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Wiesenburg Reetz hat geerbt: Erich-Hahn-Stiftung gegründet
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Reetz hat geerbt: Erich-Hahn-Stiftung gegründet
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14:07 10.01.2020
Der Stiftungsrat steht: Pfarrer Helmut Kautz als Testamentsvollstrecker sowie Guido Siemoneit, Florian Jakubowski und Uta Lehmann (von links). Quelle: Eva Loth
Reetz

Die Unterschriften zur Errichtung der Erich-Hahn-Gedächtnisstiftung in Reetz sind getrocknet. Jetzt hängt es von der staatlichen Stiftungsaufsicht ab, ob die Reetzer Stiftung ihre Arbeit aufnehmen kann. Am Donnerstag versammelten sich Testamentsvollstrecker Helmut Kautz, die zukünftigen Mitglieder des Stiftungsrates Uta Lehmann, Florian Jakubowski und Guido Siemoneit sowie interessierte Einwohner, um die Gründung zu vollziehen.

Erich Hahn, der am 30. September 2019 im Alter von 85 Jahren gestorben war, hatte testamentarisch festgelegt, sein Vermögen in eine Stiftung einzubringen und es seinem Heimatdorf zugutekommen zu lassen. Helmut Kautz, heute Pfarrer in Brück, kannte Erich Hahn von Kindesbeinen an und hatte bis zuletzt eine ganz besondere Beziehung zu dem Verstorbenen. Deshalb wurde er als Testamentsvollstrecker eingesetzt.

Uta Lehmann ist ein Mitglied des Stiftungsrates. Quelle: Eva Loth

„Mein Leben wurde durch Erich geprägt“, berichtete Helmut Kautz bei der Versammlung am Donnerstag. Eine seiner ältesten Erinnerungen sei, wie er mit seiner kleinen Schwester im Kinderwagen in die Poststraße zum Wohnhaus Erich Hahns lief. Obwohl Erich Hahn selbst sehr kinderlieb war, war ihm eigener Nachwuchs nicht vergönnt. „Ich will ohne Schulden aus dieser Welt gehen“, sagte er einmal. So entstand der Gedanke einer Stiftung.

Erich Hahn (1934-2019) hat sein Vermögen dem Dorf vermacht. Quelle: privat

Zweck der Stiftung ist unter anderem, die Arbeit der Vereine und Initiativen im Ort zu fördern. Auch lag es Erich Hahn sehr am Herzen, das bäuerliche Leben und die Arbeit der Kirche beziehungsweise der Gemeinde zu unterstützen.

Wann jedoch wieviel Geld in solche Projekte fließen kann, hängt von den möglichen Ausschüttungen ab. Das Stiftungskapitel bleibt die Grundlage und wird nicht ausgeschüttet.

Pfarrer Helmut Kautz als Testamentsvollstrecker. Quelle: Eva Loth

Die Reetzer interessierte vor allem, wie diese Stiftung funktionieren soll. Kautz erläuterte, dass das Stiftungsvermögen nicht angetastet werden darf. Es dürfe lediglich umgeschichtet werden, um die vorhandenen Werte zu erhalten. Ausgeschüttet würden am Ende nur die Gewinne.

Da zum Vermögen neben Barmitteln von etwa 50.000 Euro auch Haus, Wald und Acker gehörten, wären dass zum Beispiel die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder Erträge aus Holzfällungen, berichtete Kautz weiter.

Als vorrangige Aufgabe sieht der neu gegründete Stiftungsrat es derzeit, das Haus, in dem Erich Hahn lebte, soweit herzurichten, dass es vermietet werden kann. Da die Firma von Guido Siemoneit bisher ganze Arbeit geleistet hat, hofft man, die Wohnung im Haus ab Mai vermieten zu können.

Florian Jakubowski ist ein Mitglied des Stiftungsrates. Quelle: Eva Loth

Für die Sanierung des Hauses werde wohl ein großer Teil des Stiftungsvermögens eingesetzt werden, schätzte Kautz ein. Möglicherweise werde sich das Vermögen ein bisschen vermehren.

Erich Hahn wurde noch zu Lebzeiten als Miterbe einer älteren Dame ausfindig gemacht. So rechnet der Stiftungsrat mit zusätzlichen 40.000 Euro, auch wenn die Verhandlungen mit dem sogenannten Erbenermittler etwas kurios verliefen, wie am Donnerstag zu erfahren war.

Festgelegt wurde unter anderem auch, dass immer ein Mitglied der Familie Kautz in der Stiftung mitarbeitet. Auch für den Fall der Auflösung wurde vorgesorgt, was jedoch unter normalen Bedingungen nicht möglich ist. Dann geht das Vermögen je zur Hälfte an die Kirchengemeinde Wiesenburg und die Gemeinde Wiesenburg/Mark, bei letzterer zur Verwendung für Reetz.

Von Eva Loth

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