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Werder (Havel) Retrospektive zeigt Wolfgang Lieberts Bilder aus mehr als 50 Jahren
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Retrospektive zeigt Wolfgang Lieberts Bilder aus mehr als 50 Jahren
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11:53 28.09.2019
Ausschnittt aus „Persiusspeicher im Winter“ von Wolfgang Liebert Quelle: .
Werder

Betritt man die neue Ausstellung in der Stadtgalerie Werder, sieht man sich dem „Persius-Speicher im Winter“ gegenüber. Schnee und Eis scheinen die Farbe des markanten Bauwerks in der Potsdamer Zeppelinstraße gebleicht zu haben. Als hätte Väterchen Frost Haus und Hof angehaucht. Ganz unterschiedliche Motive aus der Stadt, in der er seit Kindertagen zu Hause ist, zeigt der Potsdamer Maler Wolfgang Liebert in der Retrospektive seines Schaffens, die noch bis zum 3. November im Kunstgeschoss des Werderaner Schützenhauses zu sehen ist.

Student an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Liebert, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feierte, künstlerisch unterwegs. Die ältesten Bilder, die in Werder gezeigt werden, entstanden in den 1960er Jahren. Da war er gerade Student an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee geworden. Es sind neben Porträts seiner Mutter und seines Großvaters unter anderem eine Ansicht der Dorfstraße von Sputendorf oder ein Obstgarten in Golm. In den 1980ern dokumentierte der Künstler im Holländischen Viertel sowie in der Gutenbergstraße den Verfall des alten Stadtzentrums. Die Überzahl der ausgestellten Potsdam-Ansichten malte Liebert jedoch im 21. Jahrhundert, z.B. in und um Sanssouci, am Pfingstberg mit dem Jüdischen Friedhof, an der russisch-orthodoxen Kirche der Kolonie Alexandrowka.

Melancholisches und Märchenhaftes

Jenseits der Oder im damaligen Westpreußen ist Wolfgang Liebert 1944 geboren worden. Diesem Gebiet im heutigen Polen, in dem seine Familie einst lebte und das er noch vor seinem ersten Geburtstag verlassen musste, näherte er sich in den zurückliegenden Jahren an, wie zahlreiche Bilder zeigen. Sie deuten auf eine liebevolle Annäherung sowohl zu den Menschen als auch der Landschaft hin. Da finden sich Melancholisches wie der „Bahnhof ohne Ankunft“ oder der „Bahnhof ohne Wiederkehr“, Natur- und Landschaftsmalerei wie der herbstliche Blick auf „Jadwigas Garten“ aber auch Fantasievolles wie die „Sternennacht im August - Roscin“ oder „Roscin - Augustnacht am verlassenen Bahnhof“. Diese beiden scheinen einem wunderbaren Märchenbuch entschlüpft zu sein.

Ausstellung läuft noch bis zum 3. November

Vor Lieberts „Der neue Turmbau zu Babel – Apokalypse“ aus dem Jahr 2015 kann man lange verweilen. Wie viele Katastrophen der Menschheitsgeschichte hat der Künstler in diesem verwinkelten Turm versteckt? Man findet die Kreuzigung Jesu, die Reste antiker Krieger, das trojanische Pferd, den Stier aus Picassos Antikriegsbild „Guernica“ und so viel mehr. Unterhalb des Turms versucht ein Boot, vollbesetzt mit Menschen, das rettende Gemäuer zu erreichen und verbindet dabei die historischen Ereignisse mit unserer Gegenwart. Das Gemälde ist für die Ausstellung von einem Sammler ausgeliehen.

Mitunter verblüfft Wolfgang Liebert durch Wechsel im Stil. Neben sehr detailreichen Darstellungen von Natur und Stadt hängen Landschaften, die aus strukturierten Flächen komponiert sind

Die Wolfgang-Liebert-Retrospektive ist bis zum 3. November in der Stadtgalerie Werder, Uferstraße 10, donnertags, samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Edith Mende

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