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Potsdam-Mittelmark Werkstatt ist Vorstufe zum Museum
Lokales Potsdam-Mittelmark Werkstatt ist Vorstufe zum Museum
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18:54 26.01.2018
Das Herrenhaus stand einst im Alten Dorf. Im Krieg wurde es weitgehend zerstört. Dennoch gehört es zum „Gedächtnis“ der Gemeinde. Quelle: Archiv
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Kleinmachnow

Das längerfristig angelegte Museumsprojekt in Kleinmachnow wird weiter diskutiert. Kuratorin Alexis Hyman Wolff regte jetzt an, bis 2020 ein Ausstellungskonzept zu erarbeiten und eine Sammlung zum 100-jährigen Bestehen der Landgemeinde zu beginnen. Nach einer Endauswertung soll dann schließlich entschieden werden, „wie es mit einer Museumsform weitergeht“, so Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD).

Als Anlaufstelle für interessierte Kleinmachnower soll – wie bereits beim Museumsprojekt des Vorjahres zum Thema Wurzeln – eine Museumswerkstatt dienen, in der auch Veranstaltungen und die Jubiläumsausstellung stattfinden werden. Wo diese „Ausstellungsprojektwerkstatt 2020“ untergebracht werden kann, ist jedoch noch nicht geklärt. Die bisherige Heimat der Museumsinitiative, das Sommerfeld-Haus in der Karl-Marx-Straße 117, steht jedenfalls nicht mehr dafür zur Verfügung. Die Kleinmachnower Gemeindevertretung hat erst im Dezember beschlossen, das denkmalgeschützte Haus zur Erbpacht auf 99 Jahre auszuschreiben.

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Werkstatt könnte ehemalige Kirche nutzen

Derzeit trifft sich die Museumsinitiative an verschiedenen Orten, darunter auch im Rathaus oder in den Kammerspielen. „Die Werkstatt gibt es noch nicht als Ort“, bestätigt auch Bettina Konrad, Kleinmachnows Fachbereichsleiterin für Schule, Kultur und Gebäudemanagement gegenüber der MAZ. Es werde sicher Räume geben, aber wo, sei noch unklar. Die Auferstehungskirche, die nach dem Umzug der evangelischen Kirche in ihr neues Gemeindehaus am Zehlendorfer Damm als Standort für Museumsinitiative und Heimatverein im Gespräch ist, wäre jedoch durchaus geeignet und könnte ihrer Meinung nach auch schon während einer Sanierung entsprechend genutzt werden, so Konrad

Damit die Einwohner Kleinmachnows dann auch wirklich zahlreich mitmachen, soll das Vorhaben möglichst auch in den Ablauf der Schulen und Kitas integriert werden. Dazu sollen direkt nach dem Startschuss Kooperationen mit den Bildungseinrichtungen initiiert werden.

Als erstes stünde jedoch zunächst einmal die Festlegung der Bereiche und der Prioritäten für die Sammlung auf dem Programm. „Die muss professionell angelegt, dokumentiert und betreut werden“, so Kuratorin Hyman Wolff.

Die Gesamtkosten sind noch nicht berechnet

Die Sach- und Honorarkosten für dieses Vorhaben werden mit 210 000 Euro für drei Jahre angegeben – 60 000 Euro in diesem Jahr und jeweils 10 000 Euro mehr für 2019 und 2020. Die Gelder für die Folgemittel werden aber erst dann freigegeben, wenn die Notwendigkeit zuvor geprüft worden ist. In der Gesamtsumme noch nicht berücksichtigt sind jedoch eventuelle Raumnutzungskosten für die geplante Museumswerkstatt.

Da für 2018 bereits 20 000 Euro für das Museumsprojekt im Haushalt vorgesehen sind, müssten 40 000 Euro aus der Deckungsreserve zur Verfügung gestellt werden. Das müssen die Gemeindevertreter entscheiden – und sich damit hinter die Vorstellungen der Museumsinitiative und des Heimatvereins stellen.

Der Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales konnte sich für die Museumsidee vor wenigen Tagen jedenfalls erwärmen. Etwas kritischer sah das am Donnerstagabend der Finanzausschuss. Dort wurde dem Langzeitprojekt nur mit knapper Mehrheit zugestimmt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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