvollen Umgang zu ermöglichen, stellen die Gruppenadministratorinnen drei Fragen, mit denen sie geeignete Teilnehmerinnen herausfiltern. Der Wohnort muss angegeben werden, es wird nach den persönlichen Interessen gefragt und wie man vom Frauennetzwerk Werder Havel erfahren habe.

„Wir brauchen vor allem Verbindlichkeit bei den Zusagen zu den Gruppenabenden“, sagt Peggy Sinning, „der Gastwirt plant auch mit unserer Anwesenheit.“ Die Treffen, jeweils in derselben Lokalität, sollen 35 Personen nicht überschreiten. Dafür muss man sich online über eine Doodle-Umfrage anmelden.

Zudem besteht eine Whatsapp-Gruppe zum Nachrichtenaustausch unter den digital bereits bestens vernetzten Werderaner Frauen. Doch auch die klassische Organisationsform, der Verein, steht als prüfenswerte Option im Raum. „Wir haben erfahrene Mitglieder aus dem Obst- und Gartenbauverein und anderen Vereinigungen unter uns, deshalb könnten wir uns auch eine Vereinsgründung für das Frauennetzwerk vorstellen“, sagt sie. Der neue Treff in Werder steht erst am Anfang seiner Möglichkeiten.

Von Gabriele Spiller

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