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Wiesenburg Darum will es Tim Kehrwieder in den Brandenburger Landtag schaffen
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Darum will es Tim Kehrwieder in den Brandenburger Landtag schaffen
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08:03 03.08.2019
Tim Kehrwieder will für die FDP in den Brandenburger Landtag einziehen. Quelle: Josephine Mühln
Reppinichen

In Reppinichen grüßen sich die Menschen noch, wenn sie sich auf der Straße begegnen. Man kennt sich. Oder, wie Tim Kehrwieder es ausdrückt: „Du hast dein Wohnzimmer hier nicht nur drinnen, sondern auch draußen.“

Dieses Wir-Gefühl, das zeichne das Leben auf dem Land für ihn aus, sagt der 20-Jährige. Sein Wunsch ist, dass das auch in Zukunft erhalten bleibt. „Ich will nicht in 20 Jahren herkommen und mein Dorf ist ausgestorben.“

Drei Themen sind ihm wichtig

Damit es nicht soweit kommt, leistet Tim Kehrwieder seinen Beitrag. Er sitzt seit der Kommunalwahl im Ortsbeirat von Reppinichen – und er will am 1. September für die FDP in den Brandenburger Landtag einziehen, um sich noch stärker für die Interessen seiner Heimat einsetzen zu können.

Drei Themen stehen dabei auf seiner Liste ganz oben. Der öffentliche Nahverkehr, die Digitalisierung und die Bildungspolitik. „Wir brauchen den RE7-Takt alle halbe Stunde – und wir brauchen Busse, die auch nach 17.30 Uhr noch fahren“, sagt Tim Kehrwieder. „Natürlich ist der Bürgerbus eine gute Sache, aber ich sehe da auch den Staat in der Pflicht, nicht nur das Ehrenamt.“

>>> Mehr zum Thema: MAZ-Talk zur Landtagswahl am 12. August

Bei der Digitalisierung dürfe Brandenburg nicht auf Kupfer setzen, sondern müsse beim Ausbau von Glasfaser mitziehen. „Die aktuellen Funkstrecken sind langsam und nicht verlässlich, sie gehen allenfalls als Übergangstechnik durch“, sagt der Student der Politik- und Wirtschaftswissenschaften.

„Und ich möchte, dass wir in der Bildungspolitik für Kinder, Jugendliche und auch später für Studenten und Auszubildende eine Chance bieten – und dass man hier nicht nur technische Berufe studieren kann.“ Außerdem wolle er sich für verpflichtenden Wirtschaftsunterricht in der Schule einsetzen sowie die Etablierung einer Gründerkultur.

Hobbys sind Angeln und Fußball

Tim Kehrwieder lebte bis zum Beginn seines Studiums in Reppinichen.

Gegenwärtig studiert der junge Mann im 3. Semester Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Halle.

Zu seinen Hobbys zählen Angeln und Fußball spielen.

Wo sieht er sich in zehn Jahren? „Hoffentlich als Politikwissenschaftler, der Forschung betreibt – und auch mit einem Job in der Politik, weil mich das schon immer am meisten interessiert hat“, sagt Kehrwieder.

„Es geht darum, die Leute, die Ideen haben, gezielt zu fördern“, sagt der Nachwuchspolitiker. „Damit sie wissen, dass sie in Brandenburg ihr Vorhaben verwirklichen können – und damit am Ende mehr Menschen in Betracht ziehen, hier zu leben.“

Zu den Freien Demokraten ist Tim Kehrwieder über einen kleinen Umweg gekommen – erstmal ging es für ihn mit 14 zur Linkspartei. „Weil ich politisch aktiv werden wollte. Ich habe aber mit der Zeit gemerkt, dass das nichts für mich ist und mich auch intensiver mit anderen Parteiprogrammen beschäftigt“, sagt er. „Die FDP steht für Individualismus, Eigenverantwortlichkeit und Digitalisierung – und damit für die Dinge, die mir wichtig sind.“

Herzenssache für die Heimat

Er wolle mit seiner Kandidatur einen Anstoß in die richtige Richtung geben, es sei für ihn eine Herzenssache, etwas für seine Heimat zu erreichen, sagt der 20-Jährige weiter. „Ich will eine Alternative zum rot-roten Einheitsbrei bieten. Die Ideen, die ich habe, geben die richtigen Impulse, um in Brandenburg auch für die nächsten 20 Jahre gewappnet zu sein.“

Was sein Alter angehe, so habe er bislang eher die Erfahrung gemacht, dass Parteikollegen und andere Politiker sich darüber freuten, dass Menschen unter 50 in die Politik gingen.

>>> Lesen Sie auch: Alles, was Sie über die Landtagswahlen in Brandenburg wissen müssen

„Natürlich kommen auch mal andere Kommentare, weil ich eben noch Student bin und bislang nicht gearbeitet hätte“, sagt Tim Kehrwieder. „Aber ich bin immer bereit, mit erfahreneren Leuten zu reden. Neuer Input und bewährte Dinge – ich glaube, das kann gut werden.“

Mit einem politischen Vorbild tue er sich hingegen schwer. „Ich will mein eigener Mensch sein, mein eigenes Ding machen“, sagt er – nennt nach kurzem Überlegen aber schließlich doch noch zwei Namen.

Tim Kehrwieder schätzt sein Heimatdorf Reppinichen. Quelle: Dirk Fröhlich

Gregor Gysi, denn er ist einfach ein brillanter Rhetoriker. Und Christian Lindner. Ich hab ihn mal persönlich getroffen – er ist ein netter, aufgeschossener Typ und hat außerdem einen guten Stil, die Partei neu aufzustellen.“

Aktuell studiert Tim Kehrwieder im dritten Semester an der Martin-Luther-Universität in Halle, pendelt zwischen Sachsen-Anhalt und seiner Heimat. Nach erfolgreichem Abschluss wolle er nach Brandenburg/Havel ziehen, wo auch seine Schwester lebe. „Die Stadt hat eine gute Größe, das perfekte Mittelmaß zwischen Dorf und Stadt und ist schön grün.“

Weiter mit Politik im Kleinen

Wenn er es am 1. September in den Landtag schaffe, dann sei er „erstmal mega froh“ und wolle mit seiner Fraktion zum Beispiel das Gründerstipendium nach NRW-Vorbild durchsetzen. Er wisse aber auch, dass es eine Herausforderung werde, die anderen Parteien von den Ideen der FDP zu überzeugen.

Und wenns nicht klappt? „Dann ist das halt so“, sagt Tim Kehrwieder. „Es wäre natürlich schade, aber ich weiß auch, dass es unglaublich schwer wird. Ich würde danach trotzdem weitermachen. Dann eben mit Politik im Kleinen, die eh viel eher bei den Menschen ankommt.“

Von Josephine Mühln

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