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Werder (Havel) Wettbewerb „Goldene Kruke“ in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Wettbewerb „Goldene Kruke“ in Werder
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14:43 19.04.2018
234 Proben von 30 Erzeugern standen zum Verkosten im Werderschen Schützenhaus bereit. Quelle: Anne Knappe
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Werder

Die Rote Lola ist die große Unbekannte dieses Jahr. Sie steckt in Flasche Nummer 135. Jurorin Kerstin Otto vom Weinverein nippt am Wein-Glas. „Sehr lecker – Johannisbeere ist bestimmt drin,“ mutmaßt sie.

Beim Wettbewerb „Goldene Obstwein-Kruke“ des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins testeten sich die 30 Juroren am Mittwochabend im Schützenhaus auf der Werder-Insel durch die unterschiedlichen Weine. 234 Proben von 30 Erzeugern standen auf großen Tafeln zum Verkosten bereit – drei Proben mehr als letztes Jahr.

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Unter den Jurymitgliedern war auch Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) sowie die aktuell amtierende Baumblütenkönigin Christin Schiffner, die noch knapp 14 Tage im Dienst sein wird.

Die Weine wurden in neun Kategorien unterteilt, je nachdem ob es sich um Steinobst, Gemischtes oder heimische Raritäten handelte. Darunter waren neben Klassikern wie Schwarze Johannisbeere, Kirsche oder Erdbeere auch wieder Löwenzahn und Aronia dabei. Zu den großen Exoten zählte dieses Mal Pfingst- und Wildrose.

Beerenweine gibt es dieses Jahr reichlich

Im vergangenen Jahr habe man sich große Sorgen gemacht, ob der Wein für diese Saison reiche, so Walter Kassin, Vorsitzender des Gartenbauvereins. Noch während der Baumblüte brach damals der Spätfrost herein und schmälerte die Kirsch-Ernte. Deshalb sei die Kategorie „Beeren“ mit 38 Proben Spitzenreiter. Denn Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren gab es reichlich. Gleich danach würden die Mischweine mit 31 Stück folgen. In diese Kategorie fällt auch die Rote Lola. Kassin lüftet das Geheimnis: „Es ist eine Mischung aus Himbeere und Brombeere.“ Das sei eine Wortschöpfung des Obsthofs Schultz, der für solche Ideen schon bekannt ist. Insgesamt würde es dieses Jahr also nicht weniger Wein geben.

Um bei dem Wettbewerb mitzumachen, muss ein Erzeuger mindestens 50 Liter Wein vorrätig haben. „Die meisten haben aber mehr,“ winkt Kassin lächelnd ab.

Die Juroren konnten, wie im vergangenen Jahr eingeführt, Schulnoten von eins bis fünf vergeben. „Der Wein darf nicht zu süß und nicht zu alkohollastig sein,“ erklärt Winzer Manfred Lindicke. „Der ein oder andere kippt auch gerne mal Likör rein, um mehr Aroma rauszukitzeln.“ Ein Obstwein sollte aber nicht mehr als 15 Prozent Alkohol enthalten, weiß der Experte. Im Schnitt würden die angebotenen Weine höchstens 12 bis 13 Prozent haben. Der Wein, der am Ende prämiert wird, garantiert Top-Qualität und aromatischen Geschmack.

Welcher der 30 Erzeuger sich in diesem Jahr mit der Auszeichnung „Goldene Kruke“ schmücken darf, wird am Mittwoch, den 18.April, bekannt gegeben. Am 28.4 beginnt das 139. Baumblütenfest und endet am 6. Mai.

Von Anne Knappe