Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wiesenburg Wie früher: Der Ausbimmler radelt durch Reppinichen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Wie früher: Der Ausbimmler radelt durch Reppinichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 23.06.2019
Zur 600-Jahr-Feier war Reppinichen kam Heiko Lierka wieder als Ausbimmler durch das Dorf. Der Jubiläumsumzug folgte prompt. Quelle: Eva Loth
Reppinichen

Zur 600-Jahr-Feier ist der kleine Ort Reppinichen ein großes Straßencafé geworden. Entlang der Festmeile hatten die Anwohner ihre Tische und Stühle vor ihre Häuser gestellt. Nicht nur, um selbst einen guten Platz für die Beobachtung des Festumzuges zu haben, sondern auch, um den Gästen einen Platz zum Verschnaufen zu bieten.

Häuser und Vorgärten waren liebevoll dekoriert. Die während der Vorbereitungen gebastelten Strohpuppen zierten die Bänke und gaben so einen Eindruck aus früheren Zeiten.

Vor der früheren Gaststätte Bäwert stand der alte Stammtisch des Lokals. Ein Plakat kündete von den Veranstaltungen, die dort einst liefen. Für ein Wochenende kehrte zumindest der Trubel zurück.

Mit einem bunten Umzug durch die Geschichte und zahlreichen anderen Aktionen gestalteten die Einwohner ein schönes Fest.

Schreck zum Auftakt

Der Umzug begann mit einer Schrecksekunde. Kurz vor Beginn war an der Pferdekutsche ein Riemen gerissen. Aber es konnte alles repariert werden. So setzte sich der Tross pünktlich in Bewegung. Alles war auf den Beinen, was laufen kann.

Angeführt wurde der Zug vom Ausbimmler. Das war zu früheren Zeiten ein richtiger Beruf. Jemand ging mit einer Glocke durch das Dorf, um den Einwohnern wichtige Mitteilungen zu übermitteln. Das Besondere an Reppinichen – bis 1980 wurde das auch noch wirklich praktiziert.

Letzter in dem Amt war Heiko Lierka. Er übernahm das Amt im Jahr 1973 von seinem Bruder. Bis 1980 gab er auf diese Weise Informationen aus dem Ort und der Gemeinde an die Bürger weiter. Leider fand sich dann kein Nachfolger mehr und so endete diese schöne Tradition. Aus gegebenem Anlass stieg nun also nachmal aufs Rad und führte die Kolonne an.

Im Zug war alles zu sehen, was das 320-Einwohner-Dorf im Laufe der Jahrhunderte zu bieten hatte und heute noch zu bieten hat. Angefangen von Landarbeitern in historischen Kostümen, den Aussiedlern über den Erntekindergarten bis zu Firmen und der Feuerwehr.

Zeitkapsel vergraben

Höhepunkt im Anschluss war das Vergraben einer Zeitkapsel auf dem sogenannten Backenberg, einem kleinen Hügel neben dem Dorfteich. Als die Idee während der Vorbereitung der Feierlichkeiten in den vergangenen Wochen und Monaten an Ortsvorsteherin Doris Bäwert heran getragen wurde, war sie sofort Feuer und Flamme. So könne etwas für nachfolgende Generationen hinterlassen werden, sagte sie.

So kamen in die Röhre unter anderem eine aktuelle MAZ, die frisch gedruckte Chronik des Ortes, Zeichnungen der Kita-Kinder und Münzen. Nach dem versenken wurde die Stelle mit einem Stein markiert. „Da die finanzielle Lage der Kommune nicht so rosig ist, wird wohl kein Geld da sein, den Backenberg in nächster Zukunft anzubaggern“, sagte Doris Bäwert, „so wird die Zeitkapsel wohl mindestens 100 Jahre in der Erde bleiben.“

Ortsvorsteherin Doris Baewert (rechjs) ließ zur Feier des Tages eine Zeitkapsel in der Dorfmitte vergraben. Quelle: Eva Loth

Bis zum Beginn der Nachmittagsveranstaltung konnten sich alle unter den großen Bäumen in der Dorfmitte stärken und dabei den Klängen der Blaskapelle vom Musikverein Ziesar lauschen, die auch den Umzug begleitet hatte. Gespannt warteten alle auf das Programm des Nachwuchses.

Feuerwehrleute geehrt

Vorher zeichnete die Löschgruppe verdiente Kameraden aus. Ortswehrführer Steffen Teuber aus Reetz –die Kameraden aus Reppinichen, Reetzerhütten und Reetz haben sich zu einer Wehr zusammen geschlossen – lobte den Einsatz der Kameraden. „Die meisten waren schon dabei, als ich noch gar nicht geboren war“, sagte er.

So wurden Burkhard Weidner, Uwe Weidner, Hans-Peter Schmidt, Dieter Handt und Erhard Stephan für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Alexander Stephan erhielt seine Urkunde für die bestandene Prüfung zum Truppführer.

Treffen sich drei Landfrauen am Dorfkonsum. . . . Quelle: Eva Loth

Der Auftritt der Kinder aus der Tagesstätte „Pusteblume“ glich dann einer Zeitreise durch die Jahrhunderte. Und nicht nur die jüngsten waren auf der Bühne, sondern auch Erwachsene. Bei ihren teils historischen, teils nostalgischen Szenen nahmen sich die Einheimischen und ihre Altvorderen zuweilen auf die Schippe.

Da hatte es der Männergesangsverein im Anschluss schwer, diesen Auftritt zu toppen. Aber da sie nicht nur ihre Lieder vortrugen, sondern zum Mitsingenzum Repertoire gehörten, sorgten die Sangesfreudigen bald für ausgelassene Stimmung.

Von Eva Loth

Zum Fest der Dreifaltigkeit hat der Pfarrsprengel Raben/Rädigke ein Zelt der Begegnung gebaut. Das Gemeinschaftswerk hat die Christen der Dörfer zusammen geschweißt. Ihr Werk steht nun jedem offen.

19.06.2019

Ein Kind ist beim Bremsmanöver eines Schulbusses am Dienstag auf der L 841 bei Medewitz verletzt worden. Ein davor fahrender Transporter hatte plötzlich gehalten. Nach dem Fahrer wird gefahndet.

19.06.2019

Die Wiesenburger Kunsthalle lädt zur ersten Ausstellung nach der Renovierung ein. Daneben hat das Familienplatz seinen Platz gefunden. Für Freitag ist dessen Eröffnung angekündigt.

19.06.2019