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Wiesenburg Polizei findet 2000 Cannabis-Pflanzen in Lagerhalle
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Polizei findet 2000 Cannabis-Pflanzen in Lagerhalle
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16:52 17.04.2020
Cannabisfund in einer Lagerhalle in Wiesenburg. Quelle: Polizei
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Wiesenburg

Im ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) am Wiesenburger Ortsrand ist eine Aufzucht für Cannabispflanzen betrieben worden. Der dringende Verdacht hat sich am Donnerstag bestätigt. Er wurde in einem Strafverfahren der Brandenburger Kriminalpolizei gegen einen 27-jährigen Mittelmärker russischer Herkunft gehegt. Nach intensiven Ermittlungen sind die mit einem Großaufgebot angerückten Beamten nun fündig geworden.

2000 Pflanzen werden jetzt dokumentiert und beschlagnahmt. Quelle: Polizeidirektion West

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Am Donnerstagmorgen wurde der von der Staatsanwaltschaft Potsdam beim Amtsgericht Potsdam erwirkte Durchsuchungsbeschluss durchgesetzt. Mit Unterstützung von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei sowie der Polizeiinspektionen Brandenburg und Potsdam werden seitdem umfangreich Spuren am Fundort gesichert.

Ermittlungen gehen noch weiter

Wie es von der Polizei heißt, wurden mehr als 2000 Cannabispflanzen in fortgeschrittenem Wachstumsstadium sichergestellt. Die Anlage, die auf einen professionellen Betrieb schließen lasse, werde nun demontiert und zu Beweiszwecken beschlagnahmt. Auch am Freitag waren deshalb nochmals Polizisten auf dem Ex-KfL-Gelände. Über welchen Zeitraum und wie im Detail die Anlage betrieben wurde, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Seit Donnerstag sind die Ermittler auf dem Gelände des ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik. Quelle: Polizeidirektion West

Neben dem 27-jährigen Tatverdächtigen aus dem Land Brandenburg konnten noch zwei Männer aus Berlin vorläufig festgenommen werden. Es handelt sich bei ihnen um einen 30-jährigen Deutschen und einen 32-jährigen Albaner.

Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Potsdam ermitteln weiter wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Amtsgericht Potsdam hat Haftbefehl gegen die drei Personen erlassen.

Bürgermeister nur teilweise überrascht

Anlieger hatten sich in den vergangenen Tagen über die verstärkte Präsenz der Polizei im Dorf gewundert. Sie würden die Einhaltung der Eindämmungsverordnung kontrollieren, hieß es auf Nachfrage. Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke) war nur teilweise überrascht. „Brachen wie diese Fläche laden dazu ein, sie kriminell zu nutzen“, sagte er auf MAZ-Nachfrage.

Bekanntlich wurde das Grundstück lange Zeit als Altreifenlager genutzt. Während der Händler pleite ging, standen die Pneus 2016 dreimal in Flammen. Letztlich wurde das Grundstück bei einer Zwangsversteigerung von der Kommune erworben.

Sie verkaufte es an zwei Autohändler aus Berlin, die das Gelände als Wohnbaugebiet entwickeln wollten. Doch das Unternehmer-Duo ist nach MAZ-Informationen nicht mehr vor Ort und soll den Besitz weiter veräußert haben. Nunmehr wurde augenscheinlich eine andere Nutzung entwickelt.

Von René Gaffron