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Wiesenburg Drahtzieherei soll mit ILB-Millionen zukunftsfit gemacht werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Drahtzieherei soll mit ILB-Millionen zukunftsfit gemacht werden
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19:51 16.05.2019
Die Drahtzieherei Wiesenburg produziert nicht mehr. Quelle: Dirk Froehlich
Wiesenburg

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark wird ihre Wirtschaftsfördergesellschaft auflösen. Mit deren Ende soll jedoch die Revitalisierung des Geländes der im vergangenen Jahr geschlossenen Drahtzieherei beginnen. Rund fünf Millionen Euro könnten zu dem Zweck fließen. Die Parlamentarier folgten in der letzten Sitzung dieser Wahlperiode den Empfehlungen von Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke).

Denn der US-Konzern Lincoln Electric, der vor zwei Jahren die Isaf-Gruppe übernommen und kurze Zeit später die Standorte Brielow und Wiesenburg aus Gründen der Marktbereinigung geschlossen hat, ist jetzt mit der endgültigen Liquidierung des italienischen Konsortiums befasst. Dem Vernehmen nach streben die Amerikaner eine vorzeitige Beendigung des Pachtverhältnisses an. Der Vertrag läuft eigentlich noch bis 2033.

Weg frei für neue Nutzer

Die Wirtschaftsfördergesellschaft stünde dann zwar ohne Einnahmen da und soll folglich im Lauf des nächsten Jahres abgewickelt werden. Gleichwohl wäre der Weg frei für neue Nutzer der Flächen. „Insofern ergibt sich vielleicht aus der bitteren Erfahrung eine neue Chance“, hofft der lokale Verwaltungschef.

Zur Erinnerung: Nach der ersten Insolvenz der Drahtzieherei 1998 hatte die Kommune ihre Tochtergesellschaft gegründet und das Grundstück aus der Masse erworben. Es wurde dann an die Isaf-Gruppe vermietet, so dass sie 20 Jahre lang die Herstellung des Schweißdrahtes betreiben konnte, ohne jedoch für die Altlasten in die Pflicht genommen zu werden.

60 Jahre lang wurde Wiesenburger Schweißdraht produziert und in alle Welt geliefert. Quelle: Dirk Fröhlich

Die aus ihren Zahlungen nach Auflage der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark gebildeten Rückstellungen von 200 000 bis 300 000 Euro sollen jetzt dafür aufgewendet werden, die –zum Teil schon bekannten, zum Teil wohl noch nicht bekannten –Bodenkontaminationen zu beseitigen.

Firmen haben sich eingemietet

In bereits leer stehenden Nebengebäuden hatten sich zuletzt – unabhängig von der dramatischen Entwicklung beim Hauptmieter – Firmen niedergelassen. Weitere Kleinunternehmer aus der Umgebung könnten sich ebenfalls vorstellen, nicht mehr benötigte Büros und Garagen, Lager und Hallen zu nutzen. Das hat sich nach einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Februar bestätigt.

Etwa für die Hälfte des 5,4 Hektar großen Areals liegen seiner Aussage nach Interessenbekundungen vor, berichtet Marco Beckendorf. Dementsprechend gibt es seiner Aussage nach Kaufanfragen für alle Hallen sowie für einige Büros. Zunächst muss jedoch die Infrastruktur angepasst werden.

90 Prozent Förderung beantragt

Dies erfolgt auf Grundlage einer bereits erstellten Machbarkeitsstudie. Etwa fünf Millionen Euro für die Wiederbelebung des Standortes an der Görzker Straße werden insgesamt kalkuliert. Der Aufwand für Abriss, einschließlich der Altlastensanierung, Erschließung und Grünordnung, sowie Baunebenkosten und Vermarktung würde dann zu 90 Prozent gefördert. Das Geld – 4, 5 Millionen Euro – soll aus dem Bundesprogramm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur kommen. Der Antrag bei der Investionsbank des Landes Brandenburg wurde in dieser Woche ebenfalls mit großer Mehrheit befürwortet.

Bebauungsplan für 40 000 Euro

Zur Fördermittelakquise für die Revitalisierung des Drahtzieherei-Geländes muss erst einmal ein Bau- und Erschließungsplan entworfen und verabschiedet werden.

Die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark hat dessen Aufstellung beschlossen und so den ersten Schritt getan.

Die Auftragsvergabe erfolgt nach Ausschreibung.

Rund 40 000 Euro müssen dafür einkalkuliert werden, die aktuell nicht im Etat berücksichtigt sind.

Die Mehrausgabe kann durch höhere Einnahmen und andere Projekte, die verschoben werden, gedeckt werden.

Lediglich zehn Prozent –immer noch stolze 500.000 Euro –müsste die Gemeinde Wiesenburg/Mark dann selbst investieren und später zumindest teilweise durch die Flächenverkäufe refinanzieren, wie es hieß.

Von René Gaffron

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