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Wiesenburg Neue B 107 hat 13 Tunnel für Tiere
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Neue B 107 hat 13 Tunnel für Tiere
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21:28 22.04.2019
Der Ausbau der neuen B 107 geht in die finale Phase. Quelle: René Gaffron
Jeserig/Fläming

Die aktuelle Trockenheit setzt augenscheinlich sogar den so genannten Spuklöchern zu. Sollte sich jedoch das eigentliche Feuchtbiotop südlich des Wiesenburger Bahnhofes wieder regenerieren und weiter als Heimat des Fischotters taugen, hat die Art eine Gefahr weniger zu befürchten: Kraftfahrzeuge auf der B 107 besiegelten bislang mitunter sein Schicksal. Nunmehr kann er die Straße bequem unterqueren.

Blick auf die Baustelle zwischen Jeserig/Fläming und Wiesenburger Bahnhof

Die 13,80 Meter lange und 4,05 hohe Brücke etwa in der Mitte der neuen Trasse ist allerdings nur ein Angebot. Möglich auch, dass die Tiere einen der zwölf weiteren Amphibiendurchlässe –jeweils einen Meter breit und 75 Zentimeter hoch –mitnutzen. Die Schaffung der Tunnel, Zäune und Leiteinrichtungen für Frösche, Kröten und Lurche war der lange fehlende Konsens zwischen Unterer Naturschutzbehörde und Planern des Landesstraßenbetriebes für den Neubau der Bundesstraße.

Fertigstellung bis Ende Mai

Nun aber geht die Etablierung der neuen B 107 nach fast anderthalb Jahren in die finale Phase. Die Kollegen von der Michendorfer Firma Matthäi sind vor allem noch in den Seitenbereichen beschäftigt. „Voraussichtlich bis Ende Mai werden die Arbeiten beendet sein“, gibt sich Keith Lange zuversichtlich. Er überwacht die Baustelle für den Landesbetrieb Straßenwesen. Nach seiner Aussage kann der Kosten- und Zeitplan für das Vorhaben somit knapp eingehalten werden. Rund 3,1 Millionen Euro hatte die Behörde seinerzeit für das Vorhaben kalkuliert.

Die halbseitigen Sperrungen mit Ampelregelung sind passé. Seit Anfang April wird der Verkehr zwischen Jeserig/Fläming und dem Kreisverkehr am Wiesenburger Bahnhof, von dem die L 831 nach Medewitz abzweigt, auf der neuen Strecke entlang geführt. Sie ist 1,3 Kilometer lang und acht Meter breit. Nunmehr wird sie etwas westlicher durch den Forst von Freiherr Carl von Lüninck geführt. Mehr als 1000 Bäume mussten weichen, damit die alte kurvige Piste durch eine begradigte Fahrbahn ersetzt werden konnte. Ein Rest der alten Straße bleibt für den Waldbesitzer erhalten. Meistenteils wird sie allerdings zurückgebaut, damit Flora und Fauna sich wieder ausbreiten können.

Neuer Radweg am Rande

Am Rande der neuen B 107 wird ein Radweg geführt, der abschnittsweise ebenfalls schon fertig gestellt ist. 2,50 Meter breit wird er sein. An der Seite fehlen jedoch noch die Bankette, Schutzplanken, Geländer und Verkehrsschilder.

Asphalt bis zur Landesgrenze

Diese und nächste Wocheerfolgt der Asphalteinbau auf der B 107 südlich von Jeserig/Fläming bis zur Grenze nach Sachsen-Anhalt. Daher ist dort eine Vollsperrung eingerichtet – nicht einmal der Linienbus darf durch.

Dort wird die Pisteauf einer Länge von 5,96 Kilometern acht Meter breit ausgebaut. Teilweise wurden Kurven entschärft. Neu ist nun ebenfalls der Radweg.

Weil statt 17 kleinennur drei große Bauabschnitte eingeteilt wurden und meist unter Vollsperrung gearbeitet wird, ist mit einer früheren Fertigstellung zu rechnen. Das hat Bauleiter Lutz Fillinger bestätigt. Laut Plan läuft die Frist bis Ende September.

Lange Jahre hatten vor allem Einwohner von Jeserig/Fläming für einen separaten Radweg zum Bahnhof gekämpft. Denn immer wieder mussten schwere Unfälle, teilweise mit Todesfolge, auf dem Abschnitt registriert werden. Daran änderte die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Kilometer je Stunde nichts. Ortsunkundige unterschätzten den Streckenverlauf häufig. Immerhin bekam die örtliche Bürgerinitiative dann prominente und aktive Unterstützung von den Wahlkreisabgeordneten im Bundestag Frank-Walter Steinmeier (SPD) und im Landtag Brandenburg, Günter Baaske (SPD). Sie reihten sich in Velo-Demos ein und vermittelten zwischen den Behörden.

„Während der Bauphase war ein temporärer Amphibienschutz zu gewährleisten“, bestätigt Keith Lange. Die Tiere müssen sich nunmehr ebenfalls an die neuen Wege im Biotop gewöhnen.

Von René Gaffron

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