Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wiesenburg Erste Ideen für die Wiesenburger Drahtzieherei sind da
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Erste Ideen für die Wiesenburger Drahtzieherei sind da
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:48 11.01.2020
Metallbaumeister Stephan Albrecht aus Jeserig/Fläming interessiert sich für ein Grundstück auf dem ehemaligen Gelände der Drahtzieherei. Quelle: René Gaffron
Wiesenburg

Die Umspulhalle der ehemaligen Drahtzieherei hat Stephan Albrecht ins Auge gefasst. Der Juniorchef des fünf Mitarbeiter zählenden Metalbaubetriebes aus Jeserig/Fläming könnte sich dort mittelfristig die Zukunft des Unternehmens vorstellen.

In der angestammten Werkstatt wird es zunehmend eng, Lagerplatz ist nicht minder knapp. „Für die geplante schrittweise Erweiterung käme die Ansiedlung im Drahtzieherpark genau richtig“, erklärt der 34-Jährige sein Interesse und hofft auf das Gelingen des Vorhabens. „Ein Neubau auf der grünen Wiese wäre aber zu teuer.“

Entwurf liegt jetzt aus

Das plötzliche Ende der industriellen Herstellung von Schweißdraht muss also nicht das Aus für den Gewerbestandort in der Görzker Straße bedeuten. Denn es gibt einen Plan, der zunehmend reift: Das 5,4 Hektar große Areal soll demnach revitalisiert werden. „Im besten Fall werden an der Stelle sogar traditionelles Handwerk und innovative Gründer zusammengeführt“, gibt sich Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) optimistisch.

Der Entwurf des Bebauungsplanes liegt derzeit in der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark zur Einsichtnahme aus. Stellungnahmen werden bis 7. Februar angenommen.

Die Civitas-Architekten aus Berlin schlagen diese Entwicklung des Wiesenburger Drahtzieherparks vor. Die große Produktionshalle macht Platz für Neues vorn. Neben dem Parkplatz das modernisierte Verwaltungsgebäude. Quelle: Civitas-Büro

„Mehr Lieferverkehr durch mehr Betriebe könnte schließlich eine Folge für die Nachbarn sein“, sagt Gemeindevertreter Steffen Teuber aus Reetz. Gleichwohl ist die Ansiedlung von Tankstelle und Einzelhandel ausgeschlossen, wie aus dem Entwurf hervorgeht.

Gebäude mit Substanz werden erhalten

Der US-Konzern Lincoln Electric hat – nach Abwicklung der Drahtzieherei 2018 – immerhin den eigentlich bis 2032 geschlossenen Pachtvertrag gekündigt und das Areal geräumt. Nunmehr will sich die Gemeinde Wiesenburg/Mark als Eigentümerin um Neuansiedlungen bemühen. In dem Sinne schlagen die Ingenieure der Civitas-Planungsgesellschaft vor, die Fläche möglichst kleinteilig zu parzellieren, mehr als 20 Prozent zu begrünen und jene Gebäude mit Substanz zu erhalten.

Das Verwaltungsgebäude soll ebenfalls saniert werden. Quelle: René Gaffron

Dazu gehört nicht die bisherige Produktionshalle, wohl aber das zweigeschossige Verwaltungsgebäude. Es muss modernisiert und darf nicht länger mit Elektroenergie beheizt werden. Darin sollten dann Büros, Sozial- und Umkleideräume hergerichtet werden. „Diese könnten nach Bedarf temporär und gemeinschaftlich genutzt werden“, schlägt Rüdiger Reißig echte Synergien vor.

Alles in allem wird mit einem Aufwand von mehr als fünf Millionen Euro zur Entwicklung der Brache gerechnet. Wobei die Aufnahme in das Bundesprogramm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur die Voraussetzung für die Umsetzung ist.

Kosten für Abriss, Erschließung und Grünordnung, sowie Baunebenkosten und Vermarktung würden dann zu 90 Prozent aus dem Fonds finanziert. Sogar die in erheblichem Umfang erwartete Altlastensanierung gehört zum Spektrum der Förderung.

Geld für Altlastensanierung reserviert

Die Rückstellungen von 300.000 Euro der kommunalen Wirtschaftsfördergesellschaft, welche bislang das Gelände an die Drahtwerksbetreiber verpachtet hatte, sind für den Zweck erst einmal reserviert worden. Ob der Betrag, selbst bei guter Förderquote, ausreichen wird, ist das wohl größte Handicap bei dem Vorhaben.

Im Fall des sogenannten Beizteiches wird eine Abdeckung und Begrünung empfohlen. Der ehemalige Kupfersulfatteich dürfte sogar als Parkplatz bebaut werden, so der Vorschlag der Planer.

Indes muss alles bis Mitte des Jahres antragsreif und binnen dreieinhalb Jahren realisiert sein. Baldige Gewissheit wäre Stephan Albrecht recht.

Von René Gaffron

Dörte Breidenbach aus Zellendorf wollte schon 2018 Flämingkönigin werden. Eine Jüterbogerin machte damals das Rennen, aber jetzt ist endlich Breidenbach an der Reihe. Im MAZ-Interview verrät sie, was sie besonders stolz macht und worauf sie sich am meisten freut.

10.01.2020

Mit dem Nachlass eines engagierten Einwohners sollen langfristig Projekte in dem Dorf im Hohen Fläming gefördert werden. Auch das kirchliche Leben will man unterstützen. Womöglich kommt noch Geld dazu.

10.01.2020

In Bad Belzig werden ausgediente Tannenbäume diesmal nicht zentral auf dem Turnplatz verbrannt. Für den Veranstalter war es mehr Aufwand als Nutzen. An drei anderen Orten wird der Brauch gepflegt

09.01.2020