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Wiesenburg Mehr als 7 Prozent: Abwassergebühren steigen drastisch
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Mehr als 7 Prozent: Abwassergebühren steigen drastisch
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19:48 31.01.2019
Horst Grüneberg, Kevin Gafert und Lars Kozikat (v.l.) an der Übergabestation am Bahnhof/Parkeingang. Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg/Mark

Die Preise für die Abwasserbeseitigung in der Gemeinde Wiesenburg/Mark werden in diesem Jahr drastisch steigen. Das geht aus der jetzt im Hauptausschuss vorgestellten Kalkulation hervor. Die daraus folgende Anpassung der Mengengebühren bedarf allerdings noch der Zustimmung in der nächsten Gemeindevertretersitzung am 12. Februar. Wird diese durchgewunken, steigen die Kosten pro Kubikmeter um 7,35 Prozent.

Die im vergangenen Jahr schon drastisch erhöhte Grundgebühr von jährlich 144 Euro pro Anschluss soll dieses Mal konstant bleiben, lautet hingegen die Empfehlung an die Parlamentarier. „Von dieser Aufteilung profitieren eher Familien als der sparsame 1-Personen-Haushalt“, wie Gremiumschef Robert Pulz aus Medewitz einschätzte.

Keine Erklärung für Mehrverbrauch

Grundsätzlich ist laut Kämmerin Kornelia Feldmann einem erhöhten Personal- und Sachkostenaufwand sowie Abwassermengen, die geringer werden, Rechnung zu tragen. Gleichwohl ist die Finanzchefin einem Phänomen auf der Spur.

Denn in der lokalen Kanalisation von Wiesenburg und Neuehütten ist die Menge von jährlich 46 000 Kubikmeter (2016) auf 54 000 Kubikmeter (2017) gestiegen, die nunmehr für die Berechnungen zugrunde gelegt wird. Das sind mehr als 17 Prozent. Und das, obwohl die Fläming-Quellen-GmbH die Mineralwasserproduktion eingestellt und somit vom Netz gegangen ist.

Neue Nutzer in den Größenordnungen sind seither eigentlich nicht aufgetreten. „Wir haben keine Erklärung dafür und müssen das weiter beobachten“, bekräftigt Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke).

Wäre der allgemeine Rückgang an Trinkwasserverbrauch, respektive das Abwasseraufkommen, in den angeschlossenen Dörfern – Reetz, Reetzerhütten, Schmerwitz und Jeserig/Fläming – noch größer gewesen, hätte die Erhöhung des Kubikmeterpreises von 4,08 auf 4,38 Euro noch dramatischer ausfallen müssen, hieß es deshalb in der Beratung.

Mehrausgaben für Personal sowie Instandhaltung von Klärwerk, Leitungen und Pumpen schlagen nämlich insgesamt zu Buche, wie die Verwaltung erklärt hat. Nicht minder in Reppinichen. Dort freilich wird für 3,24 Euro statt bisher 3 Euro ins Klärwerk des Nachbarortes Görzke entsorgt.

Neuer Dienstleister mit differenzierter Kalkulation

Besonders tief müssen in Zukunft die Nutzer der mobilen Abwasserentsorgung in die Tasche greifen. Dort ist mit der Bad Belziger Entsorgungsgesellschaft ein neuer Dienstleister am Start, der sich als einziger um den europaweit ausgeschriebenen Auftrag gemüht hat.

Sonst hätte die Gemeinde Wiesenburg/Mark womöglich selbst die Aufgabe erledigen müssen. Das Unternehmen kalkuliert allein mit 40 Prozent mehr Transportkosten als der Vorgänger und differenziert neuerdings die Herausforderungen bei der Abfuhr. So kommt es schließlich zur Preissteigerung von 5,60 Euro pro Kubikmeter auf 7,52 Euro (wenn der Saugstutzen direkt an der Straße liegt) und 7,78 Euro (wenn der Schlauch auf dem Gehöft verlegt werden muss).

Nach den aktuellen Erhebungen der Kommune kommen lediglich 78 Prozent des verbrauchten Trinkwassers als Abwasser zur Aufnahmestation nahe dem Bahnhof Wiesenburg.

„Das heißt aber keinesfalls, dass so viele Sammelbehälter leck sind. Vielmehr werden zum Beispiel häufig die Blumen damit gegossen“, sagte Andreas Petzold. Der Ortsvorsteher von Jeserigerhütten reagierte gereizt auf eine Feststellung vom Wiesenburger Amtskollegen Bernd Müller.

Dass sich das Verhältnis aus Gründen des Umweltschutzes und nicht zuletzt mittels der jüngst beschlossen Grubensatzung mit den darin festgelegten Kontrollen und Mindestleerungen bessert, lautet die Hoffnung von Robert Pulz.

Freilich hegt er durchaus Zweifel daran, dass der ökologische Fortschritt sich ökonomisch auszahlen werde. Denn für die Entsorgung von mehr Abwasser werden seiner Erwartung nach langfristig wieder mehr Ausgaben nötig sein.

Von René Gaffron

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