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Werder (Havel) Womit sich das neue Stadtparlament befassen wird
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Womit sich das neue Stadtparlament befassen wird
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10:06 30.04.2019
Eines der vorherrschenden Themen in der zu Ende gehenden Legislaturperiode im Stadtparlament war die Werderaner Therme. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Die Frage um die Zukunft der halb fertigen Therme soll das Werderaner Stadtparlament die längste Zeit beschäftigt haben. In der nun endenden Legislaturperiode diskutierten die Abgeordneten viel über Verkauf, Abriss und die Suche nach einem neuen Partner. Inzwischen ist das Projekt in festen Händen und die Baugenehmigung für den Umbau des Bades in den Havelauen erteilt. Fest steht: Es geht weiter mit der millionenschweren Baustelle und sie soll sich binnen zwei Jahre in eine neue Attraktion verwandeln. Die künftige Stadtverordnetenversammlung, über die die Werderaner bei der Kommunalwahl am 26. Mai unter anderem entscheiden sollen, wird den Prozess weiter begleiten, aber den Fokus auch wieder stärker auf die anderen Themen legen, die die 26 000-Einwohner-Stadt beschäftigen.

Ganz oben auf der Agenda steht wohl weiter das Problem der fehlenden Kita-Plätze in der Stadt und in der weiteren Folge auch die drohende Überfüllung der Grundschulen. Zuletzt fehlten 300 Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder. Die Schuld dafür wurde oft auf eine falsche Bedarfsplanung des Kreises und auf die fehl gelaufene Prognose von Landesstatistikern geschoben, die besagte, Werder würde schrumpfen. Das Gegenteil war der Fall. Die Blütenstadt hat heute im Vergleich zum Jahr 2014 rund 2000 Einwohner mehr und ist damit etwa genauso stark gewachsen wie zum Beispiel Teltow.

300 weitere Plätze geplant und vorbereitet

Zwischen 2015 und 2017 haben die Stadt und ein freier Träger 183 neue Kitaplätze geschaffen. „Und wir wissen trotzdem alle: Das ist noch nicht genug und die Eltern, die auf einen Kitaplatz warten, brauchen unsere Hilfe“, sagte Werders 1. Beigeordneter Christian Große (CDU), als die Stadt Werder eine eigene Kita- und Schulbedarfsplanung in Auftrag gab. Weitere 300 Plätze sind mit neuen Einrichtungen in Elisabethhöhe und in der Adolf-Damaschke-Straße derzeit geplant. In Elisabethhöhe ist das Baufeld bereits abgesteckt. Tagesmütter werden inzwischen als zusätzliche Unterstützung monatlich von der Stadt bezuschusst. Dennoch kommen diese Bemühungen für viele Eltern und Kinder zu spät.

22 113 Werderaner dürfen am 26. Mai ihre Kreuze für die Wahl der neuen Stadtverordnetenversammlung setzen. Außerdem entscheiden sie über die Besetzung der acht Ortsbeiräte, des Kreistages und des Europaparlamentes. Bei der Kommunalwahl 2014 gab es in Werder 20 512 Wahlberechtigte, von denen 9592 (46,8 Prozent) zur Urne gingen. Acht Parteien traten an. Die CDU blieb mit großem Abstand stärkste Kraft und holte fast die Hälfte aller Stimmen. Die SPD hatte die Linke als zweitstärkste Partei abgelöst.

Marodes Kino ist ein vielfältiger Kulturort geworden

Seither ist die Stadt in vielerlei Hinsicht gewachsen: Die Havelauen wurden als jüngster Stadtteil fertig gestellt, viele Sanierungen in der Innenstadt kamen zum Abschluss – das letzte große Projekt ist das Lindowsche Haus, das im Mai als Touristeninfo eröffnet werden soll, und auch kulturell hat Werder immer mehr zu bieten. Das marode Scala Kino etwa entwickelte sich zu einem beliebten und vielfältigen Kulturort. Die Stadt soll nun über den Kauf des Kinos verhandeln und damit den Erhalt sichern, um den sich der Betreiber bislang aus eigener Tasche und mittels Spenden bemüht.

Was die Werderaner noch immer schmerzlich vermissen, ist der Tunnel am Bahnhof, der eigentlich schon lange hätte dem Warten an der Schranke ein Ende setzen sollen. Dank eines Vorstoßes der Stadt und des Landes konnte immerhin das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Zuvor gab es langwierige Differenzen mit der Bahn über einen neuen Rad- und Fußgängertunnel. Die Bahn wollte den bestehenden behalten, weil sonst Umwege und Gefahren für die Pendler entstehen würden, so die Meinung der DB Station & Service AG. Nun wird die Stadt zum Teil Baulastträger für diese Unterführung. Anfang der 2020er Jahre sollen die Bauarbeiten beginnen.

Verkehrskonzept ist in Arbeit

Auch die Innenstadt bricht regelmäßig unter den stärker gewordenen Verkehrsströmen zusammen. Parallel zum Stadtentwicklungskonzept wird derzeit ein Verkehrskonzept für Werder erarbeitet. Zuletzt gab es deshalb Verkehrszählungen. Bis zum Jahresende soll laut Stadtsprecher Henry Klix ein Zwischenergebnis vorliegen. Geht es nach Wünschen der Werderaner soll die Stadt vor allem fahrradfreundlicher und die Insel möglicherweise autofrei werden. Mehr Pendler sollen davon überzeugt werden, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Das kam bei einem Diskussionsabend zum Stadtentwicklungskonzept heraus. Auch die Schaffung von altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen wird das neue Stadtparlament weiter beschäftigen.

Wer tritt an?

Zur Kommunalwahl 2019 in Werder (Havel) treten insgesamt 151 Kandidaten aus neun Parteien und Wählergruppen für Sitze in der Stadtverordnetenversammlung an. Unter ihnen befinden sich zwei Einzelvorschläge: Steffen Königer und Ingo Krüger.

Neu dabei ist bei dieser Wahl die Vereinigung der Stadtmitgestalter, die vor allem wegen des Bürgerbegehrens zur Therme im vorigen Jahr auf sich aufmerksam gemacht hatte. Sie treten mit zwölf Kandidaten an.

Für den Ortsbeirat Bliesendorf stehen acht Kandidaten zur Wahl, in Derwitz sind es fünf, in Glindow kommen 26 auf die Liste und in Kemnitz sind es neun Kandidaten.

In Petzow treten für den Ortsbeirat sechs Anwärter an, in Phöben sind zehn Kandidaten zusammengekommen, in Plötzin sind es sechs und für Töplitz stehen 21 zur Auswahl.

Wahlleiterin ist Annika Lack.

Von Luise Fröhlich

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