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Werder (Havel) Werderaner Schüler machen bei 100 Jahre Waldorf mit
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Werderaner Schüler machen bei 100 Jahre Waldorf mit
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19:10 29.08.2019
Drei Schüler der Waldorfschule Werder freuen sich über den Staffelstab zum 100-jährigen Bestehen der Waldorfschulen Quelle: Annika Jensen
Werder

Sie waren ein bisschen spät dran, die Potsdamer Waldorfschüler. Und doch wurden sie an der Waldorfschule Werder mit großem Jubel empfangen. Etwa 100 Jugendlichen trafen sich, um einen Staffelstab auszutauschen.

Er ist einer von drei Stäben, die allesamt im Juni vergangenen Jahres in Flensburg gestartet sind und seither von zahlreichen Waldorfschulen in ganz Deutschland weitergereicht werden. Anlass dieser Aktion ist das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen des pädagogischen Konzeptes der Waldorfschulen. 1919 wurde in Stuttgart die erste Waldorfschule eröffnet.

Die Potsdamer (r.) übergeben den Staffelstab an die Werderaner Waldorfschüler. Der Stab ist einer von drei, die seit Juni 2018 durch ganz Deutschland gereicht wurden. Anlass: Vor 100 Jahren eröffnete in Stuttgart die erste Waldorfschule. Quelle: Annika Jensen

Die Potsdamer hatten den Stab am Donnerstagmittag von Magdeburger Schülern entgegengenommen. Anders als die Übergabe in Werder war jene in Potsdam fliegend. „Die Leute aus Magdeburg kamen an und dann sind wir gleich losgefahren“, erzählte einer der drei Potsdamer Achtklässler, die den Stab für ihre Schule angenommen hatten. Diese Übergabe war also eigentlich eher ein schlechtes Beispiel für den Gedanken hinter der Staffel-Aktion.

Denn eigentlich geht es darum, miteinander in Kontakt zu kommen. „Die Idee gefällt mir sehr gut,“ sagt ein 13-Jährige Werderaner Schüler, „ich freue mich schon darauf, einige der Potsdamer kennenzulernen.“ Mit ihren Gästen wollen sie noch etwas zusammensitzen und sich austauschen. Die Fünftklässler haben den Hof mit buntem Kreppband geschmückt und die Sechstklässler haben für ein großes Kuchenbuffet gesorgt.

Der Staffelstab zu 100 Jahre Waldorf. Jede Schule hinterlässt ein Zeichen, dass sie mitgemacht hat. Die Potsdamer brachten eine Kupferplatte an. Quelle: Annika Jensen

Als nächstes geht der Stab nach Kladow in Berlin. Dort haben die Werderaner eine weitere Gelegenheit, andere Waldorfschüler kennenzulernen. Die Achtklässler fahren am Montag mit dem Fahrrad nach Berlin. Doch vorher werden sie den Stab signieren, ihm den Namen ihrer Schule hinzufügen. Das macht jede Einrichtung, die am Staffellauf teilnimmt. Deshalb ist er in Flensburg als kurzes Stück Holz gestartet und hat mittlerweile eine Länge von gut einem Meter. Die Potsdamer haben zuletzt ein Stück Holz angebracht und darauf eine Kupferplakette mit dem Namen ihrer Stadt fixiert.

Zu Fuß, per Rad oder Boot: Der Stab reist auf verschiedene Arten

Begleitet werden die Werderaner Schüler auf ihrer Radtour nach Berlin von ihrer Klassenlehrerin, Beatrix Wittekindt (53) und ihrem Sportlehrer Clemens Hölscher (29). „Ich finde den Staffellauf eine schöne Idee, um die Vielzahl der Waldorf-Einrichtungen in Deutschland zu zeigen“, sagt Hölscher, „auch weil es die Schulen untereinander in Kontakt bringt und damit meine ich Schüler und Lehrer.“

Der Staffelstab wird von den Schülern zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Boot transportiert. Aber nicht jede Waldorfschule nimmt teil. Clemens Hölscher war auf einem Treffen von Waldorf-Sportlehrern aus Berlin und Brandenburg, auf dem beschlossen wurde, dass alle Schulen der anwesenden Lehrer mitmachen. Das Resultat: Allein in Berlin reichen sich 15 Schulen den Stab weiter.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 von Rudolf Steiner (1861-1925) zusammen mit Emil Molt, Besitzer der damaligen Waldorf Astoria Zigarettenfabrik, für die Arbeiterkinder in Stuttgart gegründet und nach der Fabrik benannt. Mit dieser Schule wurde erstmals das Prinzip sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen verwirklicht.

Ein entscheidendes Prinzip des Waldorflehrplans liegt in der Abstimmung der Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen auf das kindliche Lernen und die Stufen menschlicher Entfaltung in Kindheit und Jugend.

Weltweit gibt es mittlerweile 1149 Waldorfschulen, davon 779 in Europa. Die meisten von ihnen befinden sich in Deutschland, 2018 waren es 245.

Ziel ist am 19. September das Tempodrom in Berlin. Bei einer großen gemeinsamen Feier treffen alle drei Stäbe gleichzeitig ein. Da diese Veranstaltung allerdings schon ausgebucht ist, die Werderaner es sich aber nicht nehmen lassen wollen, viele andere Waldorfschüler kennenzulernen, wenn sie schonmal alle auf einem Fleck sind, organisierte Hölscher mit den anderen Sportlehrern gemeinsam ein „Ultimate-Frisbee-Turnier“ auf dem Tempelhofer Feld. Dort wollen auch die Schüler aus Werder antreten.

Von Annika Jensen

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