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Werder (Havel) Zweckverband baut größeren Speicher
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Zweckverband baut größeren Speicher
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09:27 31.08.2019
Symbolischer erster Spatenstich für den neuen Trinkwasserhochbehälter auf der Friedrichshöhe. Ende 2021 soll er in Betrieb genommen werden. Quelle: Foto: Heinz Helwig
Werder

Stolze 106 Jahre alt ist der Trinkwasserhochbehälter auf der Werderaner Friedrichshöhe geworden. In dieser Zeit hat er die Einwohner der Stadt und später auch ihre Ortsteile sowie einige Orte der Gemeinden Kloster Lehnin und Groß Kreutz (Havel) zuverlässig mit Trinkwasser versorgt. Doch jetzt hat er Setzungsrisse im Mauerwerk bekommen. Außerdem reichen die 3000 Kubikmeter Trinkwasser, die er vorhält, längst nicht mehr aus, um den Bedarf der gewachsenen und wachsenden Kommunen im Verbandsgebiet des Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAZV) Werder-Havelland vollends decken zu können.

Vier Baufirmen sind beteiligt

Darum hat sich der Verband entschlossen, den alten Hochbehälter abreißen und an seiner Stelle einen größeren Wasserspeicher bauen zu lassen. Den symbolischen ersten Spatenstich führten WAZV-Geschäftsführerin Bärbel Gärtner, Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), Werders Ehrenbürger und Ex-Verbandsvorsteher Werner Große (CDU) sowie Vertreter des Planungsbüros und der vier beteiligten Baufirmen am Freitag aus.

Neuer Speicher fasst 5000 Kubikmeter Trinkwasser

Der neue Hochbehälter soll nur noch zwei statt der bisher vier Kammern haben, dafür aber 5000 Kubikmeter aufbereitetes Trinkwasser aufnehmen können.

Der Speicher gleicht in Spitzenzeiten die fehlende Menge Trinkwasser aus, die der Zweckverband mit seinen Anlagen nicht mehr bereitstellen kann.

In Spitzenzeiten werden bis zu 900 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde benötigt. Die Pumpen des Verbandes können nur etwa die Hälfte davon fördern.

Die Bauvorbereitungen sollen noch in diesem Monat beginnen. Dazu gehören der Aufbau einer Zwischenlösung für die Trinkwasserversorgung während der Bauphase und der Abriss der ersten beiden Kammern des Altbaus. Das Baufeld soll bis zum Dezember dieses Jahres soweit hergerichtet sein, dass bis zum April 2020 die Erdarbeiten abgeschlossen werden können, um im Mai mit dem Bau des neuen Hochbehälters aus Betonfertigteilen zu beginnen. Zwei neue Hochdruckleitungen zur Eisenbahnstraße beziehungsweise zum Wasserwerk am Plessower See hat der Verband schon legen lassen. „Wir müssen einige Hygieneauflagen beachten“, sagt Projektleiter Reinhard Krüger vom Ingenieurbüro Siedlungswassertechnik (IBS). So haben die Bauleute eigens eine Fläche mit einer Schwarzdecke überzogen, auf der die großen Baugeräte abgestellt werden müssen.

Denkmalpflege schreibt Outfit vor

In einem dritten Abschnitt werden die Wassertechnik und die Elektro- sowie die Steuerungsanlagen installiert. Am Schluss gestalten die Bauleute noch die Fassade und die Außenanlage des Speichers. Das Outift hat die Denkmalpflege des Landkreises vorgegeben. Wegen der denkmalgeschützten einstigen Ausflugsgaststätte gleich nebenan darf der Hochbehälter nur mit einem ähnlich blassen Ziegelstein verkleidet werden. Nach dem Probebetrieb und der Inbetriebnahme Ende 2021 soll anschließend die zweite Hälfte des alten Behälters abgerissen werden.

Nur solche Steine wurden von der Denkmalpflege für die Verkleidung des neuen Trinkwasserhochspeichers genehmigt, sagt Verbandsgeschäftsführerin Bärbel Gärtner (l.) zu Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Quelle: Heinz Helwig

Bis dahin will der Zweckverband Trinkwasser von den Potsdamer Stadtwerken kaufen, sagt Geschäftsführerin Gärtner. Außerdem hat er zwei Brunnen aktiviert und eine Aufbereitungsanlage errichtet. Außerhalb von Werder können weitere Kapazitäten aus Verbandsanlagen genutzt werden. Trotzdem sind die Mengen begrenzt. „Wir appellieren an alle Bürger, stets und besonders in der Bauzeit von August 2019 bis Dezember 2021 sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen“, wendet sich die Bürgermeisterin an die Werderaner.

Speicher versorgt 32 000 Menschen

Rund 6,1 Millionen Euro hat der Zweckverband Werder-Havelland in seinem Haushalt für den neuen Speicher eingeplant. Annähernd 1,3 Millionen Euro davon werden vom Land kommen. Der Hochbehälter wird 32 000 Einwohner der Region stabil mit Trinkwasser versorgen.

Von Heinz Helwig

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