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Wiesenburg Doppelt hält besser: Rathausdach wird neu gedeckt
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg

Dach am Rathaus Wiesenburg wird neu und jetzt doppelt gedeckt

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16:17 31.08.2020
Gerüstbauer von der Firma Kuhn aus Dessau stellen das Gerüst am Rathaus Wiesenburg auf. Quelle: René Gaffron
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Wiesenburg

Die Gerüste sind gestellt: Ab sofort wird das Dach am Wiesenburger Rathaus erneuert. Dann soll es möglichst länger halten als zuletzt. Denn die aktuelle Eindeckung ist gerade etwa 25 Jahre alt und weist schon einige Lücken auf. Der noch leuchtend rote Schein trügt jedenfalls.

Zwar war das Verwaltungsgebäude war erst Anfang der 90er Jahre von Grund auf saniert worden. Ein Prestigeobjekt im historischen Ortskern. Doch ist seinerzeit –wider die Empfehlungen der Bauleute –eine nur einfache Biberschwanzdeckung mit Holzspließen vorgenommen worden. Die Keile sind längst verrutscht und geben kaum Halt mehr. Es haben sich Lücken gebildet und durch die offenen Fugen tritt immer mehr die Feuchtigkeit ein.

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Historisches Foto als Beleg

Die Unterspannbahn, die längst nicht heutige Qualitätsansprüche erfüllt, ist stellenweise schon porös von der Sonneneinstrahlung. Sturm oder Starkregen könnten erhebliche Zerstörungen anrichten. Eine kleine Ausbesserung stand also nicht zur Debatte. „Gleichwohl brauchte es noch ein historisches Foto, dass belegt, dass das Gebäude auch früher einmal eine Doppeleindeckung hatte“, berichtet Kornelia Stephan. Die Architektin aus Neuehütten konnte die Untere Denkmalbehörde von deren Sinn und Zweck überzeugen.

Noch gut in Erinnerung: die Sanierung des Rathauses Wiesenburg in den 90er-Jahren Quelle: René Gaffron

Nunmehr werden alle Ziegel herunter genommen, eine neue Unterspannbahn eingezogen und dann das Dach eingedeckt. Die Biberschwänze sind auf der dem Schloss zugewandten Seite wieder zu verwenden. Auf der Westseite werden vorrangig neue Steine verbaut, heißt es.

Mehrkosten absehbar

„Im Haushaltsplan sind 130.000 Euro für das Vorhaben eingestellt gewesen“, weiß Kämmerin Kornelia Feldmann. Weil das Ergebnis der Ausschreibung über den Erwartungen liegt, soll mit der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark eine Aufstockung des Zuschusses aus dem Budget der Denkmalförderung erörtert werden.

Die poröse Unterspannbahn und die Holzkeile unter der Einfacheindeckung des Wiesenburger Rathausdaches. Jetzt wird alles erneuert. Quelle: René Gaffron

Die Mitarbeiter müssen in den nächsten Wochen den Baulärm ertragen. „Ausweichen ins Homeoffice ist deswegen nicht geplant“, sagt Anne-Konstanze Eilzer als Referentin des Bürgermeisters. Lediglich das Parken von Autos in der Schloßstraße am Mehrgenerationenspielplatz ist vorübergehend verboten. Für die Bürger ergeben sich keine zusätzlichen Einschränkungen. Gleichwohl bleibt außerhalb der Sprechzeiten die Tür der Verwaltung geschlossen. Es wird gebeten, telefonisch Termine zu vereinbaren.

Barrierefreiheit ist das Ziel

Bauarbeiten im Hause sind dann im Oktober/November vorgesehen. Dann wird das Erdgeschoss nach einer Idee Innenarchitektin von Silke Niermann aus Berlin umgestaltet. 80.000 Euro sind dafür veranschlagt. Ein großer Teil wird aus dem Leader-Fonds der Europäischen Union gefördert, denn Barrierefreiheit soll hergestellt werden

Kämmerin Kornelia Feldmann an ihrem Arbeitsplatz unter dem Dach im Rathaus Wiesenburg. Es wird jetzt neu gedeckt. Die Gerüste stehen schon vor dem Fenster. Quelle: René Gaffron

Das Foyer wird dann –unter Berücksichtigung der Auflagen des Denkmalschutzes –mehr denn je als Empfang dienen. So ist vorgesehen, im Flur bequeme Sitzmöbel zu platzieren, digitale Displays und Aufsteller für Prospekte zu postieren. Darüber hinaus werden im Sekretariat zwei verschieden hohe Arbeitstresen aufgebaut.

Er wird die Anlaufstelle für die zunehmende Zahl älterer Besucher. Sie bewältigen immer seltener die Treppenstufen zur Information im Torhaus des Schlosses. Deshalb wird eine Kooperation mit mit dem Tourismusverein Wiesenburg angestrebt. Jener will gern das Domizil mit der Heimatstube im Turm weiter betreiben, sucht aber ebenfalls personelle und finanzielle Synergien. „Die Leute wenden sich unter der Woche schon an uns –also machen wir aus der Not eine Tugend“, lautet die Strategie von Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke).

Von René Gaffron