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Wiesenburg Großes Fest zur Diamantenen Hochzeit bei Familie Letz
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Großes Fest zur Diamantenen Hochzeit bei Familie Letz
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09:57 30.05.2019
Anneliese und Günter Letz aus Reetz feieren am Himmelfahrtstag ihre Diamantene Hochzeit. Quelle: Eva Loth
Reetz

„Die schaffst du sowieso nicht“, sagte Günter Letz zu seiner Anneliese, als diese sich auf einer Veranstaltung eine Bockwurst kaufte. Im Jahr 1953 zeigten in der Medewitzer Gaststätte Bettge Sportler aus Reetz ihr Können. Zu denen gehörte damals auch Günter Letz, der im dortigen Sportverein Tischtennis spielte.

Beim anschließenden Tanz forderte er dann das hübsche Mädchen auf. Anneliese Letz erinnert sich, dass sie damals ihr Konfirmandenkleid trug. Dieses war jedoch nach der ersten Wäsche etwas eingelaufen und so kürzer und enger geworden. Als sie ihre Hände auf die Schultern ihres Mannes legte, wurde das Kleid noch einmal etwas kürzer. So kann man fast sagen, dass der Minirock in Medewitz erfunden wurde, denn offiziell gab es diese Mode ja noch nicht.

Die erste große Liebe

Die beiden tanzten den ganzen Abend miteinander – es keimten auch schon erste Gefühle auf, die die beiden jungen Leute aber noch nicht wirklich einordnen konnten. Man traf sich schließlich weiter an den Wochenenden und es wurde für beide die erste große Liebe – die nun mir der Diamantenen Hochzeit ihren vorläufige Höhepunkt findet.

Anfangs musste Günter Letz abends immer noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Das hieß, bei Schnee und eisiger Kälte bis nach Reetz. Aber da gab es dann auch keine warme Stube. Sein Zimmer war so kalt, dass sich Eisblumen an den Fenstern bildeten. Und auch die Nacht war kurz, schon am frühen Morgen fuhr Günter Letz als Maurer wieder auf die Baustellen der Region.

Mit dem Motorrad auf Tour

Von seinem ersten Ersparten kaufte sich Günter Letz ein Motorrad. Nun konnte er seine Anneliese an den Wochenenden abholen und es ging auf Tour. Schwester Waltraut musste ihm dafür die Hosen bügeln und Bruder Manfred das Motorrad putzen, natürlich gegen ein bisschen Kleingeld.

Anneliese Letz arbeitete nach der Schule in der Landwirtschaft der Eltern und half Verwandten bei der Ernte. In ihrer freien Zeit übte sie auf der Nähmaschine. 1958 belegte sie in Dessau einen Kurs für Näherinnen und lernte dort das Handwerk von der Pike auf. Schon zu dieser Zeit wurde die Hochzeit geplant, denn das Paar hatte ein süßes Geheimnis. Es gab ein großes Fest und genau in dem Saal, in dem damals Hochzeit gefeiert wurde, trifft man sich nun zur Diamantenen Hochzeit.

Täglich mit dem Zug zur Arbeit

Nach der Geburt von Tochter Petra wurde an das Motorrad – eine Awo-Sport – ein Beiwagen angebaut. Günter Letz arbeitete da schon im Wohnungsbaukombinat Dessau und fuhr 34 Jahre lang täglich mit dem Zug zur Arbeit. Seine Frau versorgte derweil Kinder und Landwirtschaft.

Als Sohn Rainer zur Welt kam, wurde das Motorrad mit Beiwagen zu eng. Das Paar kaufte den ersten gebrauchten Trabant. Auch Anneliese Letz wollte damit fahren und machte ihre Fahrerlaubnis.

Zwei Enkel und fünf Urenkel

Nach der Wende änderte sich vieles. Günter Letz ging in den Vorruhestand, seine Frau Anneliese war über eine ABM-Stelle noch einige Zeit in der Forstküche beschäftigt, denn ein Großteil der Staatsforsten wurden privatisiert.

Seit 1999 sind beide als Rentner zu Hause. Nun gönnte sich das Paar auch einige Urlaubsreisen. Und auch als Oma und Opa sind sie bei ihren zwei Enkeln und fünf Urenkeln immer wieder gefragt.

Von Eva Loth

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