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Wiesenburg Gesundes Frühstück für alle Kita-Kinder kommt
Lokales Potsdam-Mittelmark Wiesenburg Gesundes Frühstück für alle Kita-Kinder kommt
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16:43 13.05.2019
Theresia (links) und Felicitas (rechts) besuchen die Wiesenburger Kinderagesstätte Am Hesselberg. Mutter Maria Bucher packt ihren Töchtern ein gesundes Frühstück in die Brotdosen. Quelle: René Gaffron
Wiesenburg

Hier ein Toast mit Nussnougatcreme, dort ein Vollkornbrot mit Gurke und Käse sowie zuweilen – wenn auch selten – gar nichts in der Brotdose haben Jungen und Mädchen, die in Tagesstätten der Gemeinde Wiesenburg/Mark betreut werden. Das soll nicht länger so bleiben. Denn alle Kinder sollen in Zukunft in den Genuss eines gleichen gesunden Frühstückes kommen, das ihnen bereit gestellt wird. Auch eine Vesper wird der Nachwuchs am Nachmittag erhalten.

Das ist der Konsens aus der jüngsten Sitzung des Sozial- und Entwicklungsausschusses der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark. Eltern und Erzieher, Politik und Verwaltung ziehen offenkundig an einem Strang in die gleiche Richtung. Wenn auch recht spät: Denn zur Vollverpflegung ist die Kommune laut Gesetz eigentlich seit jeher verpflichtet.

Anderenorts schon obligatorisch

„In anderen Einrichtungen wird über die Qualitätsstandards verhandelt. Wir müssen erst einmal sehen, dass die obligatorische Versorgung überhaupt eingeführt wird“, sagt die Gremiumsvorsitzende Daniela Rabinowitsch (Die Linke). Gemeinsam mit Doreen Selent vom Kita-Elternbeirat des Kreises Potsdam-Mittelmark hat sie unlängst ein Tagesseminar dazu besucht. In Bad Belzig wurden vor Jahresfrist entsprechende Beschlüsse gefasst und die Vollverpflegung nun umgesetzt.

Im Lauf des Jahres sollen nun die Elternversammlungen genutzt werden, um die Möglichkeiten der Umsetzung des Vorhabens in den sechs Einrichtungen zu erörtern. Sie werden in einem kleinen Domizil wie Medewitz, wo zehn Kinder zu verköstigen sind, gewiss anders zu realisieren sein als im 75-Plätze-Haus Am Hesselberg in Wiesenburg.

Gute Erfahrungen im „Zwergenland“

Gleichwohl ist das Thema dem Betreuungspersonal längst nicht fremd. Immer mittwochs sorgt der Frühdienst beispielsweise in der Reetzer Tagesstätte „Zwergenland“ für eine große Frühstücksrunde. Die Erfahrungen sind gut, wie Karin Priebe berichtet. „Manche Mütter und Väter sind ganz erstaunt, was ihre Sprößlinge bei uns doch essen“, so die Leiterin. Ihrer Aussage nach wird darauf geachtet, dass im Tagesverlauf möglichst wenig Süßigkeiten vernascht werden.

Den Eltern müsste die Befürchtung genommen werden, dass die Vollverpflegung sie womöglich teurer zu stehen kommt als die bisherige Ausstattung ihrer Kinder, erklärt Maria Bucher. Sie packt bisher das Frühstück für ihre Töchter selbst ein. Aufwand für Lebensmittel und Personal werden als Betriebskosten in die Elternbeiträge eingerechnet.

Weitere Veränderungen nötig

Deren Neuberechnung steht ebenfalls auf der Agenda, wie Doreen Selent und Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) gleichermaßen verlauten ließen. Die für das Land Brandenburg beschlossenen Beitragsfreiheit des letzten Vorschuljahres ist nur ein Grund für den Handlungsbedarf, heißt es. Wie in vielen Städten und Gemeinden müssen die Kitasatzung – einschließlich Gebührensatzung –überarbeitet und das Einvernehmen mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark hergestellt werden. Die aktuellen Dokumente sind von 2002.

Einrichtungen gut nachgefragt

Die Gemeinde Wiesenburg/Mark hat sechs Tagesstäten. Es sind im Einzelnen: „Sonnenkinder“, Grubo _ Kapazität: 45, Auslastung: 91 Prozent; „Knirpsentreff“, Medewitz _ Kapazität: 14; Auslastung: 79 Prozent; „Zwergenland“, Reetz _ Kapazität: 37 Auslastung: 100 Prozent; „Pusteblume“ Reppinichen _ Kapazität: 27, Auslastung: 56 Prozent; „Am Hesselberg“,Wiesenburg _ Kapazität: 74 Auslastung: 76 Prozent.

Die Schmerwitzer Kita der Elterninitiative „Naturkindergarten Fläming e. V.“ hat 26 Plätze, ist zu 100 Prozent ausgelastet und hat eine Warteliste.

Tagespflegestellen gibt es in Wiesenburg/Mark aktuell nicht. Es werden aber Kinder bei Tageseltern in Nachbarkommunen betreut.

Die Frist zur fälligen Anpassung läuft demnach am 31. Juli 2020 ab. „Der Zeitraum scheint lang, ist es aber nicht“, mahnt Doreen Selent zur Eile.

Neben der Vollverpflegung, die –bis voriges Jahr auch in Bad Belzig –seit 1992 nicht umgesetzt worden war, gehört die Berechnung des Geschwisterbonus zu den Kritikpunkten. Bisher wird er wohl an der Aufnahme der jüngeren Kinder berechnet, müsste nach ihrer Meinung jedoch schon ab der Geburt angewendet werden.

Von René Gaffron

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