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Wiesenburg Hier ist Platz für 100 Eigenheime
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Hier ist Platz für 100 Eigenheime
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14:33 23.06.2018
Planer Thomas Nagel vom Büro Spath und Nagel stellt den Entwurf des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Wiesenburg/Mark vor. Quelle: Rene Gaffron
Wiesenburg

Auf dem Gelände vom ehemaligen Sägewerk bis zum Bahnhof könnten langfristig bis zu 100 Eigenheime entstehen. Neben dem erhofften Zuzug aus dem so genannten Speckgürtel lautet die Voraussetzung, dass der Schutz vor dem Lärm von Bahnlinie und Bundesstraße 107 geklärt sein muss und sich ein Investor findet, der die Erschließung im großen Stil erledigen kann und will. „Wenn, dann muss gleich ein richtiges Quartier wachsen“, sagt Thomas Nagel.

Es ist jedoch lediglich eine von mehreren Möglichkeiten, die im Flächennutzungsplan festgeschrieben werden könnte. Nicht ausgeschlossen, dass sich gewerbliche Ansiedlungen dort realisieren lassen. „In bayrischen Kommunen dieser Größenordnung wäre das der Platz für Baumarkt und Autowerkstatt“, so der Fachmann.

Entwurf mit Grünflächensymbol

Weil noch nicht klar ist, in welche Richtung das große Potenzial an der RE 7-Station entwickelt wird, bleibt sie in den aktuellen Unterlagen noch als Grünfläche verzeichnet. Es ist freilich gerade der erste Entwurf des Grundsatzpapiers für die Entwicklung der Gemeinde Wiesenburg/Mark in den nächsten 20 bis 25 Jahren.

Er ist jetzt vom Berliner Ingenieurbüro Spath und Nagel vorgestellt worden. Damit einher geht die Erarbeitung des Landschaftsplans durch das Büro Fugmann, Janotta und Partner. Nach der Bestandsaufnahme sind die Einwohner der 14 Ortsteile aufgerufen, ihre Stellungnahme abzugeben, damit langfristig mehr Klarheit herrscht, was an Ort und Stelle geschehen soll.

Entwicklung vor allem in Dorfkernen

Wobei fast alle Dörfer vom Landschaftsschutzgebiet eingeschlossen sind. Das schließt einerseits wohl Windräder am Rande aus, beschränkt allerdings die Entwicklungschancen auf die bestehende Substanz im Kern. Lediglich für den zentralen Ort Wiesenburg mit einigen Wohn-, Gewerbe- und Gemischtflächen gibt es demnach größeren Erörterungsbedarf.

Etwa um die Zukunft von Brauerei-, Drahtwerks- und KfL-Gelände. Darüber hinaus eben für den Bahnhof. Deshalb läuft dort bereits seit einiger Zeit die Debatte, das Territorium neu zu ordnen. Bislang gehört es anteilig auch zu Jeserig/Fläming und Reetzerhütten.

Bahnlinie und Bundesstraßen hreuzen sich in Wiesenburg Quelle: René Gaffron

„Wenn Wiesenburg allein verantwortlich ist und obendrein als grundfunktionales Zentrum anerkannt ist, kann der Platz für jegliche Entwicklung vorgehalten werden“, sagt Bürgermeister Marco Beckendorf (Die Linke). „Denn wir wollen dem Schrumpfungsprozess etwas entgegen setzen.“

Stellungnahmen bis 19. Juli

Der Flächennutzungsplan ist Grundlage der Ortsentwicklung in der Gemeinde Wiesenburg/Mark für die nächsten 20 Jahre. Festgelegt wird unter anderem, wo Bauland und Gewerbestandort entstehen, aber auch Sonder- und Schutzflächen.

Ohne das Papier müssen Bebauungspläne vom Landratsamt Bad Belzig genehmigt werden. Nach dem Grundsatzbeschluss sind sie nur anzeigepflichtig.

Der erste Entwurf liegt jetzt zur frühzeitigen Einsichtnahme aus. Bis 19. Juli können Anregungen abgegeben werden. Sie werden alle gesammelt, der Gemeindevertretung zur Kenntnis gegeben. Sie kann die Hinweise aufnehmen und einarbeiten – oder ignorieren.

Eine weitere Möglichkeit der Stellungnahme besteht im förmlichen Beteiligungsverfahren, bei dem auch Behörden, Verbände und Institutionen gefragt werden.

Voraussichtlich 2019 soll das Werk endgültig beschlossen und von der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark genehmigt werden.

www.wiesenburgmark.de

Der Verwaltungschef berichtet, dass es zunehmend Anfragen zur Erstellung von Bauleitplänen für verschiedene Vorhaben gibt. Die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hat jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass sie zu deren Genehmigung auf einen Flächennutzungsplan als Grundlage besteht. Dessen schon 2006 erstmals beschlossene Erarbeitung lässt sich die unter chronischem Geldmangel leidende Kommune daher 240 000 Euro kosten.

Pläne von vor 20 Jahren jetzt realisierbar

Gleichwohl ging es in Wiesenburg und Umgebung bislang nicht planlos zur Sache. So hatte es im damaligen Modellort für städtebauliche Sanierung schon vor mehr als 20 Jahren die grundlegenden Überlegungen für die Perspektiven gegeben.

Seinerzeit stand das Wohngebiet Feldstraße (Nord) mit 30 Bauplätzen zu Buche. Immerhin zu einem Drittel, schrittweise und als Lückenschluss.

Von René Gaffron

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