Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Werder führt Sommer-Schließzeiten ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder führt Sommer-Schließzeiten ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 26.10.2017
In Werder wird es künftig einheitliche Sommer-Schließzeiten in den Kitas und Horten geben.
In Werder wird es künftig einheitliche Sommer-Schließzeiten in den Kitas und Horten geben. Quelle: dpa
Anzeige
Werder

Die kommunalen Kitas und Horte der Stadt Werder haben in den Sommerferien künftig zwei Wochen lang geschlossen. Galten bislang noch sogenannte „alternative Ferienbetreuungen“ von zwei bis drei Wochen in den Einrichtungen, führt die Stadt ab 2018 einheitliche Schließzeiten ein. Das bestätigte Werders 1. Beigeordneter, Christian Große (CDU), auf MAZ-Anfrage. „Aus der Alternativbetreuung soll eine regelmäßige Ferienbetreuung werden“, begründete er den Entschluss. Probleme und Beschwerden von Eltern hätten gezeigt, dass die Alternativbetreuung nicht optimal ist. Anstelle der klassischen Gruppenarbeit werden die Kinder dabei unabhängig von ihrem Alter und der Gruppe betreut, erklärte Christian Große.

Schwierig wurde es für die Eltern auch, wenn mehrere Kinder verschiedene Einrichtungen in der Stadt besuchen, die zu unterschiedlichen Zeiten geschlossen hatten. „Die gemeinsame Ferienbetreuung erfolgt dann künftig in einer Kita und einem Hort zentral in der Kernstadt“, so der Vize-Bürgermeister weiter. Ein oder zwei weitere Einrichtungen kämen hinzu, sollten sich die Elternanträge häufen. Aus den Kitas und Horten, die Kinder in die Ferienbetreuung schicken, sollen auch Erzieher in die entsprechende Einrichtung gehen. Auf diese Weise könne eine Vertrautheit für die Kinder gewährleistet werden, so Christian Große.

Für manche zu kurzfristig, um Urlaub zu nehmen

Die einheitlichen Schließzeiten hätten aber auch Vorteile für das Personal. „Dass in der Ferienbetreuung, wie bisweilen geschehen, sieben Kinder von vier Erziehern betreut und damit personelle Ressourcen aufgezehrt werden, wird mit der neuen Lösung nicht mehr passieren“, sagte er. Mit der neuen Methode könnten die Urlaubszeiten der Erzieher besser organisiert werden.

Letztlich würden die Schließzeiten auch dabei helfen, Renovierungen und Umbaumaßnahmen effizienter umzusetzen. Wie berichtet, hat die Stadt Werder in diesem Jahr schon knapp drei Millionen Euro in frische Anstriche und moderne Ausstattung investiert.

Wie machen es die Nachbarn?

Im kommenden Jahr haben die kommunalen Kitas in Werder vom 23. Juli bis 3. August geschlossen. Bislang gab es in den Kitas und Horten unterschiedliche oder sogar gar keine Schließzeiten im Sommer.

In der Nachbarkommune Groß Kreutz (Havel) gibt es bereits Sommer-Schließzeiten.Dort teilen sich die kommunalen Einrichtungen die Sommerferienzeit auf. Mindestens vier Kitas oder Horte haben immer offen.

Die Gemeinde Schwielowsee arbeitet gänzlich ohne Schließzeiten in den Sommerferien.

Mit der neu errichteten Kita in der Adolf-Damaschke-Straße in Werder ist die Zahl der städtischen Einrichtungen auf neun gewachsen.

Die Eltern sehen die festgesetzten Schließzeiten mit gemischten Gefühlen, wie Elternvertreterin Doreen Recknagel berichtet. Für einige sei es beispielsweise schwierig gewesen, in diesen beiden Wochen Urlaub zu nehmen. Die Entscheidung sei so kurzfristig an die Einrichtungen, Kitaausschüsse und somit an die Eltern herangetragen worden, dass manchem wenig Spielraum geblieben wäre. „Die Sommerferien sind die teuerste Zeit und obwohl ich noch kein Schulkind habe, muss ich in dieser Zeit Urlaub nehmen“, sagt die Werderanerin.

Bis Ende Februar können Eltern Ferienbetreuung beantragen

Andererseits seien manche Kitas nun nicht mehr drei Wochen lang, sondern eben nur noch 14 Tage geschlossen. „Hat man Kinder in unterschiedlichen Einrichtungen musste man ja, wenn es hart auf hart kam, im Sommer sechs Wochen abdecken“, so Doreen Recknagel weiter. Das habe manche Eltern vor eine Herausforderung gestellt. Dennoch sei verständlich, dass Renovierungsarbeiten nicht zulasten der Kinder gehen sollten. In der Kita „Märchenwald“ in Phöben etwa, wo es bislang gar keine längeren Schließzeiten gab, sei das Konzept aber auch auf Kritik gestoßen.

Bis Ende Februar können Eltern für die Schließzeit in der dritten und vierten Sommerferienwoche 2018 eine Ferienbetreuung für ihre Kinder beantragen. Einige Kitas haben die Termine und Daten schon in ihre Online-Terminkalender aufgenommen.

Von Luise Fröhlich