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Wiesenburg Besitzer möbeln das Wiesenburger Schloss auf – Geheiratet wird hier nicht mehr
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Besitzer möbeln das Wiesenburger Schloss auf – Geheiratet wird hier nicht mehr
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19:03 12.12.2019
Die Restaurierung der Terrasse am Schloss Wiesenburg ist abgeschlossen. Die Eigentümer-Gemeinschaft hat 150.000 Euro dafür investiert. Quelle: Privat
Wiesenburg

Der Rittersaal im Schloss Wiesenburg steht nicht länger als Ort für amtliche Eheschließungen zur Verfügung. Der 141 Quadratmeter große Raum war schließlich zu Wohnzwecken ausgebaut worden. Inzwischen hat sich ein Käufer genau dafür gefunden. „Dass es so kommen könnte, lag stets im Bereich des Möglichen“, sagt Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) ohne Groll.

Gleichwohl bedauert Nancy Fröhlich die Entwicklung. „Seit 1. Januar 2015 hat es in dem herrlichen Ambiente immerhin 48 Eheschließungen und 12 freie Trauungen gegeben“, bestätigt die Standesbeamtin der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark die bisherige Anziehungskraft der exklusiven Adresse. Die Kulisse für den Zweck selbst zu erwerben, stand für die Kommune dann allerdings nicht zur Debatte.

Ersatz in der Kunsthalle

Ersatzweise könnten Trauungen jetzt im Standesamt – aber ohne Publikum – oder in der renovierten Kunsthalle über die Bühne gehen. Im Sommer stehen außerdem die Orangerie und der Park für solche Zeremonielle zur Verfügung.

Dort hat die Schloss-Gemeinschaft in diesem Jahr aufwendig die Stützmauern zum Park unterhalb der Terrasse erneuern lassen. Sie war deshalb für Besucher zeitweise gesperrt. Stein für Stein wurde abgetragen und dann von Fachleuten der Firma Roland Schulze aus Potsdam neu eingemauert. Rund 150.000 Euro wurden für die Sanierung ausgegeben. Etwa 65.000 Euro davon wurde aus dem Leader-Fonds der Europäischen Union beigesteuert. „Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit allen Behörden“, sagt Anselm Franz nicht nur aus diesem Grund.

Der Unternehmer Anselm Franz ist Vorsitzender des Verwaltungsbeirates im Schloss Wiesenburg privat

Der Unternehmer ist Vorsitzender des dreiköpfigen Verwaltungsbeirates der exklusiven Immobilie. Mit Dirk Uwer und Michael Burger vertritt er die Interessen der Besitzer von insgesamt 33 Wohneinheiten.

Rettung dank Investorengruppe

Nach Abwicklung der darin seit 1946 untergebrachten Spezialoberschule 1992 war das mittelalterliche Ensemble sechs Jahre lang dem Verfall preisgegeben. Dann gelang es um die Jahrtausendwende einer Investorengruppe im den Kölner Architekten Ulrich Ahlert, das historische Gemäuer zu retten. Eine Fast-Insolvenz und einige Umstrukturierungen folgten intern. „Nunmehr gilt das Schloss als hundertprozentig vermarktet“, bestätigt Anselm Franz. Es lebt sich dort quasi wie in eine besonderen WG.

Skulpturen auf die Terrasse

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark und die Schloss-Gemeinschaft haben einen Tausch vereinbart.

Demnach gehen die bisher in der Orangerie gelagerten Terrakotta-Figuaren und Löwenbänke an die Eigentümergesellschaft. Sie sollen dann planmäßig auf der oberen Terrasse aufgestellt werden und das Bild damit komplettieren.

Abgegegebn wird dafür eine kleine Restfläche –neben dem Parkplatz der Schlossgemeinschaft. Das Areal soll zur Erweiterung des Mehrgenerationen-Spielplatzes genutzt werden.

Gerade ist der Gartensaal auf Initiative eines Bewohners neu renoviert worden. Ansonsten werden laut Anselm Franz Investitionen in der Regel gemeinsam gestemmt: Wer eine Wohnung gekauft hat, beteiligt sich darüber hinaus an den Sach- und Personalkosten für die Bewirtschaftung gemeinschaftlich genutzter Räume sowie an Rücklagen für zukünftige Investitionen. „2,50 Euro werden jeden Monat für jeden Quadratmeter der Sondernutzungsflächen von den Eigentümern dafür auf die hohe Kante gelegt“, erklärt der 51-Jährige.

Weitere Investitionen nötig

Demzufolge ist für das nächste Jahr geplant, das Gewölbe unter der Terrasse zu verputzen. „Am Ende soll die Südfassade wieder ein ordentliches Bild für alle Besucher im Park abgeben“, bekräftigt Anselm Franz. Regelmäßig wird auch dem Salpeterbefall an feuchten den Flurinnenwänden mit einem sogenannten Opferputz begegnet

Die weitaus größere Herausforderung besteht in den nächsten Wochen und Monaten buchstäblich vor der Tür. Statiker haben nämlich festgestellt, dass die Schloss-Zufahrt keine großen Belastungen mehr aushält.

Schon seit längerem dürfen die Bewohner und Gäste keine Autos mehr auf den Hof parken. Auch die Lieferanten und Baufirmen rücken nur noch mit Hubwagen und Transportwagen an. Das schon zu DDR-Zeiten einmal mit einer Betonmauer mehr schlecht als recht gesicherte Brückengewölbe muss erst saniert werden. Schätzungsweise 80.000 Euro dürfte das kosten.

Zur Aktion „Feuer und Flamme für die Museen“ sind Turm und Torhaus stets illuminiert. Die weitere öffentliche Nutzung des Ensemble ist von der Kommune gewünscht. Quelle: Dirk Fröhlich

Derweil strebt die Gemeinde Wiesenburg/Mark weiter die Nutzung von Heimatstube und Turm an. Gleichwohl es Überlegungen für die Umgestaltung und Verlagerung der Tourismus-Information gibt. Diese Einheit 1 ist ebenfalls privates Eigentum eines Bewohners. Doch gibt sich Sprecher Anselm Franz zuversichtlich, dass die bewährte Vereinbarung Bestand haben wird.

Von René Gaffron

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